Interview mit dem stellvertretenden Dart-Abteilungsleiter Paul Feldmann der SG Coesfeld

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Elf der insgesamt 22 Mitglieder der Coesfelder Dart-Abteilung trainieren immer montags im Vereinsheim Süd der SG. Auch dienstags ist Trainingstag.

Coesfeld. Volle Konzentration herrschte am Montagabend im Sportzentrum Süd der SG Coesfeld. Es sind vergleichsweise ruhige Sportler, die hier trainieren. Nur ab und an ist ein leises Ploppen zu hören, wenn einer der Steel-Dart-Pfeile auf die 2,37 Meter entfernte Zielscheibe trifft. Der Trendsport „Dart“ wird bei der SG seit dem vorvergangenen Jahr angeboten. Der stellvertretende Abteilungsleiter, Paul Feldmann, erklärt im Interview mit Streiflichter-Volontärin Marie Bockholt, was den Reiz des Sports ausmacht und wie erfolgsorientiert die Dartspieler aus Coesfeld sind.

Sie zählen zu den Gründern der Dart-Abteilung bei der SG. Wie entstand die Idee den Sport in dem Verein ins Leben zu rufen? 

Feldmann: Ich habe bei der SG Coesfeld und früher beim ESV fast 40 Jahre lang Fußball gespielt und musste das aus gesundheitlichen Gründen beenden. Dart spiele ich schon lange als Freizeitsport, früher oft bei mir zu Hause im Keller. Ein Bekannter, Markus Vormann, brachte mich auf die Idee. Im Sommer 2016 haben Andre Bauland, der jetzige Abteilungsleiter, und ich uns dazu entschieden, Steel-Dart zur SG zu bringen.

Dart entwickelt sich gerade zum absoluten Trend, welche Auswirkung hat das auf Ihre Abteilung?

Feldmann: Große Turniere, zum Beispiel die Weltmeisterschaft Anfang des Jahres im Londoner Alexandra Palace, die Millionen von Menschen am Bildschirm verfolgen, sind für uns natürlich vorteilhaft. Es ist uns als Sportverein ebenfalls ein Anliegen, Dart bekannter zu machen. Wir freuen uns über neue Mitglieder und können seit dem Gründungsdatum stets wachsende Sportlerzahlen verzeichnen. Derzeit trainieren 22 aktive Dartspieler bei uns auf der Anlage. Eine Vereinsmitgliedschaft ist hierfür Pflicht.

Welche Fähigkeiten besitzt Ihrer Ansicht nach ein guter Dartspieler?

Feldmann: Wichtige Eigenschaften sind auf jeden Fall Nervenstärke, Konzentration und natürlich Treffsicherheit. Auf den Wettkämpfen, die wir spielen, wird das Zielen und Werfen selten körperlich anstrengend. Vielmehr ist der Steel-Dart auch ein Denksport.

Was unterscheidet Steel-Dart vom Elektronischen Dart?

Feldmann: Wir werfen Pfeile, die zwischen 22 und 26 Gramm wiegen. Erlaubt sind sogar bis zu 50 Gramm. Für mich persönlich ist Steel-Dart vor allem von der Geräuschkulisse her angenehmer als der Elektronische Dart, bei dem auf einen Automaten gezielt wird. Anders ist zudem, dass wir unsere Treffer selbst zusammenrechnen müssen, um einen Gewinner zu ermitteln.

Wie bewerten Sie die Beschaffenheit der Coesfelder Dart-Anlage?

Feldmann: Unsere Anlage ist ja noch sehr neu und damit auch sehr modern. Sie gehört eindeutig zu einigen der besten in den Ligen, in denen wir spielen. Es gibt für Wettkampfanlagen einige Vorschriften, die es zu beachten gilt. Beispielsweise muss immer aus 2,37 Meter Entfernung geworfen werden und die Dartscheibe in einer exakten Höhe von 1,73 Metern vom Boden bis zum Bulls Eye aufgehängt werden. Auch das Licht, das die Anlage erhellt, ist in seiner Art vorgegeben.

An welchen Wettkämpfen nehmen Sie als SG teil? 

Feldmann: Turniere bestreiten wir wenig, aber wir spielen in zwei unterschiedlichen Ligen. Derzeit sind wir zum einen in der Münsterland Dartliga aktiv. Dort treten eher Hobbymannschaften an. Zudem spielen wir seit der aktuellen Saison erstmalig in einer Liga des Nordrhein-Westfälischen Dartverbands (NWDV) in der Bezirksklasse Westfalen Nord 1. Demnächst stehen wir aber vor einer grundlegenden Umstrukturierung unserer Abteilung.

Welche Änderungen sind geplant? 

Feldmann: Wir möchten gerne eine erste und zweite Mannschaft einrichten, die auch geschlossen zusammen trainieren. Andre Bauland, der es als Spieler im E-Dart bis in die Bundesliga geschafft hat, wird die erste Mannschaft trainieren. Ich selbst übernehme gemeinsam mit Andreas Jansen die Betreuung der zweiten Mannschaft. Außerdem wollen wir ausschließlich in der Liga des NWDV spielen.

Wie laufen die Ligaspiele ab?

Feldmann: Wir fahren möglichst alle gemeinsam zu den Spielen. Pro Mannschaft dürfen 20 Sportler aufgestellt werden, die insgesamt viermal im Doppel, dann sechsmal im Einzel und danach sechs weitere Male im Einzel antreten. Alle Spiele beziehungsweise Treffer werden dann zusammen gewertet. Außerdem spielen wir „501 Double Out“, das heißt wir zählen von 501 Punkten herunter und müssen das Spiel mit einem Doppelfeld beenden.

Welche Erfolge konnten Sie bereits verzeichnen?

Feldmann: In der NWDV-Liga sind wir aktuell Tabellenführer. Am 27. Januar sicherten wir uns diesen Platz mit einem 12-zu-8-Sieg gegen den Dartclub „Mittendrin“ aus Gelsenkirchen. Allerdings ist erst der siebte von insgesamt 14 Spieltagen vergangen. Die Rückrunde steht also noch aus. Unser nächstes Spiel haben wir am 17. Februar.

Haben Sie selbst einen prominenten Lieblingsdartspieler? Feldmann: Das ist ganz klar Gary Anderson. Der Schotte. Ich bin Mitglied im Highland Clan Coesfeld und interessiere mich neben Dart somit sehr für Schottland und seine Traditionen.

Zur Person:

Paul Feldmann ist 56 Jahre alt und Mitgründer der Steel-Dart-Abteilung bei der SG Coesfeld. Feldmann lebt mit seiner Familie – dazu gehören zwei Söhne, eine Tochter und Ehefrau Petra – in Coesfeld.

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