Stimmen zum Stopp des Spielbetriebs 

Der Fußball ruht

+
Bis zum Ende der Osterferien ruht der Spielbetrieb auf den heimischen Fußballplätzen.

Kreis Coesfeld. Bis zum Ende der Osterferien ruht der Spielbetrieb auf den heimischen Fußballplätzen. Damit kam das Präsidium des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) dem Erlass der Landesregierung zuvor. Wie es nach den Osterferien weitergeht, ist aktuell noch völlig offen – wahrscheinlich scheint kein Weg an eine Verlängerung der Saison vorbei zu gehen.

„Wir haben das unabhängig vom Profifußball beschlossen. An diesem Donnerstag spielen wir alle Szenarien in Westfalen einmal durch. Wir werden wohl um eine Saisonverlängerung nicht herumkommen. Es sind schwierige Fragen, auch der Worst-Case muss natürlich mit bedacht werden“, so der Kreisvorsitzende Willy Westphal.

An diesem Donnerstag wird es im FLVW dazu eine Videokonferenz geben. „Das zieht sich durch jede Liga, wir werden es auf das Bundesland betrachtet beraten und nicht nur vor Ort schauen.“

Auch für Grün-Weiß Nottuln heißt es zunächst kein Training und kein Spielbetrieb in der Westfalenliga. „Es ist ein sehr sensibles Thema, mit dem wir aber transparent umgehen müssen. Es geht in erster Linie nicht nur um Fußball, sondern auch um Menschenleben. Daran geknüpft werden wir aber auch extreme Probleme in der Wirtschaft bekommen“, so Jens Niehues, Trainer von GW Nottuln. „Es gibt noch viele Fragezeichen, wir wissen noch nicht, wie es sportlich weitergeht. Es ist glaub ich richtig, Zeit zu gewinnen. Ich hoffe, dass alle gesund bleiben und alle Erkrankten gut behandelt werden können“, so ein nachdenklicher GWN-Coach.

Auch Manfred Wölpper, Trainer des Bezirksligisten SF Merfeld, ist geschockt über die Entwicklungen. „Keiner kann so richtig abschätzen, wie es weitergeht. Da in China die Zahlen wieder rückläufig sein sollen und wir nur ungefähr acht Wochen zeitlich dahinter sind, hoffe ich, dass das bei uns bald auch der Fall sein wird. Fußball ist jetzt natürlich egal. Ich hoffe, dass alle gesund bleiben.“ Bis Freitag haben die Spieler erst einmal frei, dann wird geschaut, was sinnvoll ist. „Meine Spieler kriegen den Vorschlag, eine Art Home-Office zu machen. Ich denke aber eh, dass keiner Zuhause nur vor der Flimmerkiste sitz.“

Sportlich zeigt sich Wölpper enttäuscht über die Pause. „Für uns Merfelder ist das eine Katastrophe. Wir sind gerade dabei, unsere beste Saison zu spielen. Wir haben noch zwölf Spiele, die wohl nicht mehr stattfinden werden. Das ist sehr schade, aber ich wäre froh, dass wir wenigstens die Platzierung, die wir jetzt innehaben auch behalten. Aber das ist jetzt alles nebensächlich.“

Natürlich beschäftigt das Thema auch die Fußballer in der Kreisliga A. „Ich denke, es ist die richtige Entscheidung vom Verband gewesen, die Spiele abzusagen bis nach den Osterferien. Wenn wir das Risiko minimieren können, dann müssen wir es machen. Die Gesundheit der Menschen ist wesentlich wichtiger als ein Fußballspiel“, so Denis Koopmann vom Spitzenreiter der Kreisliga DJK Coesfeld-VBRS. „Wir werden bis Ende März nicht trainieren und Anfang April schauen, wie der weitere Werdegang ist. Wir schauen dann von Woche zu Woche, ob wir das Training wieder aufnehmen können, ob es Sinn macht oder keinen Sinn macht.“

Für Patrick Steinberg, Geschäftsführer des Ligakonkurrenten SG Coesfeld, ist diese Situation ebenfalls ein Novum: „Das ist schon heftig, wir haben den kompletten Spiel- und Trainingsbetrieb eingestellt, auch unsere Geschäftsstelle ist geschlossen, um alle möglichen Sozialkontakte zu vermeiden. Keinen Sportbetrieb – das hat es bei uns noch nie gegeben. Vier, fünf Wochen ist das auch für jeden kleineren Verein zu stemmen, aber wenn das noch länger dauert, dann wissen wir nicht, wie es weiter geht.“

Auch Güven Sivgin, Trainer von Grün-Weiß Hausdülmen, sieht die Gesundheit der Menschen im Vordergrund. „Die Gesundheit ist wichtiger als alles andere aktuell. Ich hoffe, dass wir es so schnell wie möglich in den Griff bekommen und dass es dann so weiter laufen kann wie vorher.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare