BVB verpasst nach Niederlage in Frankfurt die Hinrunden-Krönung

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Lucas Barrios ließ unmittelbar vor dem Frankfurter Siegtreffer eine Riesenchance für den BVB aus.

FRANKFURT J Die Krönung einer fulminanten Hinrunde blieb den Himmelsstürmern von Borussia Dortmund zwar verwehrt, der ausgelassenen Stimmung auf der Weihnachtsfeier tat dies jedoch keinen Abbruch. Frohnatur Jürgen Klopp höchstpersönlich befahl seiner jungen Rasselbande trotz des verpassten Hinrunden-Rekordes gute Laune. - Von Lars Reinefeld

„Ich wäre doch mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn ich nicht erkennen würde, dass wir eine hervorragende Hinrunde gespielt haben“, sagte der BVB-Trainer nach der 0:1 (0:0)-Niederlage am Samstag bei Eintracht Frankfurt. Ein mickriges Pünktchen fehlte der Borussia, um die Hinserien-Bestmarke des FC Bayern München aus der Saison 2005/2006 zu knacken, weil Frankfurts Top-Torjäger Theofanis Gekas drei Minuten vor dem Ende sein 14. Saisontor erzielte.

Der Grieche geht damit als treffsicherster Stürmer der Liga in die Winterpause – dass er nicht in Dortmund spielt, ist da schon verwunderlich. Schließlich hat der BVB ansonsten alle Höchstwerte auf sich vereint. Bester Angriff (39 Treffer), sicherste Abwehr (10), die meisten Siege (14), die wenigsten Niederlagen (2) – die Dortmunder Bilanz liest sich trotz des Rückschlages in Frankfurt meisterlich. Mit formidablen 43 Zählern thronen die Schwarz-Gelben über der Liga.

„Natürlich sind wir heute enttäuscht, insgesamt haben wir aber eine sehr erfolgreiche und lehrreiche Hinrunde gespielt, in der es sehr viele Highlights gab“, fasste Mittelfeldstratege Nuri Sahin die ersten 17 Bundesliga-Auftritte der Saison zusammen. „Wir wollten hier punkten, um mit einem guten Gefühl in die Winterpause zu gehen. Aber auch so können wir, denke ich, sehr zufrieden sein“, fügte Jung-Nationalspieler Marcel Schmelzer hinzu.

Zusammen mit Mats Hummels, Kevin Großkreutz, Mario Götze und dem Japaner Shinji Kagawa gehören die beiden zu den Senkrechtstartern in der besten ersten Saisonhälfte der Dortmunder Club-Historie. Am Samstag wirkten die Jungspunde drei Tage nach dem bitteren Europa-League-Aus beim FC Sevilla aber allesamt ein bisschen müde. Sahin hatte ein wenig „Substanzverlust“ ausgemacht, Torhüter Roman Weidenfeller verwies zudem auf „Störfeuer“, die in der vergangenen Woche vom derzeit weit abgeschlagenen Branchenprimus aus München zu vernehmen waren.

Das alles und ein Geniestreich von Gekas führten zur zweiten Saisonniederlage, auch weil Lucas Barrios eine Minute vor dem Treffer des Griechen die große Chance zur Führung vergeben hatte. „Wir haben heute keine herausragende Leistung gezeigt, wie bislang so oft in dieser Saison, daher war der Sieg der Eintracht nicht unverdient“, meinte Klopp.

An der positiven Zwischenbilanz änderte dieser Rückschlag indes nichts. „Wir haben jetzt unsere Weihnachtsfeier, am Sonntag noch einmal eine kleine Sitzung und wer dann immer noch schlecht drauf ist, der hat mir das ganze Jahr nicht zugehört“, meinte der Dortmunder Trainer.

Ausgelassene Stimmung herrschte auch bei den Frankfurtern. Mit einer Notelf hatten sie den Herbstmeister besiegt und die Hinserie so mit 26 Punkten auf Platz sieben beendet. „Das hätte ich nach den ersten fünf Spieltagen nicht für möglich gehalten“, meinte Eintracht-Coach Michael Skibbe. - dpa

Quelle: wa.de

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