BVB stellt mit sieben Auswärtssiegen in Folge neuen Rekord auf

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Beim ersten Gegentor machte BVB-Keeper Roman Weidenfeller keine gute Figur.

FREIBURG - So spielt eine Meistermannschaft. Borussia Dortmund lag beim SC Freiburg noch 15 Minuten vor Schluss hinten, wurde von einem bärenstarken Gegner in größte Schwierigkeiten gebracht, aber am Ende gewann der Tabellenführer dieses dramatische und energiegeladene Spitzenspiel noch mit 2:1 (0:1).

Dass in Punkten und Zahlen ausgedrückt vieles für die Borussia spricht, war schon vor diesem Samstag so. Jetzt ist sie in der Fußball-Bundesliga bereits zwölf Spiele unbesiegt, hat 14 Punkte mehr als Bayern München und durch den späten Doppelschlag von Robert Lewandowski (75. Minute) und Mensur Mujdza (78./Eigentor) auch noch einen Ligarekord aufgestellt: Sieben Auswärtsspiele in Serie gewann vor dem BVB noch keine Mannschaft.

„Das ist eine herausragende Leistung“, meinte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Dass die Dortmunder eine große Leidenschaft mitbringen und einen kaum zu stillenden Hunger auf Erfolg haben, ist bekannt. Nach dem Sieg in Freiburg empfingen die mitgereisten Fans ihre Spieler wie Popstars am abfahrbereiten Mannschaftsbus. „Deutscher Meister wird nur der BVB“, sangen sie, dieses 2:1 war neben den Erfolgen gegen die Bayern und Schalke wohl der emotionalste Sieg der Saison.

Neu war daran allerdings, dass die Borussen dafür eine ziemlich schmerzhafte, auf lange Sicht aber auch wertvolle Erfahrung machen mussten. „Die Jungs sind in der ersten Halbzeit der Fehleinschätzung erlegen, dass es auch mit weniger Einsatz reichen könnte“, sagte Trainer Jürgen Klopp. Diesen ersten Anflug von Überheblichkeit habe er ihnen nach 45 Minuten, in denen der BVB durch ein Eigentor von Mats Hummels (26.) mit 0:1 zurücklag und von den starken Freiburgern regelrecht die Luft zum Atmen genommen bekam, aber ausgetrieben.

„Der Trainer hat die richtigen Worte gefunden, wir sind ja nicht zimperlich“, meinte Hummels. „Die zweite Halbzeit war definitiv die richtige Reaktion.“ Oder wie es Neven Subotic ausdrückte: „Nach der Pause waren wir WIR. In der ersten Hälfte noch nicht.“ Dieses „Wir“ stand auch in Freiburg für ein höllisches Tempo und einen kaum zu erschütternden Glauben an die eigenen Stärken. Aber auch in ihrer Zurückhaltung blieben die Dortmunder sich treu: Das Wort Meisterschaft nahm niemand von ihnen in den Mund.

Neben dem Siegtor erledigte auch das der Gegner für sie: „Wenn die so weiterspielen, wird es schwer, sie da oben wegzukriegen“, sagte Freiburgs Oliver Barth. Genau wie alle anderen beim SC schwankte er nach 90 brodelnden Minuten zwischen Enttäuschung und Stolz. Trainer Robin Dutt sprach sogar von der „besten Halbzeit der Saison“, in der die Freiburger mit großer Laufbereitschaft und Aggressivität wie eine bessere Kopie des Dortmunder Originals wirkten. „Es ist ärgerlich, dass wir nach so einem Spiel leer ausgehen“, meinte Barth. Die passende Reaktion kam von den Zuschauern, denn als die Freiburger das Feld wurde auch sie wie Sieger gefeiert. - dpa

Quelle: wa.de

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