BVB will den zweiten Matchball nutzen

DORTMUND ▪ Eine kleine Krise lassen sich die Dortmunder nicht einreden. Auch wenn sie aus den vergangenen sechs Bundesliga-Spielen nur acht von 18 möglichen Punkten holten und der einst komfortable Vorsprung auf Verfolger Bayer Leverkusen auf fünf Zähler geschmolzen ist.

Jedenfalls gehen die BVB-Profis immer noch davon aus, dass sie die Meisterschale an absehbarer Zeit fest in ihren Händen halten werden. Ob das allerdings schon heute nach dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (15.30 Uhr) der Fall sein wird, liegt zumindest nicht allein an den Schwarz-Gelben, sondern hängt natürlich auch wesentlich vom Abschneiden der Leverkusener im rheinischen Derby beim 1. FC Köln ab.

„Wir müssen nicht auf andere schauen“, erklärt Torhüter Roman Weidenfeller. „Wenn wir unsere beiden Heimspiele gewinnen, dann sind wir durch“, beteuert der Kapitän und fügt hinzu: „Wir lassen uns den Titel nicht mehr nehmen.“

Die Leistung bei der 0:1-Pleite beim Liga-Schlusslicht in Mönchengladbach lässt Trainer Jürgen Klopp jedenfalls nicht an Weidenfellers Aussage zweifeln. „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht so gegen den Ball gearbeitet, wie wir uns das vorstellen. Es war eine gewisse Unruhe zu erkennen“, analysiert Klopp. „Aber in der zweiten Hälfte waren wir nicht mehr aufzuhalten. Diese Spielweise müssen wir gegen Nürnberg von Anfang an auf den Platz bekommen.“ Zumal die Dortmunder Mannschaft  in der laufenden Saison oft die große Fähigkeit bewies, dass sie Fehler nicht nur erkannt hat, sondern auch abstellen konnte. „Nach einem Rückschlag haben wir immer entsprechend reagiert“, setzt Verteidiger Neven Subotic darauf, dass heute gegen den Club der nächste Dreier eingefahren wird.

Am Fehlen von Spielgestalter Nuri Sahin will Klopp die Enttäuschung von Gladbach nicht festmachen. „Es ist eine unglaubliche Leistung, dass die Mannschaft Ausfälle bisher so weggesteckt hat, dass sie nicht als Ausfälle wahrgenommen wurden“, betont der Fußball-Lehrer, der Vertreter Antonio da Silva trotz des Fehlpasses vor dem entscheidenden 0:1 eine ordentliche Vorstellung attestierte. „Wir alle wissen, dass Toni ein erstklassiger Fußballer ist.“ Von großer Qualität spricht der Dortmunder Trainer auch in Zusammenhang mit dem Gegner aus Nürnberg. Klopp erwartet übrigens nicht, dass der Club heute im ausverkauften Signal Iduna Park Abwehr-Beton anrühren wird.

Schließlich wird der FC von 6 500 Fans begleitet. „Das zeigt, dass diese Mannschaft noch Ziele hat“, sagt der Coach. „Wenn sie in die Europa League einziehen will, dann muss sie auf Sieg spielen – und nicht so wie Real gegen Barca. Das bedeutet, dass Räume da sein werden. Die Aufgabe wird schwer, aber machbar, wenn wir eine gute Leistung zeigen und den Gegner von der ersten Sekunde an bearbeiten.“ Die Dortmunder Fans sollen ihren Teil dazu beitragen – schließlich haben sie alle ein gemeinsames Ziel.

Peter Schwennecker

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