Starker BVB lässt in Stuttgart zwei Punkte liegen

Stuttgarts Torhüter Sven Ulreich (unten) wehrt einen Ball des Dortmunders Neven Subotic ab. ▪

STUTTGART ▪ Kein Klagen, kein Lamentieren, nur ein bisschen Unzufriedenheit. Der Sieg beim VfB Stuttgart glitt Borussia Dortmund zwar durch die Hände und der Abstand auf Bayern München wuchs, doch nicht einmal der nicht gegebene Elfmeter nach einem klaren Foul an Mario Götze brachte den Deutschen Meister so richtig in Rage.

„In solchen Situationen ist in der Geschichte des Fußballs schon sehr, sehr oft gepfiffen worden“, sagte Trainer Jürgen Klopp nach dem 1:1 (1:1) und 90 aufregenden Minuten – er lächelte dabei. Überhaupt hatte Klopp gute Laune nach einem der besten Spiele, das die Bundesliga in dieser Saison erlebt hat. Seine Elf hat die gute Form bestätigt, ist sozusagen in der Spur geblieben. Obwohl der BVB eine Reihe an Chancen ausließ und seinen Status als erster Jäger der Bayern verspielt hatte, resümierte der Coach: „Man horcht ja nach dem Spiel in sich hinein und diesmal muss ich sagen, dass ich wirklich zufrieden bin“.

Einen Seitenhieb zum Umgang der Schiedsrichter mit Supertalent Götze konnte er sich aber doch nicht ganz verkneifen. Er werde ungerecht behandelt, so der Tenor seines Trainers. „Gegen Götze kannst du fast machen, was du willst“, sagte Klopp. Zu wenige Situationen würden für den Nationalspieler entschieden, der Elfmeter bildete da nach seiner Ansicht keine Ausnahme. Götze selbst sagte dazu nichts.

Dagegen war zwar BVB-Boss Hans-Joachim Watzke etwas drastischer in seiner Wortwahl, doch auch seine Stimme bebte nicht, als er Schiedsrichter Manuel Gräfe kritisierte. „Er ist in meinen Augen einer der besten deutschen Schiedsrichter, aber heute war er eine Katastrophe. Das war ein unfassbar klarer Elfmeter“, sagte Watzke. Vielmehr war er ebenso angesteckt von der Leistung beider Teams. „Das war anstrengend und unheimlich intensiv. Ich bin nass geschwitzt, Kompliment an beide Mannschaften“, sagte Watzke.

Und trotz des Remis hatten auch die Spieler großen Spaß. „Das war das geilste Spiel bisher“, sagte Neven Subotic, der selbst kurz vor Schluss das Siegtor hätte erzielen können. Ebenso wie der wiedererstarkte Shinji Kagawa, der allein vor VfB-Keeper Sven Ulreich versagte. „Ich persönlich muss das Tor machen, das hat mich gewurmt. Diese Chance muss man nutzen“, sagte er. Stattdessen blieb es bei den Treffern von Serdar Tasci (22.), der die gegentorlose Zeit des BVB nach 348 Minuten beendete, und dem Ausgleich von Lukasz Piszczek in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Was aber Klopp außerdem positiv stimmte, war die Intensität, Leidenschaft und der Siegeswille, mit dem seine Spieler agierten.

Quelle: wa.de

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