Neu gegründete Altdamenmannschaft bei der DJK Rödder. Weitere Teammitglieder werden gesucht

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Karin Sandmann (oben von links),Theresa Steinberg, Christine Bergkeller, Verena Jaspers, Senta Wessels, Trainer Jürgen Enstrup, Alexandra Abele (unten von links) Marina Behr, Mareike Hatton, Heike Pennekamp und Mechthild Schotte sind ein Team.

Dülmen. „Ich musste noch meinen Sohn nach Hause bringen“, entschuldigt sich eine Spielerin, die etwas verspätet nach Trainingsbeginn erscheint. Dann schließt sie sich eilig dem Aufwärmen an. 35 Jahre und älter sind die Fußballerinnen, die sich regelmäßig auf dem Platz der DJK Rödder zum Kicken treffen.

Als Pendant zur in Sportvereinen gewöhnlichen Altherrenmannschaft haben sie ein eher außergewöhnliches Team gegründet: Eine Altdamenmannschaft.

In Bewegung kommen, ein Gefühl für den Ball entwickeln und einfache Passübungen durchführen – darum geht es heute beim Training der Alten Damen. Im Team sind nicht nur erfahrene Spielerinnen, sondern auch Frauen, die beim ersten Training der Mannschaft vor acht Wochen das erste Mal gegen den Ball getreten haben. „Ich habe mich mal ein wenig umgeschaut: Hier in der Nähe gibt es keine vergleichbare Mannschaft“, so Jürgen Enstrup. Er ist der Trainer der sechzehnköpfigen Equipe. „Den Job übernehme ich, wenn sich mindestens zehn Frauen zusammenfinden“, sagte Enstrup Anfang des Jahres als ihn Fußballerin Heike Pennekamp darum bat, den Trainerposten zu übernehmen. Die geforderte Zahl an Spielerinnen ist heute weit übertroffen. „Jetzt stehe ich zu meinem Wort“, erklärt der Coach.

Die Idee zur Altdamenmannschaft entstand bei dem diesjährigen Ausflug der Jugenbetreuer der DJK Rödder. Schon auf dem Weg zum Reiseziel nach Legden versuchte Heike Pennekamp den zweiten Vereinsvorsitzenden Jürgen Enstrup zu bearbeiten: Sie wollte ihn von einem Team mit Alten Damen überzeugen.

Pennekamp selbst hat früher einige Jahre Fußball gespielt und freut sich nun endlich wieder auf dem Platz zu stehen: „Seit zehn Jahren wünsche ich mir schon eine Mannschaft für ehemalige Fußballerinnen“, erklärt die Betreuerin der E-Jugend in Rödder.

Ihren Wunsch konnte die Dülmenerin schließlich mit mehreren Mitstreiterinnen teilen. Eine von ihnen: Alexandra Abele. Abeles Sohn spielt bei den Minikickern der DJK Rödder – andere Berührungspunkte hatte die Mutter bisher keine mit dem Sport Fußball. Doch sie ließ sich von Pennekamps Begeisterung anstecken, half dabei, Jürgen Enstrup als Trainer zu gewinnen. „Alex vertritt die Hälfte der Spielerinnen, die keine Fußballerfahrungen haben, und ich die ehemaligen Aktiven“, lacht Pennekamp. „Die Mannschaft ist quasi ein Auffangbecken für alle Altdamen im Kreis Coesfeld“, schmunzelt Enstrup über die vielseitige Zusammensetzung seines Teams.

Auch wenn viele der Spielerinnen über ihre Kinder oder ihre Männer im engen Kontakt mit der DJK Rödder stehen, ist dies kein Muss. „Viele der ehemaligen Spielerinnen haben für diverse Vereine im Kreis gespielt und jetzt zieht es sie nach Rödder“, so Enstrup. „Also ich bin nur hier, weil Alex mich überredet hat“, ruft Spielerin Karin Sandmann aus dem Hintergrund. Heute – acht Wochen nachdem sie den Sport erstmals für sich ausprobierte – ist sie immer noch da: „Es ist ein schöner Ausgleich draußen mit einer Gruppe Sport zu betreiben, obwohl Fußball eigentlich nie mein Ding war“, erklärt Sandmann ihre Motivation. „Ich trainiere hier für das Kinder-Eltern-Abschlusspiel“, scherzt sie.

Als die Idee zur Altdamenmannschaft entstand waren acht Frauen beteiligt. Mittlerweile hat sich die Zahl verdoppelt. „Trotzdem wäre es schön, wenn es noch mehr werden“, freut sich Sandmann über jede weitere Interessentin. „Die meisten Spielerinnen sind Mütter. Wenn mal jemand nicht kann, ist das kein Problem, da hat jeder Verständnis für“, weiß Trainer Enstrup. „Aber zehn Frauen habe ich mindestens jeden Montag ab 19 Uhr auf dem Platz stehen.“ Jede Frau, die Interesse am gemeinsamen Sport hat, kann zu den Trainingszeiten jeweils montags zum Sportplatz in Rödder kommen. „Für mich war es ein unglaubliches Gefühl endlich wieder Rasen zu riechen“, möchte Pennekamp andere ehemalige Aktive motivieren zum Training zu kommen. Ihre Schwägerin Mechthild Schotte ist mittlerweile ebenfalls Teil des Teams. „Ich habe direkt neue Leute kennengelernt. Der Spaß an der Bewegung steht im Mittelpunkt“, erklärt Schotte.

Das Projekt ist zwar gerade erst angelaufen, aber die Resonanz scheint trotz der anstehenden dunklen Jahreszeit nicht abzureißen. „Für den Winter lassen wir uns auf jeden Fall noch etwas einfallen“, möchte Enstrup das Training auch in den kommenden und kalten Monaten weiterführen.

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