Behörden spielen entscheidende Rolle

UEFA stellt kuriose Corona-Regeln in der Champions League auf: Spielorte, Schiedsrichter - es könnte wild werden

Die Champions-League-Trophäe vor dem UEFA-Logo.
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Die Champions-League-Saison 2020 könnte einzigartig werden

Der Champions League droht eine ungewöhnliche Gruppenphase. Darum hat die UEFA Regeln im Falle eines Corona-Ausbruchs aufgestellt - nicht alle sind zwingend nachvollziehbar.

  • Die Champions League* startet in eine ungewöhnliche Gruppenphase.
  • Von der UEFA wurden einige neue Regeln aufgrund der Corona-Pandemie* ausgesprochen.
  • Es drohen einige 0:3-Spielwertungen.

München - Die letzte Gruppenphase der UEFA Champions League* blieb vom umgehenden Coronavirus* verschont. Jetzt aber ist die UEFA gezwungen, einige vorsorgliche Regeln aufzustellen, sollte es in einer austragenden Stadt - oder gar innerhalb einer Mannschaft - zu weitreichenden Corona-Ausbrüchen kommen.

Einige Regeln widersprechen sogar dem eigentlich üblichen UEFA-Reglement. So wird es den Teams laut dem kicker erlaubt sein, Spieler, die eigentlich nicht für das Turnier registriert waren, nachträglich in die Kader zu nominieren. Dies gilt aber nur für den Fall, dass „weniger als 13 Spieler der A-Liste bzw. kein registrierter Torhüter zur Verfügung steht“. Dann könne die UEFA aber auch eine Neuansetzung der Partie erlauben.

Sollten diese Maßnahmen nicht helfen und das Spiel kann nicht rechtzeitig nachgeholt werden, wird die Begegnung mit 0:3 gegen den betroffenen Klub gewertet. Sind hingegen mindestens 13 Spieler einsatzbereit, muss das Spiel am geplanten Termin stattfinden.

Corona-Regeln in der Champions League: Gesundheitsbehörden sind entscheidend

Generell wird vieles von den örtlichen Gesundheitsbehörden abhängen. Darauf haben die Vereine zwar in der Regel keinen Einfluss, jedoch werden sie dafür vom Verband verantwortlich gemacht. Sollte es von den Behörden eines Heimteams also Beschränkungen geben, die den Gastverein betreffen, muss der Gastgeber dafür sorgen, dass die Partie ausgetragen werden kann. Dabei muss er alle Organisationskosten selber tragen und laut UEFA „einen geeigneten alternativen Austragungsort vorschlagen“.

Am ehesten sollen dafür die Stadien anderer Teilnehmer der Gruppenphase genutzt werden. Von den Klubs werde demnach gefordert, ihr Arenen „gegebenenfalls als neutralen Austragungsort für andere Begegnungen verfügbar zu machen“. Sollte es die Heimmannschaft nicht schaffen, ein Ausweichstadion zu finden und sollte kein passender Ausweichtermin möglich sein, wird das Spiel 3:0 für die Gäste gewertet. Grundsätzlich ist es aber wohl stets möglich, das Heimrecht zu tauschen.

Corona-Regeln in der Champions League: Heimvereine müssen Verantwortung tragen

Kurios wird es, wenn die Behörden des Gastvereins Beschränkungen verhängen, die die An- und Abreise behindern. Dann ist es nämlich ebenfalls der Heimverein, der einen alternativen Spielort finden muss. Die Klubs müssen dann allerdings die Zusatzkosten teilen und die Gäste müssen zehn Prozent ihrer Champions-League*-Startprämie, die bei 15,25 Millionen Euro liegt, an den Gegner abtreten.

„Verweigert einer der Vereine seine Teilnahme am Spiel, wird er dafür verantwortlich gemacht, dass das Spiel nicht stattfindet“, so die UEFA. Dann wird die schuldige Mannschaft - natürlich - mit einer 0:3-Spielwertung abgestraft.

Bei der Ansetzung der Schiedsrichter zeigt sich der europäische Verband immerhin flexibel. Sollte ein Offizieller positiv getestet werden, dürfe der Verband einen Ersatz ernennen, der sogar aus dem gleichen Land wie eines der spielenden Teams stammt und muss nicht einmal auf der Liste der UEFA stehen. Wie das dann bei Fehlentscheidungen zu Gunsten der Landsmänner bei der jeweils anderen Mannschaft ankommt, bleibt dann jedoch abzuwarten. (ta) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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