Schülerinnen und Schüler der Paul-Gerhardt-Schule interviewten Schalke-Star Christoph Metzelder

„Gibt es bei euch an Geburtstagen Bombsen?“

32 Schülerinnen und Schüler der Paul-Gerhardt-Schule Dülmen besuchten den Schalke-Profi Christoph Metzelder (hinten, Mitte) und bekamen eine Führung durch die Veltins-Arena.

Dülmen/Gelsenkirchen. Einen aufregenden Schultag der ganz anderen Art erlebten vor knapp zwei Wochen 32 Kinder der Klassen 4 der Paul-Gerhardt-Schule. Für einen Tag ging es für die Schüler auf Schalke.

Der erste Programmpunkt des Tages: eine Stadionbesichtigung. Nach einem kurzen Einführungsfilm von Maskottchen Erwin, der Orte wie das Dach zeigte, wo leider kein Kind hin darf, ging es auf Erkundungstour durch das Stadion. Besonders beeindruckend war die Umkleidekabine der Schalker Spieler. Dort lernten die jungen Dülmenerinnen und Dülmener, dass die Mannschaft auch in der Pause fleißig sein muss. Trainer Huub Stevens hat nämlich Spinningräder aufstellen lassen, auf denen die Spieler in der Pause strampeln müssen...

Beim Anblick der Arena-Kapelle kamen einem jungen Fan sofort die Idee, dass dort der kleine Bruder getauft werden könnte. Aber Papa winkte zu seinem Bedauern gleich ab. Zum Schluss nahm alle für ein Foto auf den Business-Seats Platz. Als der Stadionführer dort erklärte was diese Plätze eigentlich kosten, musste Dorothee erstmal tief durchatmen: „Wie gut, dass gerade kein Spiel ist. Soviel Geld hab ich gar nicht mit.“

Höhepunkt war ein Treffen mit Metze

Im Anschluss an die Führung ging‘s zunächst noch ins Museum bis es für den eigentlichen Höhepunkt – ein Gespräch mit Christoph Metzelder – wieder in die Arena ging. Im Presseraum des Schalker Stadions, dort wo eigentlich Trainer, Spieler und Journalisten vor und nach den Spielen sprechen, interviewten die Dülmener Schüler 45 Minuten lang den Profi aus Haltern. Bereitwillig gab dieser Auskunft über seine Anfänge als Fußballer, seine Zeit in Madrid, in der Nationalmannschaft und natürlich auch seine Schulzeit. „Ich war ganz gut in der Schule, habe mein Abitur gemacht bevor ich Fußballprofi geworden bin, um einen Abschluss in der Tasche zu haben, falls es mit dem Fußball nichts geworden wäre.“

„Waren Sie beliebt in der Schule?“, wollte Valbona wissen. „Das kann ich schwer beantworten. Aber der Kontakt für dieses Treffen heute kam über einen alten Schulfreund zustande.“ Hausaufgaben mochte auch der Schüler Metzelder nicht, allerdings ist er sich jetzt schon sicher, dass er seine Tochter Emma, wenn sie denn soweit ist, „auch sagen muss: ‚Du musst die Hausaufgaben machen und immer schön aufpassen.‘ Das ist die Ironie des Lebens, dass man sich irgendwann anhört wie die eigenen Eltern.“

Junge „Journalisten“ hatten viele Fragen

Ausführlich befragten ihn die jungen „Journalisten“ über seine eineinhalb Jahre „auf Schalke“, zum Beispiel über das Klima in der Mannschaft und die Trainerwechsel. „Das Klima in der Mannschaft ist gut, es herrscht eine große Kameradschaft untereinander. Die Wechsel haben das Team zusammengeschweißt, auch weil sie sehr überraschend für uns waren.“ Trotz guten Klimas in der Mannschaft, musste Metzelder über Halvards Frage, „ob die Spieler sich auch ‚Bombsen‘ ausgeben, wenn einer Geburtstag hat“ dann aber doch schmunzeln. „Ne, das gibt es nicht bei uns. Manchmal passiert es, dass einer Geburtstag hat, wenn wir im Hotel sind. Dann gibt es auch mal ein Ständchen, aber ‚Bombsen‘ oder Geschenke gibt es nicht.“

Wieviel er verdient? „Meine Mama hat immer gesagt, dass fragt man nicht.“

Ob er einen Nebenjob hat? „Nein, das nicht.“

„Ich denke, dass ich dem Fußball verbunden bleibe“

Auch über „Metzes“ Planungen für das Ende seiner Karriere wollte die Kinder etwas wissen: „Mein Vertrag auf Schalke läuft noch ein Jahr. Dann bin ich 32 und dann muss man schon langsam gucken wie die Gesundheit mitspielt. Im Frühjahr werde ich entscheiden, ob und wie es weitergeht. Nach der Karriere wird das Thema meiner Stiftung mich natürlich weiter begleiten, weil mir das auch wichtig ist Kinder und Jugendlichen hier in unserem Land zu unterstützen. Was ich als Hauptberuf tun werde, das weiß ich noch nicht. Aber ich denke, dass ich dem Fußball verbunden bleibe.“ „Heißt das sie spielen dann Altherren?“, wollte Emma dann noch wissen. „Bestimmt.“ „Und wo?“ „Ich denke bei meinem Heimatverein TuS Haltern.“

Zum Abschluss des Gesprächs gab es von Metze noch ein Versprechen: „Wir werden alles dafür tun um im Europapokal weit zu kommen und in der Liga unsere Ziele zu erreichen, das bedeutet auch, das Derby zu gewinnen, klar.“

Eine tolle

Erinnerung

Am Ende bekam Metze ein Geschenk: die Kinder hatten auf ein Foto der Schalker Pokalsiegermannschaft ihre Köpfe montiert, um Danke für die Zeit zu sagen, die er sich genommen hat. „Das seid ja ihr!! Ein schönes Geschenk. Ich danke euch, eine nette Erinnerung.“

Dann verabschiedete sich der Schalke-Star nach einigen Fotos und erneuten Autogrammen zur Reha. Für die jungen Fußballfans ging es nochmal auf Autogrammjagd – beim Training der Mannschaft. Als es wieder nach Hause nach Dülmen ging, waren sich alle Kinder einig: „Das war ein wunderschöner Tag, den wir nie vergessen werden.“

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