BVB will in Baku in die Gruppenphase einziehen

BAKU ▪ Es ist die längste Europacup-Reise in der Geschichte von Borussia Dortmund. 3 500 km Luftlinie legten die Westfalen gestern nach Aserbaidschan zurück, doch endgültiges Ziel ist die große europäische Fußball-Bühne.

Trotz eines komfortablen 4:0-Polsters aus dem ersten Play-off-Duell mit Qarabag Agdam um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League will der BVB vor dem Rückspiel (heute, 18 Uhr) in der Hauptstadt Baku am Kaspischen Meer von einem Betriebsausflug nichts wissen.

„Ich warne davor, das jetzt schon abzuhaken. Im Fußball kann viel passieren, und es gab auch schon Wunder. Wir wollen nicht so einem Wunder zum Opfer fallen“, sagte Kapitän Sebastian Kehl und auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der in der Gruppenphase mit einer Zusatzeinnahme von fünf Millionen Euro für weitere Investitionen in die Mannschaft rechnet, warnte schon nach dem Hinspiel: „Wir sind noch nicht durch.“

Vier Tage nach dem verpatzten Bundesligastart gegen Bayer Leverkusen (0:2) ist der erste Frust offenbar verflogen. „Wir hatten einfach einen schlechten Tag“, sagte Neven Subotic. Zugleich erstickte der 21 Jahre alte Innenverteidiger sämtliche Spekulationen über eine eventuelle Unlust auf die Strapazen des Trips im Keim. „Für viele von uns wäre das der größte internationale Erfolg, wenn wir in die Gruppenphase einziehen“, sagte der 21 Jahre alte Innenverteidiger, der sich wie seine Mannschaftskollegen noch immer darüber ärgert, dass man in Dortmund nach den vier Treffern in der ersten Halbzeit nach dem Wechsel nicht noch weitere nachgelegt hat.

„Wir müssen von Anfang an gegenhalten. Qarabag wird versuchen, die ersten Minuten Gas zu geben und ein frühes Tor zu machen“, sagt Mittelfeldspieler Nuri Sahin, „wir setzten jedoch alles daran, in Europa zu spielen. Sowohl für den Verein, als auch für die Stadt und die Spieler ist es wichtig, europäisch zu spielen. Wir wollen uns weiterentwickeln.“ Trainer Jürgen Klopp setzt in Baku auf die Motivation seiner Youngster, auf eine Wiedergutmachung für die Heimpleite gegen Leverkusen und eine Einstimmung auf das erste Auswärtsspiel der Saison am Sonntag beim VfB Stuttgart. „Wir haben unsere Fehler analysiert und sind auf alles gut vorbereitet“, sagt der 43-Jährige.

Das 167. Europacupspiel der Klubgeschichte bedurfte jedoch einer besonderen Vorbereitung, denn in der Unwissenheit um die Umstände im Staat im Südkaukasus, präparierte sich der BVB wie für ein kleines Trainingslager und wollte nichts dem Zufall überlassen. Ebenfalls im Gepäck ist jedoch auch der Ballast von drei Gelben Karten für Mats Hummels, Sven Bender und Subotic. Bei einer weiteren Verwarnung wären sie für das erste Gruppenspiel am 16. September gesperrt. Im Gegensatz zu Sperren, werden alle Gelben Karten nach den Play-offs gelöscht.

Etwa 250 Fans werden die Borussen heute Abend in Baku unterstützen. Livebilder oder Ausschnitte im Fernsehen gibt es allerdings nicht zu sehen. ▪ sid

Quelle: wa.de

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