Der BVB will seinen Stil beibehalten

Heiß begehrt: Trotz des harten Trainings nimmt sich BVB-Jungstar Mario Götze Zeit für Autogrammwünsche der mitgereisten Dortmunder Fans. ▪
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Heiß begehrt: Trotz des harten Trainings nimmt sich BVB-Jungstar Mario Götze Zeit für Autogrammwünsche der mitgereisten Dortmunder Fans. ▪

BAD RAGAZ ▪ Zum Abschluss des Trainingslagers in Bad Ragaz zog Trainer Jürgen Klopp eine positive Bilanz. „Ich verlange die totale Verausgabung von meinen Spielern, und dieser Forderung sind sie nachgekommen“, so der Coach, dessen Ansage von allen Profis verstanden wurde. Von Jens Lederer

„Wir sind an unsere Grenzen gegangen, aber das musste sein, weil wir eine extrem kurze Vorbereitungsphase haben“, sagt Mario Götze, dem die Strapazen allerdings nicht anzusehen sind. „Hier war alles sehr professionell organisiert für den Trainingsbetrieb“, fand Sportdirektor Michael Zorc zum Abschluss des achttägigen Aufenthaltes in der Schweiz nur lobende Worte für die Gastgeber. Sie sorgten nicht nur für gute sportliche Bedingungen, auch wirtschaftlich hat sich die Fahrt in die Schweiz für die Borussen gelohnt, denn das Trainingslager konnte unter anderem durch die Testspiele komplett gegenfinanziert werden. Mit dem Spiel gegen Polonia Warschau am heutigen Abend endet für den deutschen Meister ein Trainingslager mit zumeist drei intensiven Trainingseinheiten pro Tag: Die Folge: Die Profis fielen in den ersten Tagen am Abend in ihre Hotelbetten. Mitte der Woche hatten sich die Fußballer jedoch an die verschärfte Gangart gewöhnt.„Ich fühle mich nach schwerem Start richtig frisch“, bilanzierte Nationalspieler Mats Hummels, der seinen Teamkollegen ein gutes Zeugnis ausstellt. Alle seien sehr gut präpariert aus dem Urlaub in den Trainingsbetrieb zurück gekehrt. Die Mannschaft freue sich schon heute auf die Dreifachbelastung Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal, sagt Hummels.

Auf diese Herausforderung sei der BVB durch das intensive Training und die hochkarätigen Testspiele bestens vorbereitet, meint Sportdirektor Michael Zorc. „Wir haben unseren Kader in der Spitze verbreitert. Denn man kann einen Spieler wie Nuri Sahin nicht 1:1 ersetzen“, sagt Zorc, der durch die Neuverpflichtungen vor allem im Mittelfeld für einen scharfen Wettbewerb sorgt. Unzufriedenheit dürfe jeder Spieler spüren, wenn er nicht regelmäßig zum Einsatz komme, nur das Ausleben dieser Unzufriedenheit sei nicht erlaubt. Sonst könne er Probleme bekommen, sind sich Trainer und Sportdirektor einig. Er könne nicht jede Woche jeden Akteur belohnen. Das sei eben so. Manch einer werde in der kommenden Saison Vierfach-Belastungen verkraften müssen. „Ich werde deshalb zwar nicht im klassischen Sinne rotieren, aber auf jeden Fall mehr Einsätze verteilen“, betont Jürgen Klopp, der wie Michael Zorc die Borussen nicht als den „typischen Titelverteidiger“ sieht. Für den Sportdirektor ist Rekordmeister FC Bayern München in der neuen Saison das Maß aller Dinge. „Die Bayern verstärken sich so gezielt, dass sie als die klare Nummer eins in die Saison gehen“, lautet die Vorhersage des Sportdirektors. Dieser Meinung schließt sich Trainer Jürgen Klopp an: „Alles andere wäre Wahnsinn, wenn man bedenkt, wie viel Geld dort investiert wird.“

Auf eine erfolgreiche Titelverteidigung und die Teilnahme an der Champions League angesprochen, wirkt der Sportdirektor entspannt. Michael Zorc ist nicht bereit, Druck aufzubauen. Dies gilt auch für die Vertragsverlängerung mit Shinji Kagawa und Lukasz Piszczek. „Wir verfallen nicht in blinden Aktionismus“, sagt der Sportdirektor, der die Personalkosten, die sich auf 40 Millionen Euro belaufen, nicht anheben will. „Auch wenn wir in der Champions League spielen, werden wir unseren Stil beibehalten“, wird der BVB laut Zorc nur dann die Unterschrift unter einen neuen Vertrag setzen, wenn die Vorstellungen von Kagawa und Piszczek mit denen der Vereinsführung übereinstimmen.

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