Mit der Familie im Wohnmobil zum Marathon nach Berlin

Anika Fels lief kürzlich den Berlin-Marathon in persönlicher Bestzeit: 2 Stunden, 59 Minuten und 24 Sekunden.

Billerbeck / Kreis Coesfeld. Vor knapp einem Jahr trafen die Dülmener Rene Bertelsbeck und André Sommer den Entschluss, einen Podcast zum Thema „Laufen im Münsterland“ zu gründen. Seitdem veröffentlichen sie regelmäßig auf soundcloud.com/laufen-im-muensterland (und bei iTunes) Interviews, die die volle Bandbreite des lokalen Laufsports abdecken. Trainingsangebote, Münster-Marathon oder auch professionelle Nachwuchssportler. In der neuesten Folge dreht sich alles um die Billerbeckerin Anika Fels, die beim Berlin-Marathon die Drei-Stunden-Marke knacken konnte.

Anika Fels (22) ist schon seit über zwölf Jahren in der Leichtathletik zuhause und in der jüngeren Vergangenheit nur noch „laufend“ unterwegs. „Ich war immer schon ein Mensch, der sich viel bewegen musste. Draußen spielen, mit meinen Eltern Inliner fahren, Ball spielen. Über das Kinderturnen kam ich dann zum Vereinssport, es folgten Tennis und Leichtathletik. Zuerst beim DJK VfL Billerbeck, dann ab dem sechzehnten Lebensjahr bei der LG Coesfeld, wo ich unter Marianne Laukamp und später Bernd Bohmert trainierte. Anfänglich habe ich noch alle Disziplinen der Leichtathletik probiert, stach aber nirgendwo so richtig hervor – als ich dann aber selber Training in Billerbeck gab und nur noch Zeit zum Laufen blieb, legte ich mich irgendwie zwangsläufig aufs Laufen fest und wurde immer besser“, erklärt die Sportlerin. 2016 folgte schließlich der erste Marathon in Hamburg. Gemeinsam mit ihrem Bruder war dort noch die Vier-Stunden-Marke das Ziel. Doch dann folgte der Marathon in der Bundeshauptstadt...

Der Berlin-Marathon vor wenigen Wochen gehört bereits jetzt zu einer der schönsten sportlichen Erinnerungen von Anika Fels: „Das war ein aufregendes Wochenende“, wie sie sich erinnert. „Meine Familie, also meine Eltern, mein Bruder und ich, sind einen Tag vor dem Marathon mit dem eigenen Wohnmobil angereist – in der gewohnten Umgebung schläft es sich einfach besser, als in einem Hotel. Das war eine gute Entscheidung, denn am nächsten Tag sind wir relativ früh los, weil in Berlin ja über 40 000 Läufer starten. Lieber kein Risiko eingehen. Mein Vater, der auch mitgelaufen ist, und ich haben dann in Ruhe alle Vorbereitungen treffen können und konnten uns so auf den Marathon fokussieren. Das richtige Feeling kam dann in der Starbox, als der Startschuss fiel. Unbeschreiblich.“ Der Lauf selbst sei dann „verflogen“: „Irgendwie gingen die drei Stunden viel schneller rum, als man denkt. Man nimmt viel weniger wahr, als man sich vorher vornimmt.“

Der Lauf selbst lief ausgezeichnet – bis Kilometer 38. Die Reserven schwanden dahin, aber Anika lief weiter: „Es wurde zwar echt haarig, aber ich habe durchgehalten!“ Und wie: 2 Stunden, 59 Minuten und 24 Sekunden. Entsprechend groß ihr Stolz auf die eigene Leistung.

Ihr Talent schiebt sie in Teilen auf die Veranlagung: „Meine gesamte Familie ist super-sportlich. Früher ging es gemeinsam in den Zoo, heute treten wir zusammen bei Läufen an. Ich finde das sehr schön, die Familie ist mir sehr wichtig.“

Ihre Lieblingsdistanz: zwischen zehn Kilometern und Halbmarathon. Streckenverlauf: lieber hügelig, als flach. „Ich mag es eigentlich viel lieber, wenn der Fokus nicht auf den Zeiten liegt, sondern man den Lauf und die Strecke genießen kann. Das ist beispielsweise beim Teuto-Lauf der Fall, wo man durch die Höhenmeter keine Bestzeiten anpeilen kann.“

Neue Lauf-Ziele hat sie sich noch nicht gesteckt, aktuell liegt ihr Fokus auf dem Psychologie-Studium in Bielefeld. „Einen Marathon möchte ich 2019 gerne nochmal laufen, wenn es klappt auch unter drei Stunden – aber mal abwarten, wie es dann läuft.“ Darüber hinaus will sie an den heimischen Läufen teilnehmen: „Ich trete total gerne bei den Laufveranstaltungen der Region – unter anderem bei den Läufen der Streiflichter-Laufserie – an. Man kennt die anderen Läufer und ich kann dort mit meiner Familie antreten. Alle teilen die Motivation und Freude am Laufsport, das ist einfach super.“

Auch ihre Bestzeit über zehn Kilometer kann sich mehr als sehen lassen: 37:22 Minuten. Doch auch, wenn aktuell das Studium im Mittelpunkt steht, blitzt ihr sportlicher Ehrgeiz beim Blick auf die Zukunft durch: „Ich laufe zwar eher zum Spaß, aber wenn ich die Chance sehe, dass ich eine Bestzeit knacke, dann werde ich es natürlich versuchen. Ist doch klar!“

Der Link zum Podcast: www.soundcloud.com/laufen-im-muensterland.

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