Die älteste olympische Mannschaftssportart hat es bis in den Kreis Coesfeld geschafft.

SL-Interview mit den Wasserballsportlern Dana und Andre Elsbecker

Fühlen sich im Wasser pudelwohl: (hinten, von links) Jonas Schröder, Daniel Trammer, Ville Dahmus, Kilian Kortüm sowie (vorne links) Luciano Korf, Josha Terhörst und Jurek Terhörst.

Coesfeld/Lette. Wer kennt das nicht: Ein Tag im Freibad oder im Urlaub und die Kinder werfen sich im Wasser einen Ball zu. Ob es sich dabei um einen Tennisball, einen Volleyball oder um einen Wasserball handelt, es macht einfach Spaß. Für Wettkampftypen gibt es in Coesfeld sogar eine Sportart, die vielen kein Begriff ist – nämlich Wasserball. Die älteste olympische Mannschaftssportart ist in Deutschland weitaus weniger populär als im Osten Europas, dennoch hat es der Sport bis in den Kreis Coesfeld geschafft.

Frei nach dem Motto: „Wie der Vater, so die Tochter“ führte der Weg der Letteranerin Dana Elsbecker mit neun Jahren ebenfalls ins Wasser. SL-Mitarbeiter Tim Nieswandt hat mit Vater Andre Elsbecker und der 17-jährigen Tochter gesprochen, über eine interessante Sportart, das Team des Schwimm-Club-Coesfelds (SCC) und über ihre Leidenschaft zum Wasserball.

Andre, du spielst mittlerweile seit 34 Jahren Wasserball und bist sozusagen schon ein echter Veteran. Wie hast du deine aktive Zeit erlebt? 

Andre Elsbecker: Mit dem SCC habe ich damals sogar in der Oberliga gespielt. Da bin ich schon gut rumgekommen und habe oft Spiele im Raum Aachen, Köln oder Bonn absolviert. Mittlerweile haben wir uns aber bewusst für die unterste Klasse entschieden, da die Mannschaft immer älter geworden ist. Mittlerweile sind wir im Durchschnitt circa 50 Jahre alt, da müssen wir nichts mehr beweisen. Dennoch sind viele immer noch dabei, da der Sport selbst im Alter noch gut auszuführen ist. 

Mittlerweile hast du in deiner Tochter bereits eine talentierte Nachfolgerin gefunden. Dana, du bist seit Beginn der Jugendabteilung des Wasserballsports dabei. Hat dein Vater dich dazu gebracht? 

Dana Elsbecker: Mein Vater und seine Wasserballkollegen haben ihre Kinder immer mal wieder mit zum Training genommen. Daraufhin hat Berthold Dieker 2008 die Initiative ergriffen und mit großem Einsatz eine Jugendmannschaft gegründet. Seitdem bin ich dabei. Es macht mir immer noch großen Spaß, sodass ich zusätzlich manchmal auch bei den Herren mittrainiere. 

Wie gut konntest du schwimmen, als du mit dem Wasserballspielen angefangen hast? 

Dana: Brustschwimmen konnte ich schon ganz gut, Kraulen hingegen gar nicht. Durch das regelmäßige, wöchentliche Training wurde es immer besser. Mit 14 haben zwei Mitspielerinnen und ich bei einem Probetraining an der Sporthochschule in Köln und an einem Trainingscamp im Leistungszentrum Übach-Palenberg teilgenommen. 

Wie gestaltet sich der Ablauf bei einem Wasserball-Training? 

Dana: Im Normalfall schwimmen wir uns zunächst ein, um warm zu werden. Erst ohne und anschließend dann mit Ball. Die Ballführung ist besonders wichtig beim Wasserball, da der Ball oft mit dem Kopf oder der Brust gespielt wird, um mit den Armen zu kraulen zu können. Danach geht es weiter mit Pas und Wurfübungen, um unsere Technik spielerisch zu verbessern. Zum Abschluss geht es dann in einem Trainingsspiel darum, das gelernte umzusetzen. Besonders im Jugendbereich geht es im Training weniger um die Taktik – die kommt beim Spielen von automatisch. 

