Traditionelle Selbstverteidigung

Kampfkünste in Billerbeck

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Zum Trainingsstart begrüßen sich alle Schüler auf traditionelle Art. Trainiert wird in der Sporthalle der Ludgeri-Grundschule in Billerbeck. Neueinsteiger sind willkommen.

Billerbeck. Die einen legen die Matten zusammen, sodass eine große Trainingsfläche entsteht. Andere sind schon dabei, das Schwert oder den Stock kontrolliert zu schwingen, während wieder andere Sportler noch dabei sind, ihre Trainingskutte anzulegen. Freitagabends ab 17.30 Uhr treffen sich Kampfkunst-Begeisterte in der Sporthalle der Ludgeri-Grundschule in Billerbeck, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Dabei arbeiten Groß und Klein daran, gemeinsam Technik und Ausführung verschiedener Bewegungsabläufe zu verbessern. Neben unbewaffneten Kampfkünsten wie Judo und Nihon Ju Jutsu, bietet der VfL Billerbeck auch ein bewaffnetes Angebot mit Iaido, Karate-Do, Bo Jutsu und Arnis an.

„Uns ist es wichtig, dass unsere Schüler die traditionelle Kampfkunst lernen. Deshalb legen wir sehr viel Wert auf die richtigen Techniken und auch auf die passende Trainingskutte“, erklärt Trainer Andreas Kleineschumachers. „Da ist es uns schon ein Dorn im Auge, wenn Leute im Internet in lässiger Sportkleidung ein paar Bewegungsabläufe vorführen.“ Es brauche jahrelanges Training, bis sich die Selbstverteidigung weitestgehend automatisiert hat. Dann seien aber alle Kampfkünste auch in fast jede Alltagssituation übertragbar. „Man fühlt sich schon deutlich selbstbewusster und geht sicherer durch die Straßen“, bestätigt Alexandra Wehrenberg. „Mit wenig Kraftaufwand und guter Technik kann man schon viel bewirken“, weiß ihr Trainer Kleineschumachers. „Das ist irgendwie bewundernswert und beängstigend zu gleich“, schmunzelt der Billerbecker. 

Seit mittlerweile über 25 Jahren bieten er und sein Vater, Frank Kleineschumachers, in Billerbeck ein breites Angebot an Kampfkünsten an. „Nachdem ich zwölf Jahre bei den Fallschirmjägern war, habe ich in Appelhülsen mit Judo begonnen“, blickt der 65-jährige Frank Kleineschumachers zurück. „Als ich dann von Zeit zu Zeit immer mehr Kinder zum Training mit nach Appelhülsen nehmen sollte, ist die Idee entstanden, hier in Billerbeck selbstständig etwas anzubieten.“ Auch er selbst hat mit seinen 65 Jahren noch Unterricht. „Auf Lehrgängen trainiere ich zunächst die Anfänger, ehe einer der höchst graduierten Karate-Meistern mich danach unterrichtet“, so Frank Kleineschumachers. Dies verdeutlicht die Philosophie der beiden Dan. „Bei uns steht das ,do’ im Vordergrund“, erklärt der Sportler. „Das bedeutet so was wie ,der Weg’. Es geht also nicht um ein bestimmtes Ziel.“ Denn: Man könne immer neue Erkenntnisse erlangen. 

Für Interessierte stehen dienstags von 17 bis 18.30 Uhr und freitags von 17.30 bis 19 Uhr die Türen der Sporthalle der Ludgeri-Grundschule im gemischten Training offen. Weitere Infos gibt es auch im Internet auf www.djk-vfl.de.

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