BVB scheitert am „Monster“

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MAINZ ▪ Das große Wiedersehen im Bruchweg-Stadion des FSV Mainz 05 hatten sich Jürgen Klopp und seine Borussen aus Dortmund anders vorgestellt. Obwohl sehr gut vorbereitet, wie der Trainer verkündet hatte, kassierten die Schwarz-Gelben eine 0:1 (0:1)-Niederlage, die der Torschütze Adam Szalai bereits in der 29. Minute besiegelte. Denn nach der Führung des Aufsteigers, der erstmals in seiner Vereinsgeschichte 31 Heimpunkte verbuchte, offenbarte Borussia Dortmund wieder einmal seine eklatante Schwäche: den Spielaufbau gegen einen sehr defensiv ausgerichteten Gegner. Von Jens Lederer

Mit hohen Bällen, die von rechts und links in den Strafraum der „Nullfünfer“ segelten, versuchten die Schwarzgelben, die es in den ersten 25 Minuten versäumt hatten, durch Lucas Barrios in Führung zu gehen, die Abwehr des FSV Mainz 05 auszuhebeln. Dazu kam es aber nicht, obwohl es die Dortmunder auf 69 Prozent Ballkontakte brachten. „Die haben da hinten ein Monster drin“, sagte der Ex-Mainzer Neven Subotic und meinte damit den überragenden Abwehr-Chef des FSV, Nikolce Noveski. Er und Bo Svensson beherrschten den Luftraum und besaßen mit ganz wenigen Ausnahmen in der ersten Halbzeit kein Problem mit dem harm- und einfallslosen Offensivspiel des Tabellenvierten.

Dass die Dortmunder keinen Druck auf das Gehäuse von FSV-Keeper Heinz Müller ausübten, lag vor allem an den Mittelfeldakteuren. Denn weder Nuri Sahin noch Mohamed Zidan schafften es, die Zweikämpfe für sich zu entscheiden und Struktur in das Spiel ihrer Mannschaft zu bringen. Dies galt auch für den polnischen Nationalspieler Jakub Blaszczykowski. „Wir haben zu viele Bälle nicht zum eigenen Mann gebracht“, kritisierte Marcel Schmelzer, der nach seiner fünften Gelben Karte, die er für unberechtigt hielt, gegen Hoffenheim fehlen wird.

Dass sich der FSV Mainz als Stolperstein auf dem Weg in die Champions League erweisen könnte, daran hatten die Borussen vor der Partie keinen Gedanken verschwendet. Dies galt vor allem für Neven Subotic, der ebenso wie Trainer Jürgen Klopp, dessen rechte Hand Zeljko Buvac, Mohamed Zidan und Markus Feulner vom FSV Mainz zu Borussia Dortmund gewechselt war. „Wir haben die große Chance verpasst, durch einen Sieg den Endspurt für die letzten Spiele einzuleiten“, klagte Subotic, der am Samstag wesentlich stärker spielte als sein Nebenmann Mats Hummels. Der ließ sich nicht nur beim Siegtreffer des FSV von Adam Szalai austanzen. Auch Aristide Bance, der nach seiner Sperre wieder in die Mannschaft zurückgekehrt war, ließ den BVB-Innenverteidiger mehrfach schlecht aussehen. „So etwas wie beim 1:0 für Mainz, das darf mir nicht passieren“, übte der U 21-Nationalspieler Selbstkritik.

Jürgen Klopp spannte nicht nur den Schutzschirm über dem Innenverteidiger auf, sondern über seinem gesamten Team. „Die Mannschaft hat einen guten Job gemacht und deshalb tut sie mir Leid“, stellte sich der BVB-Trainer vor die Profis, die nach Meinung von Sportdirektor Michael Zorc in Mainz keine Topleistung im vorderen Bereich boten und sich in den Zweikämpfen nicht durchsetzen konnten. „Uns ist nach dem 0:1 nicht allzu viel eingefallen“, bilanzierte Zorc und blickte bereits auf das Spiel gegen Hoffenheim am kommenden Sonntag: „Wir müssen jetzt kühlen Kopf bewahren. Denn nach diesem Rückschlag, da habe ich keinerlei Bedenken, kehren wir sofort in die Erfolgsspur zurück, weil wir uns anders präsentieren werden.“

Quelle: wa.de

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