Der BVB versagt vor dem Schalker Tor

GELSENKIRCHEN ▪ Sie hatten gewirbelt wie in den meisten Spielen der vergangenen Meister-Saison. Sie hatten den FC Schalke 04 von einer Bedrängnis in die nächste gestürzt.

Nur das Wichtigste im Fußball, das Toreschießen, das hatte Borussia Dortmund am Samstag im Finale des Supercups komplett und auf fahrlässe Weise vergessen. „Es zählen zwei Dinge: Erstens muss man gewinnen, und zweitens sollte man idealerweise noch gut Fußball spielen. Das eine ist uns gar nicht gelungen, das andere sehr gut“, bilanzierte BVB-Trainer Jürgen Klopp nach 90 einseitigen Minuten, in denen phasenweise in spielerischer Hinsicht Welten zwischen dem Deutschen Meister und dem Pokalsieger lagen. Dass am Ende die Schalker jubelten, störte die Dortmunder daher gewaltig. „Ich glaube, der Sieg von Schalke ist unverdient. Wie viele hundertprozentige Chancen wir vergeben haben, habe ich lange nicht erlebt“, meinte Borussia-Neuzugang Ilkay Gündogan. Und der Ur-Dortmunder Kevin Großkreutz, der von den S04-Fans pausenlos ausgepfiffen wurde, fügte sichtlich angesäuert hinzu: „Ich freue mich jetzt umso mehr auf die beiden Spiele in der Meisterschaft. Wir waren die haushoch überlegene Mannschaft.“

Doch entweder scheiterten die Schwarz-Gelben am überragenden Ralf Fährmann, trafen nur den Pfosten wie Sebastian Kehl (5.) oder zielten freistehend am S04-Gehäuse vorbei wie Chris Löwe (26.), Robert Lewandowski (47.) und Shinji Kagawa (85.). „Das war ein sehr wichtiges Spiel für uns, denn wir wollten unbedingt den Pokal holen, gerade auf Schalke“, ärgerte sich Kapitän Sebastian Kehl. „Wir hätten mindestens ein oder zwei Tore schießen müssen.“ Dennoch strahlten die Dortmunder große Zuversicht aus, dass sie auf einem guten Weg sind und eine ähnlich starke Saison spielen können wie im vergangenen Jahr. „Wenn man fünf oder sechs hochkarätige Chancen nicht nutzt, darf man sich nicht wundern. Aber wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft und haben sehenswerten Fußball gezeigt“, sagte Manager Michael Zorc.

Das Schalker Team dagegen konnte nur wenig Selbstvertrauen für die neue Spielzeit tanken. Lediglich ein Kopfball von Benedikt Höwedes über das Tor (16.) und ein Schuss von Jan Moravek, den BVB-Keeper Roman Weidenfeller per Fußabwehr entschärfte (74.), sorgten ansatzweise für Gefahr. Ansonsten waren die Blau-Weißen meist nur staunendes Beiwerk des Dortmunder Kombinationsfußballs. „Der BVB war auf einem sehr guten Niveau“, staunte sogar S04-Manager Horst Heldt. „Wir müssen noch etwas drauflegen.“ Trainer Ralf Rangnick freute sich daher vor allem über die Tatsache, dass seine Mannschaft am Ende den Pokal in die Höhe stemmen durfte: „Dass wir gewonnen haben, ist gut für die Moral der Mannschaft und für die Fans.“ ▪ –pad–

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