Mäzen der TSG Hoffenheim mit Kritik

"BVB ist Kommerz pur!" – Dietmar Hopp prangert Doppelmoral unter den Fans an

Mäzen Dietmar Hopp prangert an. Der BVB sei inzwischen Kommerz pur. Doch nicht nur die Fans von Borussia Dortmund würden eine Doppelmoral vorleben.

  • Der Dauer-Zwist zwischen BVB-Anhängern und Mäzen Dietmar Hopp hält trotz derzeit leerer Stadien an.
  • In einem Interview unterstellt Dietmar Hopp Borussia Dortmund* inzwischen selbst Kommerz pur zu sein.
  • Der SAP-Gründer unterstützte die TSG Hoffenheim mit vielen Millionen für den Aufstieg von der Kreisliga bis in die Bundesliga.

Dortmund – Dietmar Hopp (80) und Borussia Dortmund, das ist eine Geschichte für sich, wie RUHR24.de* berichtet. Mittlerweile ließe sich ein ganzes Buch über die Feindschaft zwischen Teilen der schwarz-gelben Anhänger und dem Mäzen der TSG Hoffenheim verfassen (alle BVB-Artikel auf RUHR24.de*).

Name

Dietmar Hopp

Geboren

26. April 1940 (Alter 80 Jahre), Heidelberg

Vermögen

16,4 Milliarden USD (2020)

Ausbildung

Karlsruher Institut für Technologie

Gegründete Organisation

SAP

Kinder

Daniel Hopp, Oliver Hopp

Geschwister

Rüdiger Hopp, Karola Hopp

Dietmar Hopp: BVB-Fans wegen Beleidigungen von Auswärtsspielen gegen TSG Hoffenheim ausgeschlossen

Der Disput ging bekanntlich sogar schon so weit, dass BVB-Fans von Auswärtsspielen gegen die TSG Hoffenheim ausgeschlossen* wurden. Schon längst kritisieren aber nicht mehr nur die Anhänger von Borussia Dortmund Dietmar Hopp.

Wohl unvergessen bleibt der Beinahe-Spielabbruch Ende Februar in Sinsheim gegen den FC Bayern München (0:6), nachdem wiederholt beleidigende Banner der Gäste-Fans gegen den 80-Jährigen hochgehalten worden waren. Nach zwei Unterbrechungen der Partie spielten sich die Akteure in den letzten 13 Minuten den Ball am Mittelkreis nur noch wie im Training gegenseitig zu.

Dietmar Hopp: Selbst Schalke-Ultras schließen sich Kritik der BVB-Fans an

Selbst unter den sonst so verfeindeten Fans von Borussia Dortmund und dem S04 herrscht in diesem Punkt Einigkeit. Die Ultras vom FC Schalke 04 schossen auch schon mit Bannern gegen Dietmar Hopp*.

Mäzen Dietmar Hopp behauptet, dass der BVB inzwischen Kommerz pur sei.

Dass es nicht dabei blieb, zeigten weitere Proteste rund um den 24. und 25. Spieltag, als viele Fan-Gruppierungen, sogar aus der 2. Liga, ihren Unmut gegen den Mäzen richteten. Die Gründe für die Kritik und Auseinandersetzungen mit Dietmar Hopp*? Der gebürtige Heidelberger stehe vor allem sinnbildlich für die Kommerzialisierung des Fußballs.

Dietmar Hopp kritisiert Anhänger von Borussia Dortmund: BVB ist inzwischen Kommerz pur

Dietmar Hopp selbst kann die Kritik nicht nachvollziehen. "Wir bei der TSG sind ein Klub, der nicht Kommerz-Verein genannt werden darf", so der Mäzen der TSG im Interview mit Sport1.

"Schauen wir mal auf Borussia Dortmund, das ist inzwischen Kommerz pur", führt der 80-Jährige weiter aus. Doch die Anhänger des BVB sind für den Mitbegründer des IT-Unternehmens SAP schon längst nicht mehr die Einzigen, die für ihn offenbar eine Doppelmoral an den Tag legen.

Dietmar Hopp: Bei Hertha BSC sind viele Millionen im Umlauf

"Oder richten wir den Blick nach Berlin, da sind viele Millionen im Umlauf. Ich freue mich für die Entwicklung bei der Hertha, aber ich kann nicht verstehen, dass ich auch von deren Fans attackiert werde", so Dietmar Hopp.

Natürlich hat Dietmar Hopp Recht, dass mittlerweile viele Klubs kommerzialisiert sind. Allerdings vergisst er dabei wohl, dass traditionsreiche Klubs wie der BVB nicht mit viel Geld gefördert wurden, um aus der Kreisliga in die Bundesliga aufzusteigen, was ein klarer Wettbewerbsnachteil für andere Vereine ist, meint RUHR24-Redakteur Raphael Wiesweg.

Bei der "Alten Damen" aus der deutschen Hauptstadt pumpt Investor Lars Windhorst (43) in diesem Jahr nochmals 150 Millionen Euro über zwei Tranchen verteilt in den Klub und stockt seine Anteile damit auf 66,6 Prozent auf. Unabhängig davon glaubt Dietmar Hopp nicht, dass die Proteste gegen ihn aufhören werden, wenn Fans wieder in Stadien gehen dürfen.

Dietmar Hopp: Kritik gegen ihn wird trotz Spiele ohne Zuschauer nicht verstummen

"Ich glaube nicht, dass über die Ereignisse mit dem Fan-Hass genug Gras gewachsen ist, das ist in zwölf Jahren nicht passiert und wird in den nächsten Jahren leider auch nicht so sein", so der Mäzen im Interview weiter, worüber auch Heidelberg24.de* berichtet. Ob Dietmar Hopp damit Recht behalten wird?

Derzeit wird darüber diskutiert, ob ab der neuen Saison zumindest wieder teilweise Fans in die Stadien dürfen. Der Saisonstart der 1. Fußball-Bundesliga wird derzeit für den 11. oder 18. September angepeilt. Eine Entscheidung steht aber noch aus. *RUHR24.de und Heidelberg24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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