Schwacher Auftritt gegen Piräus: BVB Dortmund droht frühes Aus

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Ein bitterer Abend in Griechenland: Während Piräus – wie hier nach dem Tor von Jose Holebas – jubelt, liegt der BVB am Boden.

PIRÄUS - „Fehler“, so erklärte ein enttäuschter Mats Hummels, werden in der Champions League brutal hart bestraft.“ Und damit lieferte der Innenverteidiger der Dortmunder Borussia gleich die Begründung mit, warum der Deutsche Meister in der Königsklasse kein Land sieht und deshalb vermutlich nicht unter den besten Teams Europas überwintern wird.

Denn nach der 3:1 (2:1)-Niederlage vor 33 334 Zuschauern im ausverkauften Karaiskakis-Stadion bei Olympiakos Piräus besitzt der BVB als Gruppenletzter kaum noch Chancen, das Achtelfinale des lukrativen Wettbewerbs zu erreichen. Jetzt kann eigentlich nur noch die Europaleague das Ziel sein. Doch dazu müssen die Schwarz-Gelben in zwei Wochen die Griechen im Rückspiel unbedingt bezwingen.

Mit einer sehr offensiven Ausrichtung hatte Trainer Jürgen Klopp sein Team, das nach drei Bundesliga-siegen in Folge eigentlich mit viel Selbstvertrauen nach Piräus gereist war, in diese so richtungweisende Partie geschickt. Denn neben Ivan Perisic, Robert Lewandowski und Mario Götze waren auch Shinji Kagawa und Ilkay Gündogan von Beginn an dabei. Kagawa besaß nach fünf Minuten nach Vorarbeit von Lewandowski auch die große Chancen zur Dortmunder Führung, zielte aber über das Gehäuse der Griechen, die gleich ihren ersten konstruktiven Angriff zum 1:0 nutzen. Wie schon in Marseille hatte die Dortmunder Innenverteidigung gepatzt. Hummels tauchte unter der Linksflanke von Ivan Marcona durch, und auch Marcel Schmelzer war hinter Jose Holebas schlecht postiert, so dass dieser unbehindert einköpfte.Der BVB benötigte ein lange Zeit, um sich von diesem Schock zu erholen, bekam aber die Partie immer besser in den Griff. Verdienter Lohn war der 1:1-Ausgleich durch den starken Lewandowski (26.) nach Vorarbeit von Götze. Doch ein Fehler von Neven Subotic, der sich im Strafraum auf engstem Raum von Rafik Djebbour austanzen ließ, warf die Borussia erneut aus der Bahn und führte zum 2:1 (40.) für Olympiakos, das Sekunden vor der Pause fast noch das dritte Tor erzielt hätte, doch Djebbour schoss beim zweiten Versuch aus kurzer Distanz knapp vorbei.

Auch nach dem Seitenwechsel fand der Bundesligist kein Mittel, Druck auf das Tor der Griechen zu entwickeln. Klopp reagierte und verhalf dem jungen Moritz Leitner zu seinem Champions-League-Debüt. Er kam für den enttäuschenden Ilkay Gündogan. Später (67.) wechselte der BVB-Trainer auch noch Jakub Blaszczykowski für Kagawa ein. Fast wäre dem Polen gleich mit seinem ersten Ballkontakt der Ausgleich gelungen, doch er zielte 18 Sekunden nach seiner Einwechslung freistehend aus 18 Metern vorbei. Zuvor hatten die Gastgeber (62.) eine Riesenkopfball-Möglichkeit durch Francois Modesto ausgelassen. Ein richtiges Aufbäumen war bei der Borussia im zweiten Durchgang nicht zu erkennen. Vielmehr kassierten die paralisierten Dortmunder in der 78. Minute sogar noch das 3:1 durch den Kopfball von Modesto.

Stimmen zum Spiel

Michael Zorc: Wir haben direkt mit dem ersten Angriff der Griechen das 0:1 kassiert. Aber auch danach kam der Gegner zu einfach zu seinen Torchancen. Hinten müssen wir einfach viel stabiler stehen, in der Defensive haben wir die wichtigen Zweikämpfe nicht gewonnen.

Marcel Schmelzer: Wir haben eigentlich sehr guten Fußball gespielt. Aber so viele individuelle Fehler dürfen nicht passieren, daran müssen wir arbeiten. Beim zweiten Gegentor schlafe ich, das tut mir Leid. Wir haben gut gekämpft und hätten mehr verdient.

Jürgen Klopp: Das ist sehr ernüchternd. Vor allem von der Art her. Das war zu wenig Konzentration in den entscheidenden Momenten. Fakt ist, dass wir viel Ballbesitz hatten und torgefährlich waren. Aber die Gegentore und dann noch drei an der Zahl darf man nicht kassieren.

Quelle: wa.de

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