Europa-Euphorie vor BVB-Spiel beim Schlusslicht

DORTMUND ▪ Die Euphorie im Umfeld ist groß. Erst das unerwartete 3:0 gegen Bayer Leverkusen, jetzt auch noch der Einzug des Tabellennachbarn Werder Bremen ins Pokalfinale – die Chancen des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, in der kommenden Saison wieder international zu spielen, steigen von Woche zu Woche.

Dank des Bremer Pokaltriumphs wird jetzt vermutlich schon der sechste Platz reichen. Doch Jürgen Klopp wehrt derzeit alle voreiligen Glückwünsche ab: „Wir waren in diesem Wettbewerb nicht mehr dabei, dennoch war das Resultat positiv für uns. Das hilft uns vielleicht am Saisonende, aktuell aber nicht“, wettert der BVB-Trainer. „Was da momentan geschrieben oder geredet wird, ist großer Unsinn. Mit 48 Punkten ist noch keine Mannschaft in die Europa League eingezogen. Wir sollten weiter von Spiel zu Spiel sehen.“

Denn das nächste morgen (15.30 Uhr) bei Hertha BSC wird schon schwer genug, auch wenn es nur zum Tabellenletzten geht, der im Olympiastadion erst einen Heimsieg erringen konnte. Der sensationelle 5:1-Erfolg der Berliner am vergangenen Wochenende beim noch amtierenden Deutschen Meister VfL Wolfsburg spielt Klopp genau in die Karten: „Dieses Resultat hat alle Sinne geschärft“, betont der 42-Jährige und nimmt den Gegner sehr ernst. „Für die Berliner geht es um die vielleicht letzte Chance, noch einmal heranzukommen“, erwartet er einen heißen Kampf vor großer Kulisse. Der BVB rechnet damit, dass morgen zwischen 12 000 und 15 000 Anhänger die Borussia unterstützen werden. „Das ist großartig“, versichert Klopp, „können wir aber auch gut gebrauchen.“ Über die Hertha spricht er mit großem Respekt. „Für Berlin ist in der Hinrunde manches sehr unglücklich gelaufen, dann kommt die Nervenbelastung noch dazu“, sagt der Fußball-Lehrer. „Doch in der Winterpause wurde die Mannschaft enorm verstärkt, hat spielerisch deutlich an Klasse und zuletzt auch wieder an Lockerheit gewonnen.“

Dem kann aber auch die Dortmunder Borussia am Wochenende Ansprechendes entgegensetzen. „Wir stellen eine gute Truppe“, verspricht der Trainer. Verzichten muss der BVB in Berlin lediglich auf die Rekonvaleszenten Mats Hummels, Damien Le Tallec und Tinga sowie auf Nelson Valdez (Muskelfaserriss). Das Mitwirken von Torjäger Lucas Barrios und Patrick Owomoyela ist dagegen nicht gefährdet, obwohl beide derzeit wegen muskulärer Probleme nur ein eingeschränktes Übungsprogramm absolvieren können. „Beim Abschlusstraining werden sie wieder dabei sein“, versichert Klopp. „Ihr Einsatz ist sicher.“ Gegenüber der Begegnung mit Leverkusen wird es eine Umstellung in der Startelf geben. Nuri Sahin kehrt nach der Gelbsperre in die Mannschaft zurück. Tamas Hajnal muss trotz guter Leistung gegen Bayer zunächst wieder auf der Bank Platz nehmen.

Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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