Weidenfeller schwitzt für den Erfolg

Aktiv: BVB-Keeper Roman Weidenfeller.

Von Jens Lederer BAD RAGAZ - Schon am Vormittag klettert das Thermometer auf fast 30 Grad. Kein Grund für Jürgen Klopp, Trainer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, die Übungseinheit im Stadion Ri-Au zu reduzieren.

„Wir sind hier, um hart zu arbeiten, schließlich wollen wir gut vorbereitet in die Dreifachbelastung, Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League, gehen“, sagt Klopp, der zumeist dreimal am Tag trainieren lässt. Wie hart in Bad Ragaz gearbeitet wird, davon kann Torhüter Roman Weidenfeller ein Lied singen.

Der ganze Körper schmerze, weil der Platz bedingt durch die Hitze sehr stumpf sei. „Die Torhüter sind K.o. nach dem Training“, erzählt Weidenfeller, der sich mit Blick auf die neue Saison nicht zu weit aus dem Fenster lehnen will. Seine Mannschaft habe zwar die Qualität, den Titel zu verteidigen, aber Ziel der Borussen sei es, eine gute Rolle zu spielen und auf jeden Fall unter die besten fünf Teams in der Bundesliga zu kommen. Trotz Nachfrage lässt sich der Torhüter nicht zu einer Kampfansage an den Meisterschaftsfavoriten Bayern München hinreißen. „Wir wollen einfach nur tollen Fußball spielen“, sagt er. Dies soll auch ohne das Gehirn der Meister-Mannschaft, Mittelfeld-Ass Nuri Sahin, gelingen. Denn nach Einschätzung von Weidenfeller hat der türkische Nationalspieler, der jetzt seine Brötchen bei Real Madrid verdient, zwar großen Anteil daran, dass die Meisterschale in Dortmund unter Verschluss ist: „Dies gilt aber auch für die Spieler, die auf der Bank gesessen haben“, stellt der BVB-Kapitän der gesamten Meistermannschaft ein gutes Zeugnis aus, um dann auf die Neuerwerbung aus Nürnberg, Ilkay Gündogan, einzugehen, der Nuri Sahin beerben könnte. Ob der Mittelfeldspieler, der von den Franken zu Borussia Dortmund wechselte, sofort den Sprung in die Startelf schafft, hängt laut Weidenfeller davon ab, wie schnell er die Fußball-Philosophie von Jürgen Klopp verinnerlicht. „Alle neuen Spieler benötigen eine Eingewöhnungsphase. Ob sie wirklich eine Verstärkung für uns sind, zeigt sich, wenn sie unter Stress stehen und es um Punkte geht“, meint Weidenfeller, der nicht ohne Stolz auf den hervorragenden Charakter seiner Mannschaft verweist. Alle Spieler seien mit sehr guten Laktatwerten aus dem Urlaub auf das Trainingsgelände in Dortmund zurückgekehrt. „Deshalb war es nicht nötig, draufzuhauen.“ Derzeit konzentriert sich der Keeper in Bad Ragaz auf den Saisonstart und die Champions League, die für das junge BVB-Team Neuland ist. Bange machen gilt jedoch nicht. „Wir wollen eine Runde weiter kommen“, lautet die Devise von Kapitän Roman Weidenfeller. Dieser Wunsch wird sich allerdings sehr schwer realisieren lassen, wenn den Dortmundern zwei starke Mannschaften, wie beispielsweise Manchester United und Real Madrid in der Gruppenphase zugelost werden. „Wir werden die Auslosung gespannt am Fernsehen verfolgen“, sagt Roman Weidenfeller.

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