Die zwei Gesichter des BVB

Mats Hummels ▪
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Mats Hummels ▪

PIRÄUS/DORTMUND ▪ Die Reise nach Griechenland hatte trotz der sportlichen Pleite des BV Borussia Dortmund zumindest ein positives Ende. Entgegen allen Erwartungen landete die Delegation des Deutschen Meisters gestern wie geplant um 13.18 in Wickede. Der BVB begann sofort im Trainingszentrum in Brackel mit der Vorbereitung auf das Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen den 1. FC Köln (15.30 Uhr).

In der Nacht zuvor hatte Dortmunds Fußball-Lehrer Jürgen Klopp nach der bitteren 1:3 (1:2)-Niederlage in der Champions League bei Olympiakos Piräus Ursachenforschung betrieben, warum seine Mannschaft ausgerechnet in der Königsklasse versagt, nach der zweiten klaren Auswärtsniederlage jetzt mit einem mageren Punkt auf dem letzten Platz der Vorrundengruppe F steht. „Einmal drei Tore zu kassieren, ist hart“, erklärte der 44-Jährige. „Aber zweimal hintereinander drei Treffer hinnehmen zu müssen, ist schon brutal“, stöhnte der Coach, der die katastrophalen Aussetzer in der Defensive in erster Linie auf Konzentrationsschwächen zurückführte, die er sich nach dem deutlichen Aufwärtstrend in der Bundesliga mit drei Siegen in Folge einfach nicht erklären konnte. „Die Mannschaft hat offenbar zwei Gesichter“, sagte Klopp. „Wir spielen gut nach vorn, und hinten lassen wir uns die Dinger reinhauen“, ärgerte sich der Trainer. „Es ist nicht gerade angenehm, wenn man als sehr talentiert, aber erfolglos bezeichnet wird.“

Viel Zeit bleibt den Borussen nicht, die Scharte in der Königsklasse auszuwetzen. „Vom Weiterkommen in der Champions League müssen wir ab sofort nicht mehr reden“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, hakte den Wettbewerb allerdings noch nicht ganz ab. „Wir sollten uns so schnell wie möglich den dritten Platz zurückholen, um zumindest in der Europa League überwintern zu können.“ Klopp geht es vor allem darum, das Bild, das der Meister bisher auf internationaler Bühne abgegeben hat, aufzupolieren. „Unser Ziel ist es, uns in den noch ausstehenden Begegnungen einfach besser zu präsentieren.“

Und auch zu punkten. Im Rückspiel gegen Piräus in zwei Wochen muss der BVB unbedingt den ersten Sieg einfahren, um als Meister nicht ein sportliches Debakel zu erleben. Ein besonders starker Kontrahent waren die Griechen sicherlich nicht, der BVB war an diesem Tag einfach zu schwach. „Verdaut habe ich das noch nicht. Ich kann nicht verstehen, wie wir es geschafft haben, hier zu verlieren“, erklärte Verteidiger Mats Hummels. „Ich glaube nicht, dass wir in der Champions League eine Mannschaft finden, die man leichter besiegen kann.“

Auf eine entsprechende Reaktion am Samstag im Bundesliga-Heimspiel gegen Köln hofft derweil Michael Zorc. „Wir müssen die Kritik akzeptieren, die auf uns einprasselt“, sagte der Sportdirektor. „Natürlich fehlt der Mannschaft die Reife. Wo soll sie auch herkommen? Wir haben bewusst gesagt, wir wollen keine Erfahrung einkaufen.“ Unterstützung erhielt er dabei von Jürgen Klopp: „Schließlich sind wir mit diesem Team und der Art, Fußball zu spielen, auch Meister geworden.“

Von Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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