Revierderby der U19

BVB-Talente-Trainer: So ging Moukoko mit den Beleidigungen der Schalker Fans um

Borussia Dortmunds Ausnahmetalent Youssoufa Moukoko hat auf die Anfeindungen gegen seine Person reagiert. BVB-Talente-Trainer Otto Addo äußert sich.

Update vom 20. Oktober, 9.47 Uhr: Nach den Beleidigungen durch Fans von Schalke hat Talente-Trainer Otto Addo Borussia Dortmunds Nachwuchs-Hoffnung Youssoufa Moukoko den Rücken gestärkt. "Er hat seinen eigenen Weg und ist letztlich auch super damit umgegangen", sagte der frühere Abwehrspieler bei Sport1.

NameYoussoufa Moukoko
Geboren20. November 2004, Jaunde, Kamerun
VereinBorussia Dortmund

Addo weiter: „Leider gibt es immer noch zu viele Idioten da draußen, die so denken. Ich finde das traurig und schade. Dass so etwas in der Jugend passiert, setzt dem ganzen die Krone auf. Der Junge hat sportlich die richtige Antwort gezeigt und lässt sich auch von solchen Begleitumständen nicht aufhalten.

Der erst 15 Jahre alte Moukoko war im Derby der Junioren-Bundesliga von Anhängern des FC Schalke 04 übel diffamiert worden, nachdem er beim 3:2-Sieg der Borussia alle drei Treffer erzielt hatte. "In der Vergangenheit haben wir das Thema bei unseren Jugendmannschaften aber immer mal wieder besprochen", sagte Addo. "Es ist ja leider nicht das erste Mal, dass so etwas vorkommt", berichtete Addo.

Schalke will die Täter nun schnell ermitteln. "Der FC Schalke 04 hat das ihm zur Verfügung gestellte Audio- und Videomaterial des Spiels ausgewertet und arbeitet nunmehr intensiv an der Identifikation der verantwortlichen Personen", hatte der Club am Montagabend auf seiner Homepage mitgeteilt.

BVB-Jungstar Moukoko wehrt sich gegen Beleidigungen: Schneider rief Watzke an

Update vom 19. Oktober, 16.17 Uhr: Nach den rassistischen Anfeindungen vermeintlicher Schalke-Fans beim Revierderby der U19 hat BVB-Jungstar Youssoufa Moukoko eine beeindruckende Reaktion gezeigt. Via den sozialen Medien schrieb Moukoko: „Gott hat uns alle schön gemacht, wir sind alle besonders. denn egal, ob arm, reich, schwarz, weiß, wir bluten alle gleich. Ihr könnt mich hassen und beleidigen, aber ihr werdet mich niemals unterkriegen.“

Und weiter war in seiner Story zu lesen: „Neid, die höchste Form der Anerkennung. Ich bin stolz, mit dieser Hautfarbe geboren zu sein, und werde es immer sein.“ Noch am Wochenende rief Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider bei BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke an. „Sportvorstand Jochen Schneider hat sich bei mir entschuldigt. Das war sehr anständig“, so Watzke. Schalke 04 hat weitere Ermittlungen eingeleitet.

Youssoufa Moukoko (BVB) rassistisch beleidigt - Schalke 04 entschuldigt sich

Update vom 19. Oktober, 8.33 Uhr: Nach den rassistischen Beleidigungen im U19-Revierderby gegen Borussia Dortmund hat Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider Konsequenzen angekündigt. Der Klub werde alles versuchen, die Krakeeler unter den 300 namentlich bekannten Zuschauern der U19-Partie am Mittag ausfindig zu machen.

„Es ist langsam nicht mehr in Worte zu fassen, was sich manche Menschen erlauben“, sagte Schneider bei Sky. Der DFB kündigte für Anfang der Woche Ermittlungen durch den Kontrollausschuss an.

BVB-Ausnahmetalent Moukoko schießt Schalke ab - und wird dann rassistisch beleidigt

Gelsenkirchen - Youssoufa Moukoko trifft und trifft und trifft. Das Ausnahmetalent von Borussia Dortmund entschied am Sonntag das Revierderby der U19 gegen den FC Schalke 04 mit drei Treffern im Alleingang. Für Aufsehen jedoch sorgten jedoch andere. Youssoufa Moukoko wurde rassistisch beleidigt.

Emotionen gehören zum Revierderby dazu. Einige Zuschauer jedoch fielen auf dem Schalker Vereinsgelände Berger Feld völlig von der Rolle. „Ich breche dir alle Knochen“, war unter anderem von den Rängen in Richtung Youssoufa Moukoko zu hören. Der 15-Jährige Stürmer des BVB zeigte sich davon zunächst unbeeindruckt.

Youssoufa Moukoko (BVB) rassistisch beleidigt - Schalke 04 bezieht Stellung

Moukoko traf nach zehn Minuten zur frühen Führung des BVB. Dann setzte sich das Ausnahmetalent im Strafraum von Schalke 04 gegen seinen Mitspieler durch (39.) und legte anschließend per Weitschuss nach. Der BVB siegte im Derby mit 3:2 - und stellte sich anschließend in den sozialen Medien hinter Moukoko.

Denn: Die Beleidigungen gegen Moukoko hörten nicht auf. „Hier gibt es ein paar unqualifizierte Kommentare auf den Zuschauerrängen. Davon wollen wir uns distanzieren“, kommentierte Reporter Marcel Pramschüfer im Livestream des DFB, der das Revierderby auf Youtube übertragen hatte.

Youssoufa Moukoko (BVB) rassistisch beleidigt - Schalke 04 bezieht Stellung

Unterbrochen wurde das Spiel Schalke 04 gegen den BVB trotz der rassistischen Beleidigungen gegen Youssoufa Moukoko nicht. Schalke 04 bezog nach dem Schlusspfiff Stellung zu den Vorkommnissen. „Wir können uns bei Youssoufa Moukoko für die Aussagen einiger Fans nur entschuldigen“, schrieb der Revierklub bei Twitter.

Gegen die Übeltäter werde der FC Schalke 04, der am Sonntag Union Berlin empfängt (live im TV und Stream) nun Ermittlungen einleiten. „Bei allen Emotionen im Derby - solche Beleidigungen verurteilen wir aufs Schärfste und lehnen sie ausdrücklich ab. Wir werden die notwendigen Maßnahmen gemeinsam mit S04-Fanbelange einleiten“, hieß es weiter.

Trotz all der Beleidigungen gegen Youssoufa Moukoko: Das Ausnahmetalent des BVB untermauerte mit seinen drei Treffern einmal mehr sein Potenzial. „Er ist ein geiler Zocker. Da können sich die Leute drauf freuen“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mit Blick auf Moukokos 16. Geburtstag im November. Dann ist der Stürmer spielberechtigt für die Profis von Borussia Dortmund.

Rubriklistenbild: © Revierfoto / dpa

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