Ins Wohnzimmer

DORTMUND ▪ 18 Jahre lang stand Jürgen Klopp in Diensten des 1. FSV Mainz 05. Er bestritt 325 Zweitligaspiele für den selbsternannten Karnevalsverein, erzielte dabei 52 Tore. 2004 führte er die Mainzer als Trainer in die Bundesliga. Erstmals kehrt er jetzt am Samstag (15.30 Uhr) als Fußball-Lehrer des BV Borussia Dortmund in sein „Wohnzimmer“ am Bruchweg zurück. Klopp wird vor dem Spiel viele Hände schütteln müssen, doch Tränen wie bei seinem Abschied vom FSV werden diesmal nicht fließen. Denn der Coach ist voller Vorfreude auf dieses Treffen, und besonders heiß auf die drei Punkte, die es zu gewinnen wird. Von Peter Schwennecker

„Ich habe immer noch viele Freunde in Mainz“, betont Klopp. „Alles ist einfach richtig gut vor dieser Begegnung, und ich bin froh, dass die die Stadttore nicht zumachen, wenn ich komme. Doch eine Seite wird nach dem Schlusspfiff wohl nicht ganz so glücklich sein.“ 18 Jahre seien – so Klopp – eine unheimlich lange Zeit gewesen, die er bei der Borussia vermutlich nicht erreichen werde, auch wenn er inzwischen endgültig in Dortmund angekommen sei. „Deswegen ist das natürlich ein besonderes Spiel für mich, doch wenn es um den reinen Fußball geht, ist es eine Partie wie jede andere auch, eine, die ich einfach gewinnen will.“

Verständlich, dass er die sportliche Entwicklung des FSV besonders beobachtet. „Die Mainzer haben bisher eine herausragende Saison gespielt, auch wenn die vergangenen drei Begegnungen verloren wurden“, erklärt der 42-Jährige. „Sie spielen einen sehr lauffreudigen Fußball. Da geht von der ersten Minute an die Post ab. Wobei sich Thomas Tuchel zudem immer wieder taktische Varianten einfallen lässt.“ Froh ist Klopp darüber, dass sein ehemaliger Klub, für dessen Fans er zur Kultfigur wurde, einen gesicherten Platz im Oberhaus belegt. „So sind die Punkte, die wir mitnehmen wollen, für die Mainzer nicht ganz so wichtig“, flachst der Coach. „Für uns natürlich umso mehr.“ Denn im Kampf um einen Platz im Europapokal sieht er die Borussia längst noch nicht am Ziel.

Verzichten müssen die Dortmunder morgen auf Sebastian Kehl, der sich einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zuzog und erneut drei bis vier Wochen pausieren muss. Für ihn wird Sven Bender von Beginn an auflaufen. Lucas Barrios nahm wegen einer Wadenprellung zwar gestern nicht am Training teil, doch hofft Klopp darauf, dass der Argentinier heute die Abschlusseinheit bestreiten kann und zur Verfügung stehen wird. „Ganz sicher ist das aber noch nicht“, sagt der BVB-Coach. Ansonsten dürfte es gegenüber dem 2:1 gegen Werder Bremen keine Veränderungen in der BVB-Startelf geben.

Klopps Vorfreude auf die Rückkehr wird übrigens von fünf weiteren aktuellen Dortmundern geteilt. Seine Assistenten Zeljko Buvac und Peter Krawietz waren ebenfalls schon für den FSV tätig, und die Spieler Neven Subotic, Markus Feulner und Mohamed Zidan trugen auch schon das Trikot der Mainzer. Irgendwie deutet also alles auf ein Heimspiel für Klopp und Co. hin.

Quelle: wa.de

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