Interview mit Bruno de Carvalho und Annalena Wild zu Tanzkursen der Kulturoffensive

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Luca Engels (links) und Moritz Dechert (rechts) zeigen einen Break-Dance-Move, den Bruno De Cavalho (Mitte) ihnen beigebracht hat.

Dülmen. Die Kulturoffensive Dülmen e.V. ist eine Plattform für alle Arten der darstellenden Künste. Es werden dort unter anderem Tanzkurse angeboten – so auch der Breakdance-Kurs und der Hip-Hop/Funky Jazz Kurs, die beide wöchentlich im Obergeschoss des Kaufhauses am Schlosspark, Halternder Straße 10, stattfinden. Streiflichter-Mitarbeiterin Lena Riekhoff sprach mit den beiden Kursleitern Bruno De Carvalho und Annalena Wild über die unterschiedlichen Tanzstile und Anforderungen der Angebote.

Was kann man sich unter den jeweiligen Kursen vorstellen?

Bruno De Carvalho: Immer montags von 16.15 bis 17.15 Uhr üben wir gemeinsam Breakdance-Moves und Choreografien ein. Momentan sind sechs Jungen über 14 Jahren dabei. Interessierte können gerne noch hinzustoßen.

Annalena Wild: Das Training meines Kurses Hip Hop/ Funky Jazz findet immer mittwochs von 18 bis 19.30 Uhr statt. Dabei üben junge Erwachsene ab 18 Jahren, wie der Name schon sagt, hauptsächlich Hip-Hop-Choreografien ein, aber auch andere Tanzelemente, wie beispielsweise aus dem Jazz-Dance, werden eingebaut. Auch wir sind immer offen für Verstärkung.

Wie läuft so eine Stunde dann typischerweise ab?

Annalena Wild: Nachdem wir uns aufgewärmt haben, machen wir zunächst etwas Muskeltraining und beginnen damit, einzelne Schritte zu erlernen und an einer Choreographie zu arbeiten. Manchmal ist das nur eine kleinere Abfolge von Bewegungen oder eine große Choreographie. Ich bin offen für die Wünsche der Teilnehmer und versuche diese dann umzusetzen.

Bruno De Carvalho: Auch wir beginnen mit einem Warm-Up und vor allem dem Muskeltraining, damit die Voraussetzungen für die Moves da sind. Dann steht vor allem das Erlernen bestimmter Schritte aus dem Breakdance im Mittelpunkt. Die bauen wir für Aufführungen in eine kleine Choreographie ein.

Sie treten also auch auf?

Bruno de Carvalho: Ein Mal im Jahr findet eine große Aufführung der Kulturoffensive statt, bei der alle Gruppen etwas vorführen. In diesem Zusammenhang zeigen wir dann die erlernte Choreographie. 

Annalena Wild: Bei meinem Kurs kommen zusätzlich noch gelegentliche Anfragen hinzu.

Was ist die Herausforderung beim Break-Dance? 

Bruno De Carvalho: Für den Großteil der Moves braucht man viel Kraft, deswegen ist die Muskulaturarbeit auch so wichtig. Nach und nach kann man dann an den einzelnen Moves arbeiten und immer mehr erlernen. Hinzu kommt das Selbstbewusstsein. Dadurch, dass man beim Break-Dance auch alleine im Mittelpunkt Solos hat, legen die Tänzer ihre Schüchternheit ab und lernen aus sich herauszukommen.

Wie lässt sich der Hip-Hop-Stil, den Sie im Kurs tanzen, beschreiben? 

Annalena Wild: Die Choreographien und Schritte, die wir im Kurs tanzen, sind sehr von meinem eigenen Stil beeinflusst. Das kann man sich als Mischung aus isolierten und ganzheitlichen Bewegungen vorstellen. Zwar ist mein Stil eher sanft, aber ich kombiniere ihn mit den für den Hip-Hop typischen harten Bewegungen. Die Musik, die dafür verwendet wird, ist eine Mischung aus Hip-Hop, R’n’B und Pop.

Brauchen interessierte Neueinsteiger Vorkenntnisse? 

Annalena Wild: Nein, man kann jederzeit einsteigen und muss auch lediglich Sportkleidung und etwas zu trinken mitbringen. 

Bruno De Carvalho: Das gleiche gilt für den Breakdance-Kurs. Interessierte Jugendliche können einfach in Sportkleidung zum Schnuppern vorbeikommen und schauen, ob der Kurs etwas für sie ist.

Was macht besonders Spaß beim Trainieren der Kurse? 

Annalena Wild: Der Kontakt zu den Menschen. Tanz ist eine bestimmte Art zu kommunizieren. Auf diese Art in Kontakt zu treten, macht einfach Spaß. Entsprechend gut ist auch die Stimmung im Kurs.

Bruno De Carvalho: Es ist einfach schön zu sehen, wie die Teilnehmer die von mir vorgemachten Bewegungen auf ihre eigene Art und Weise übernehmen, sie anders umsetzen und so ihren ganz eigenen Stil entwickeln. So entsteht immer etwas Neues.

Wie sind Sie persönlich zum Tanzen gekommen?

Bruno De Carvalho: Ich habe angefangen, als ich sehr jung war, weil es mir einfach Freude bereitet hat und ich Spaß an der Bewegung hatte. Damals war das noch eine andere Zeit und ein anderer Stil. Deswegen tanzen wir in dem Kurs auch eher zu Funk, Break-Beats und Hip-Hop abseits vom Mainstream 

Annalena Wild: Ich habe mit sechs Jahren angefangen zu tanzen und habe sowohl in den Bereichen Jazz, Klassisches Ballett, Hip-Hop und Modern Dance zahlreiche Erfahrungen gemacht. Meine große Leidenschaft ist dann zwar der Modern Dance geworden, aber alle verschiedenen Tanzstile haben ihren eigenen Reiz für mich.

Zur Person:

Annalena Wild arbeitet seit vier Jahren als Tanzlehrerin. Die 26-jährige wohnt in Münster und macht zur Zeit berufsbegleitend ihren Master in Tanzkultur an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Bruno de Carvalho arbeitet als Tanzlehrer. Der gebürtige Brasilianer lebt mittlerweile seit zehn Jahren in Deutschland. Momentan wohnt der 40-jährige in Münster.

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