BVB mit Respekt zum Gipfel München

DORTMUND ▪ Vor dem Bundesliga-Gipfel zwischen dem Spitzenreiter FC Bayern München und Verfolger Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr) geht es im Umfeld beider Vereine sehr ruhig und sachlich zu. Die Giftpfeile bleiben im Köcher, was bei der derzeitigen Tabellen-Konstellation auch BVB-Trainer Jürgen Klopp überrascht. Von Peter Schwennecker

„Das spricht für den Respekt und die Wertschätzung, die wir uns inzwischen erworben haben“, sagt der Coach, der das mit Blick auf die Partie nicht unbedingt positiv empfindet. „Das ist, wenn man es so sehen will, der Fluch der guten Tat“, betont Klopp. „Die Bayern werden uns diesmal bestimmt nicht unterschätzen.“

Gleich zweimal hat der amtierende Titelträger den deutschen Rekordmeister in der vergangenen Saison geschlagen. Besonders das 1:3 vor eigenem Publikum empfanden die Bayern als echte Demütigung. Momentan scheinen die Vorzeichen aber etwas anders zu sein. Die Bayern sind aktuell der Dominator der Liga, laut Klopp „der absolute Top-Favorit. Es gibt keine Mannschaft auf dieser Welt, die nach München fährt und behaupten könnte, dass die drei Punkte schon im Sack wären“, schmunzelt der Dortmunder Fußball-Lehrer, um dann gleich hinzuzufügen. „Wir fahren aber trotzdem da hin, und wir wollen auch etwas mitnehmen.“

Der Schlüssel zum Erfolg liegt laut Klopp auf der Hand. „Wir haben Potenzial, müssen unsere Stärken nur hundertprozentig abrufen“, erklärt der Trainer. „Damit können wir die Bayern auf unser Niveau bringen. Und auf Augenhöhe können wir sie schlagen.“ Und das geht allein über die Arbeit gegen den Ball, die den BVB gerade bei Aufgaben gegen vermeintlich starke Teams so auszeichnet. Denn wenn man den Bayern die Lust am Fußball nimmt, dann ist das schon die halbe Miete.

Als Grund für die Dominanz der Münchner in der Liga führt Klopp neben der hohen Qualität an Personal vor allem die gute Arbeit seines Kollegen Jupp Heynckes an. „Heynckes ist offensichtlich der richtige Mann für die Bayern. Er hat auch ein Händchen für die speziellen Freunde. Sie fühlen sich unter Heynckes wohl, bringen deshalb wieder Klasse-Leistungen“, sagt Klopp. „Hinzu kommt, „dass ein Mario Gomez in überragnder Verfassung ist. Er trifft derzeit einach alles.“

Doch die Borussia wird ebenfalls eine starke Mannschaft aufbieten, auch wenn der BVB auf Verteidiger Neven Subotic (Mittelgesichtsbruch) verzichten muss. Für ihn wird der Brasilianer Felipe Santana auflaufen, der das volle Vertrauen von Klopp genießt. Der bangt zudem um den Einsatz von Abwehrspieler Marcel Schmelzer, der auch gestern nach seiner Wadenzerrung nur ein leichtes Lauftraining absolvieren konnte. „Bei Marcel wird es super eng“, sagt Klopp und stellt Überlegungen an, ob der Einsatz angesichts der anstehenden schweren Aufgaben in der Champions League bei Arsenal London und dem folgenden Revierderby gegen den FC Schalke 04 überhaupt Sinn machen würde. Zumal Chris Löwe oft genug bewiesen hat, dass er eine sehr gute Alternative ist.

7 000 BVB-Fans werden die Borussia an die Isar begleiten, weshalb Klopp fast schon mit Heimspiel-Atmosphäre rechnet: „Viele Anhänger werden sich woanders Karten organisiert haben, und wenn man dann alle Münchner abzieht, die normal nicht mitsingen, sind wir fast schon in der Überzahl“, lächelt Klopp.

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