BVB verwandelt Steilvorlage der Bayern

Borussia Dortmund SC Freiburg
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Die Dortmunder Spaßgesellschaft feierte den deutlichen Erfolg gegen Freiburg ausgelassen.

DORTMUND - Zumindest eine Hand haben die Dortmunder schon ganz fest an der Schale. Der BV Borussia verwandelte gestern vor 80 720 Zuschauern (ausverkauft) die Steilvorlage der Münchner Bayern, die kurz zuvor Bayer Leverkusen mit 5:1 geschlagen hatten und den Schwarz-Gelben damit den Weg zum siebten deutschen Meistertitel ebneten.

Von Peter Schwennecker

Mit dem verdienten 3:0 (2:0)-Erfolg über den SC Freiburg baute der BVB den Vorsprung in der Fußball-Bundesliga auf den Verfolger wieder auf acht Punkte aus. Jetzt können die Dortmunder sogar schon am kommenden Samstag (18.30 Uhr) mit einem Sieg in Mönchengladbach bei einem gleichzeitigen Remis der Leverkusener gegen Hoffenheim am viertletzten Spieltag der Saison die Meisterschaft perfekt machen. Dank des erstklassigen Torverhältnisses reichen den Borussen ohnehin vier Punkte aus den letzten vier Begegnungen.

„Das war ein großer Schritt. Vor allem die Art und Weise, wie die Mannschaft diesen Sieg herausgespielt hat, war klasse“, freute sich BVB-Sportdirektor Michael Zorc. „Wir sind aber nicht durch, müssen noch ein, zwei Spiele gewinnen, doch das werden wir sicherlich tun.“ Immerhin sind die Borussen seit gestern Abend bereits direkt für die Champions League qualifiziert. „Das war für uns ein perfekter Ausgang dieses Super-Sonntags“, sagte Trainer Jürgen Klopp. „Die Mannschaft hat 90 Minuten konzentriert gespielt und Freiburg keine Chance gelassen.“ Der Spitzenreiter ging die Partie gegen die Freiburger nach dem Ergebnis aus München sehr gelassen an, spielte geduldig und wartete auf die Chancen. Und die wurden diesmal zumindest in der ersten Halbzeit entschlossen genutzt. Mario Götze gelang nach 23 Minuten nach guter Vorarbeit von Kevin Großkreutz das 1:0. Der BVB war auch danach drückend überlegen, obwohl Spielgestalter Nuri Sahin früh (27.) nach einem Foul von Mensur Mujdza mit einer Innenbanddehnung gegen Toni da Silva ausgewechselt werden musste. Was den Spielfluss der Dortmunder aber nicht bremste. Der Pole Robert Lewandowski, der Lucas Barrios (Muskelfaserriss) in der Sturmspitze gut vertrat, nutzte schließlich seine dritte gute Chance kurz vor der Pause (43.) nach einem schweren Fehler von Ömer Toprak zum 2:0.

Angesichts des klaren Vorsprungs wurde der zweite Durchgang für die Dortmunder gegen sehr harmlose Freiburger zum Schaulaufen. Immerhin gelang Großkreutz nach Zuspiel von Götze noch das 3:0 (78.). Doch der emotionalste Moment der Partie spielte sich vier Minuten später ab, als BVB-Trainer Klopp Publikumsliebling Leonardo Dede für Götze einwechselte. Dede, der die Borussia nach 13 Jahren am Ende der Saison verlassen wird, wurde danach bei jeder Aktion von den Anhängern frenetisch gefeiert. „Diese Fans, diese Mannschaft und dieser Trainer haben den Titel einfach verdient“, war Dede nach dem Schlusspfiff den Tränen nahe. Zu diesem Zeitpunkt brachen auf den Rängen alle Dämme. „Was hier abgeht, ist einmalig in Deutschland, in Europa und auf der ganzen Welt“, strahlte Verteidiger Mats Hummels. „Wir wollen das in den nächsten Wochen genießen und mit weiteren Siegen das Unternehmen Meisterschaft zum erfolgreichen Ende bringen.“ Woran nach dem Auftritt gegen den SC Freiburg wohl kaum noch Zweifel bestehen.

Vielmehr beschäftigte die Fans das Thema Nuri Sahin, der angeblich von Real Madrid umworben wird. „Mit Nuri in die Champions League“ stand auf einem Plakat auf der Südtribüne. „Wir befassen uns derzeit mit dem Thema überhaupt nicht“, wehrte Klopp alle Spekulationen um Sahin ab.

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