BVB wartet auf das Wunder gegen Marseille

Grund zur Freude schon vor dem Marseille-Spiel: Dortmunds Mario Götze soll in diesem Jahr die Auszeichnung zum besten Nachwuchsspieler unter 21 Jahren erhalten. ▪

DORTMUND ▪ An Wunder glaubt Jürgen Klopp eigentlich nicht. Der Trainer des Fußball-Bundesligisten sieht alles mehr von der realistischen Seite. Von Peter Schwennecker

Dennoch will er nichts unversucht lassen, mit seiner Mannschaft doch noch das Unmögliche zu schaffen und mit einem klaren Sieg im letzten Vorrundenspiel der Champions League gegen Olympique Marseille am Dienstag (20.45 Uhr/live bei Sky) das Überwintern auf internationale Bühne sichern.

Deshalb will der Coach, bevor er sich für eine Aufstellung entscheidet, sogar eine Art „Gesichtskontrolle“ bei seinen Profis durchführen. „Ich werde allen genau in die Augen schauen“, erklärt der Trainer. „Nur wer nicht müde ist und einen frischen Eindruck macht, und bei dem ich den festen Glauben erkennen kann, dass wir es doch noch schaffen können, wird spielen“, betont Klopp, der um zwei Akteure bangen muss. Kapitän Sebastian Kehl klagt nach einem Schlag auf die Hüfte ebenso über Rückenbeschwerden wie Moritz Leitner. Kehl würde sich sogar fitspritzen lassen, Leitner absolvierte bereits eine Trainingseinheit mit der Mannschaft. Fehlen wird neben Sven Bender und Neven Subotic auf jeden Fall der gelbgesperrte Marcel Schmelzer. Für ihn wird Chris Löwe sein Debüt in der Champions League geben.

Im Hurrastil wird die Borussia die Franzosen, gegen die es im Hinspiel trotz spielerischer Überlegenheit eine 0:3-Klatsche gab, nicht überrumpeln können. „Uns ist bewusst, dass wir unsere kleine Chance nur nutzen können, wenn wir bereit sind, Risiko zu gehen“, sagt Klopp. „Doch werden wir nicht wild drauf los stürmen, sondern müssen eine gewisse defensive Disziplin wahren.“ Denn in Marseille erwies sich das Team von Didier Deschamps als sehr konterstark, bestrafte den BVB für seine grenzenlose Naivität. „Seit der Partie bei Olympique sind wir stabiler geworden, die Mannschaft ist in der Lage, auf entsprechende Situationen besser zu reagieren“, sieht Klopp eine positive Entwicklung.

Die Borussia braucht auch die Unterstützung der Fans im ausverkauften Stadion. „Unsere Jungs und Mädels werden für eine Atmosphäre sorgen, von der auch in Marseille noch lange geredet wird“, verspricht der Fußball-Lehrer den Franzosen einen „heißen Tanz“. „Allerdings müssen wir geduldig sein und können nicht erwarten, dass jeder Schuss auf das Tor gleich ein Treffer sein wird“, sagt Klopp. „Erst einmal müssen wir mit dem 1:0 überhaupt den Grundstein für einen möglichen Sieg legen“, sagt Klopp. „Was am Ende herauskommt, werden wir dann sehen.“ Schließlich müssen für die Borussia, die zudem auf Hilfe von Arsenal London angewiesen ist, unheimlich viele positive Dinge zusammenkommen, um das Wunder zu schaffen. Aber Klopp wäre nicht Klopp, wenn er nicht ein Fünkchen Hoffnung verbreiten würde: „Diese Mannschaft ist dazu bereit, auch die letzte noch so kleine Chance zu nutzen!“

Quelle: wa.de

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