Watzke fordert: Ambitioniert, aber bescheiden

DORTMUND ▪ „Wir bleiben bescheiden, aber hoch ambitioniert.“ Noch auf dem offiziellen Bankett im Dortmunder U verkündete Hans-Joachim Watzke, der Vorsitzende der Geschäftsführung des BV Borussia, dass die Schwarz-Gelben ihren eingeschlagenen Weg auch nach dem siebten Meistertitel fortsetzen werden.

So tabu wie in der jetzt beendeten Saison das Wort Meisterschaft war, wird nun der Begriff Titelverteidigung auf der „schwarzen Liste“ der Verantwortlichen stehen. Denn das „Imperium“, so Watzke, dürfte in der kommenden Runde zurückschlagen. Wer Meister werden will, benötigt laut Watzke einen Etat von mindestens 60 Millionen Euro. Dass es der BVB dennoch geschafft hat, sei eine Ausnahme und eine außergwöhnliche Leistung dieser jungen Mannschaft. „Es ist nochmals schwieriger, den Erfolg zu konservieren und zu verstetigen“, rief er den Dortmunder Profis zu.

Immerhin wird die Teilnahme an der Champions League den Borussen in der kommenden Saison mindestens zusätzliche 20 Millionen Euro in die Kasse spülen. Nur ein kleiner Teil davon soll in die Mannschaft investiert werden, Priorität hat weiter der Abbau der Schulden. Der Etat wird lediglich von 35 auf 40 Millionen aufgestockt.

Vier Millionen wurden schon für die Verpflichtung des Nürnberger Mittelfeldspielers Ilkay Gündogan ausgegeben, der den zu Real Madrid wechselnden Nuri Sahin ersetzen soll. Zehn Millionen müssen die Königlichen für den türkischen Nationalspieler überweisen. Vielleicht ermöglicht diese Summe dem BVB auch noch den Transfer des offensiven Mittelfeldspielers Ivan Perisic. Der 22-jährige Kroate erzielte in der Saison in 46 Spielen 17 Tore für den FC Brügge. Da der Vertrag von Perisic noch bis 2015 läuft, fordern die Belgier fünf Millionen Euro als Ablösesumme. Nur „kleines Geld“  (200 000 Euro) müssen die Dortmunder für Linksfuß Chris Löwe vom FC Chemnitz ausgeben. Mittelfeld-Talent Moritz Leitner wurde bereits in der Winterpause vom TSV 1860 München geholt und an den FC Augsburg ausgeliehen. Er wird ebenso zum BVB kommen wie Außenverteidiger Julian Koch, der vom MSV Duisburg zurückkehrt, allerdings wegen eines Kreuzbandrisses bis zum Ende des Jahres ausfallen wird.

Das Gesicht der Dortmunder Bundesliga-Mannschaftwird sich kaum verändern. „Ich verstehe nicht, warum ein Team, das sich für die Königsklasse qualifiziert, nicht dort auch bestehen soll“, betonte Watzke, der weiter den jungen Talenten vertrauen will. Bisher stehen lediglich Nuri Sahin und Leonardo Dede als offizielle Abgänge fest. Vermutlich werden sich allerdings auch Markus Feulner, Florian Kringe und Daniel Ginczek nach einen neuen Verein umsehen, da sie beim BVB nicht zum Zuge kommen.

Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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