„Unsere kleine Weltmeisterschaft“

Jürgen Klopp Dortmund BVB 09
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Da ging er steil: Jürgen Klopp (rechts) nach dem Ausgleich.

HAMBURG - Obwohl Borussia Dortmund im Spitzenspiel des 29. Spieltages erst in der 92. Minute durch einen vehementen Schuss des in der 62. Minute für Lewandoswki eingewechselten Jakub Blaszczykowski der Ausgleich gegen den Hamburger SV gelang, strotzt das Team von Trainer Jürgen Klopp vor Selbstbewusstsein.

Von Jens Lederer

„Dies ist unsere kleine Weltmeisterschaft. Das Ding lassen wir uns nicht mehr nehmen. Uns kriegt keiner mehr“, verkündete BVB-Spielmacher Nuri Sahin, der ebenso wie seine Teamkollegen in der ersten Halbzeit mit ansehen musste, wie Ruud van Nistelrooy in der 39. Minute die Norddeutschen per Elfmeter mit 1:0 in Front schoss. Zuvor hatte Mats Hummels den Ex-Dortmunder Mladen Petric im Strafraum zu Boden gestreckt.

Die Führung des HSV, der mit breiter Brust in diese Partie gegangen war, weil die Borussen seit fünf Jahren nicht mehr in Hamburg hatten punkten können, war verdient. „Wir haben in den ersten 45 Minuten die Konsequenz vermissen lassen und sind deshalb nicht zum Abschluss gekommen“, übte Sportdirektor Michael Zorc verhaltene Kritik.

Diesen Schuh muss sich vor allem die Doppel-Sechs, Nuri Sahin und Sven Bender, anziehen. Ihnen war es nämlich nicht gelungen, das Mittelfeld zu dominieren, oder mit einem klugen Pass in die Tiefe Lucas Barrios in Szene zu setzen. Dennoch besaß der BVB-Torjäger gute Chancen, den Ball im HSV-Gehäuse unterzubringen. „Beide Male war Barrios nicht im Abseits“, war Trainer Jürgen Klopp anderer Meinung als das Schiedsrichtergespann mit Peter Gagelmann an der Spitze, das Lucas Barrios fälschlicherweise zurückpfiff. Wer jedoch gedacht hat, Klopp würde nach Spielschluss den guten Tormöglichkeiten nachtrauern, sah sich getäuscht. „Für mich zählt nur die Leistung und nicht vorrangig das Ergebnis, das habe ich meiner Mannschaft auch in der Halbzeit gesagt. Anschließend haben wir einen tollen Fußball gespielt und uns mit dem späten Ausgleich durch Kuba belohnt. Deshalb fahren wir zufrieden nach Hause“, bilanzierte Jürgen Klopp, der mit Pressesprecher Josef Schneck von einem Kamerateam zum anderen hasten musste. Erst als alle Spieler im Bus auf die Abfahrt warteten, gelang es Schneck, den fleißigen Trainer „einzukassieren“.

Dies wäre den Dortmundern im zweiten Durchgang und nach der gelb-roten Karte für Änis Ben-Hatira (78. Min.) fast auch mit dem HSV gelungen. Denn im Gegensatz zur ersten Halbzeit nahm Nuri Sahin jetzt das Heft in die Hand. Anstatt sein Spiel in der eigenen Hälfte anzulegen, übte er nach der Pause enormen Druck auf das Hamburger Tor aus, zwischen dessen Pfosten mit Frank Rost allerdings ein Meister seines Fachs stand. Er gab sich erst geschlagen, als Kuba den Ball kurz vor dem Schlusspfiff in die Maschen drosch. „Kuba ist für unsere Mannschaft enorm wichtig, weil er als Ergänzungsspieler sehr schnell im Spiel ist“, strahlte Klopp, der eigentlich nur auf seine Mannschaft schaut, aber in Hamburg eine Ausnahme machte. „Es bleibt spannend, denn Bayer Leverkusen spielt sehr konstant. Die gewinnen am Samstag auch gegen Bayern München“, orakelte der BVB-Coach, der hofft, dass Lucas Barrios im Heimspiel gegen den FC Freiburg wieder fit ist. Der erfolgreichste Torschütze des Tabellenführers musste in der 74. Minute ausgewechselt werden. Bei seinem Lattentreffer hatte er sich eine Muskelzerrung zugezogen. Für ihn kam Mohamed Zidan, der allerdings keine Akzente setzen konnte. Ganz anders Patrick Owomoyela und Kuba, die in Kooperation mit dem abermals in der Offensive sehr starkem Mario Götze die HSV-Abwehr auf Trab hielt. Der Jungspund konnte seine Chancen allerdings nicht in Tore ummünzen.

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