Apropos Trainingsspiel. Wie läuft denn so ein Spiel beim Wasserball ab? Ist der Sport wirklich so gut mit Handball vergleichbar? 

Andre: Das Spielprinzip ist ähnlich, wobei der größte Unterschied natürlich darin liegt, dass es im Wasser stattfindet. Ziel des Spiels ist das Erzielen von Toren. Dafür haben die Mannschaften mit jeweils sechs Feldspielern und jeweils einen Torwart im Jugendbereich vier Mal fünf Minuten (bei den Herren sind es vier Mal acht Minuten) Zeit zu. Innerhalb eines Angriffes hat die Ballführende Mannschaft 30 Sekunden Zeit zum Torabschluss zu kommen. Schafft sie es nicht, bekommt der Gegner den Ball. 

Und wenn ich jetzt Lust hätte, den Sport auszuprobieren. Was müsste ich dann machen? 

Dana: Dann packst du deine Schwimmsachen ein und kommst an einem Samstag um 18:45 Uhr ins Coe-Bad nach Coesfeld. Einfach im Foyer melden und dann kannst du direkt mitstarten. Du kannst natürlich auch erstmal zugucken, aber mitmachen macht deutlich mehr Spaß. 

Und für wen ist dieser Sport geeignet? 

Dana: Für alle die Lust an Ballsport haben und gerne im Wasser sind. Für unsere Jugendmannschaft suchen wir Kinder und Jugendliche von zehn bis 16 Jahren. Wir trainieren mit Mädchen und Jungen zusammen, also ist quasi jeder eingeladen, es einfach mal auszuprobieren. Wir sind eine junge gemischte Gruppe, in der es sehr leicht ist, den Anschluss zu finden. 

Und für die Älteren? 

Andre: Die können auch gerne zum Training der Herren kommen. Theoretisch sind die Voraussetzungen die Gleichen. Nur das wir statt einer jungen, eine etwas ältere Gruppe sind. Aber auch wir sind offen für jeden Neuling. Generell lässt sich sagen, dass der Sport sehr schonend für den Körper ist und so auch bestens für ehemalig aktive Sportler geeignet ist. 

Gibt es außerhalb des Wasserballtrainings noch weitere Aktivitäten? 

Dana: Es gibt einen Jugendvorstand, der in regelmäßigen Abständen gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Trainings plant. Wir waren schon im Kletterwald oder haben im Freibad übernachtet. Dabei ist es ein besonderes Highlight, nachts bei Flutlicht draußen Wasserball zu spielen. 

Trainingszeiten: Die Jugendmannschaft (10 bis 16 Jahre) trainiert immer samstags von 19 bis 20 Uhr im Coe-Bad. Die Herren trainieren immer montags von 20.15 Uhr bis 21.30 Uhr und freitags von 20. Uhr bis 21.30 Uhr im Coe-Bad. 

Weitere Infos unter Tel. (01578) 5736198 oder per E-Mail an elsbecker-lette@t-online.de.

Zur Person: 

Dana Elsbecker ist 17 Jahre alt und spielt seit ihrem neunten Lebensjahr Wasserball für den Schwimm-Club Coesfeld. Die Schülerin des Nepomucenum-Gymnasiums tanz zudem noch bei Freilichtbühne Coesfeld. Über den SCC hinaus, hat die Letteranerin schon in diversen Auswahlmannschaften mitgespielt. 

Andre Elsbecker ist mittlerweile seit 34 Jahren aktiver Wasserballspieler und spielte mit dem SCC sogar schon in der Oberliga. Der 46-jährige Maschinenbau-Konstrukteur lebt gemeinsam mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in Lette.

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