Spielverderber Barrios

BURGHAUSEN ▪ Mario Basler zeterte, schrie und schimpfte wie zu seinen besten Zeiten als Profi – aber am Ende hieß es doch: „Game over“ für „Super Mario“. Der Ex-Nationalspieler „feierte“ beim 0:3 (0:2) in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund einen missratenen Einstand bei seinem neuen Klub Wacker Burghausen.

Dass Basler nach der Pleite auch noch eine von einem Windstoß umgewehte Werbetafel von hinten in die Beine „grätschte“, machte den verunglückten Nachmittag perfekt. Doch Basler nahm's mit Humor. „Ein bisschen Muskulatur habe ich da ja noch“, sagte er lachend mit Blick auf seine linke Wade, wo die Tafel eingeschlagen war. Und auch durch die verdiente Niederlage ließ er sich seine Laune nicht verderben. „Nach drei Trainingseinheiten kann man nicht viel erreichen. Aber die Mannschaft hat schon ein ganz anderes Gesicht gezeigt und großes Potenzial“, sagte er. Der 41-Jährige war am Mittwoch für den entlassenen Jürgen Press zum Vorletzten der 3. Liga gekommen – Wunderdinge erwarteten nicht einmal die größten Wacker-Fans von dem früheren Fußball-Exzentriker. Dennoch hatten manche auf eine Überraschung gehofft. Denn sie erinnerten sich an Baslers Pokal-Lauf mit dessen letztem Arbeitgeber Eintracht Trier. Mit dem Regionalligisten war Basler im Vorjahr ins Achtelfinale gestürmt – diesmal war sofort Schluss.

Lucas Barrios, der bei der Borussia das Duell um den einzigen Platz im Angriff mit Zugang Robert Lewandowski wohl gewonnen hat, zerstörte den Traum von einem Coup schon in der vierten Minute mit seinem Kopfballtor. Neven Subotic (13.) und der später wegen einer Rippenprellung nur noch unrund laufende Kevin Großkreutz (48.) machten für den BVB vor 10 000 Zuschauern in der ausverkauften Wacker-Arena alles klar und sorgten für das nötige Selbstvertrauen im Hinblick auf Donnerstag, wenn der BVB gegen Qarabag Agdam aus Aserbaidschan auf die europäische Bühne zurückkehrt.

Das Hinspiel in den Play-offs für die Europa League nannte Klub-Boss Hans-Joachim Watzke „äußerst wichtig, weil wir dauerhaft in Europa präsent sein wollen“. Die Form jedenfalls stimmt, Trainer Jürgen Klopp sah seine Mannschaft „nie gefährdet“. Besonders Zugang Shinji Kagawa zeigte sich bereits stark, der Pole Lewandowski dagegen bewirkte nach seiner Einwechslung (56.) in einer nun lustloseren Elf nicht mehr viel. „Es geht sicher deutlich mehr. Wir müssen in allen Bereichen dazulernen“, sagte BVB-Kapitän Sebastian Kehl eine Woche vor dem Ligastart. ▪ sid

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare