Richtungweisende Partie für den BVB in Paris

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BVB-Trainer Jürgen Klopp will von einer Drucksituation nichts wissen.

DORTMUND ▪ Von Peter Schwennecker - Ein Dortmunder Bäckermeister verteilte auf dem Flughafen in Wickede frisch gebackene, schwarz-gelbe Amerikaner mit der Aufschrift Nummer 1. Schließlich traten die Borussen gestern Morgen die Europapokal-Reise nach Paris als Bundesliga-Tabellenführer an.

Kurz vor dem Abflug präsentierten die BVB-Profis bei einem Fotoshooting am Gate 3 auch noch ihren neuen, dunkelgrauen Klubanzug. „Ein bisschen eng, aber ganz schön“, flachste Mittelfeldspieler Kevin Großkreutz.

Ganz eng wird es für die Dortmunder auch heute ab 21.05 Uhr (live in SAT1) im Prinzenpark, wenn die Borussen zum zweiten Auswärtsspiel der Europa-League-Gruppe J bei Paris St. Germain, dem aktuellen Tabellensiebten in Frankreich, antreten. Mit sieben Punkten nehmen die Franzosen derzeit die Spitzenposition vor dem FC Sevilla (6) ein. Die Dortmunder stehen bei erst vier Zählern schon unter Zugzwang, doch von einer Drucksituation wollte Trainer Jürgen Klopp nach der Landung in der Seine-Metropole nichts wissen. „Es wäre total bescheuert, wenn wir die Jungs unter Druck setzen würden“, erklärte der 43-Jährige Fußball-Lehrer. „Dann würden sie doch nur verkrampfen.“ Fußball würde er, so Klopp, am liebsten nur über die Leistung definieren. „Und diesen Weg werden wir weitergehen.“

Dennoch weiß auch Klopp, dass auch Ergebnisse eminent wichtig sind und der Auftritt auf europäischer Ebene bei einer Niederlage in Paris fast schon beendete wäre. Doch er dachte nur positiv. „Wenn wir gewinnen, hätten wir eine sehr gute Ausgangsposition, bei einem Unentschieden zumindest weiter alle Chancen.“

Laut Klopp sei im bisherigen Wettbewerb nicht alles besonders glücklich für die Dortmunder gelaufen. Die Heimniederlage gegen Sevilla war angesichts des Chancenplus für den BVB mehr als unverdient. Und auch im Hinspiel ging dem Ausgleich der Franzosen kurz vor Schluss eine klare Abseitsstellung voraus. „Da hat es einige merkwürdige Entscheidungen gegeben“, sagte der Trainer. „Ich hoffe, dass meine Mannschaft deshalb mit viel Wut im Bauch in Paris auflaufen wird.“

19 Profis saßen gestern in der Boing 737 der Air Berlin, praktisch der Kader vom Triumph in Mainz plus Jakub Blaszczykowski, der bei der Abschlussübungseinheit im Prinzenpark erstmals nach seiner Verletzung wieder mit der Mannschaft trainierte. Der Pole gab ebenso grünes Licht wie Innenverteidiger Mats Hummels, der nach der Partie in Mainz über einen eingeklemmten Nerv klagte. „Ich kann spielen“, erklärte Hummels. 4 800 Fans werden den BVB übrigens heute in Paris unterstützen. „Die werden ganz schön laut sein und für Heimspielstimmung sorgen“, freute sich Mittelfeldspieler Nuri Sahin auf die richtungweisende Partie.

Quelle: wa.de

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