BVB siegt 3:1 bei St. Pauli: Reifeprüfung bestanden

Jung und erfolgreich: Marcel Schmelzer (links) freut sich mit dem zweifachen Torschützen Kevin Großkreutz.
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Jung und erfolgreich: Marcel Schmelzer (links) freut sich mit dem zweifachen Torschützen Kevin Großkreutz.

HAMBURG - Als die Borussen aus Dortmund auf dem besten Wege waren, erstmals in dieser Saison ohne Sieg die Heimreise antreten zu müssen, brachte sie Trainer Jürgen Klopp in der Halbzeitpause mit markigen Worten in die Erfolgsspur zurück. von Jens Lederer

Von Jens Lederer

„Das wilde Spiel vom FC St. Pauli dürfen wir nicht zulassen. Wir müssen den Kampf annehmen, aber auch wieder Fußball spielen wie über weite Strecken in der ersten Halbzeit“, forderte Klopp sein Team zu einer verschärften Gangart auf, denn sie hatte bis zum Ausgleich durch Rouwen Hennings dafür gesorgt, dass die Schwarzgelben das Spiel vor über 24 000 Zuschauern dominierte.

Wie auch in der 17. Minute, als Lucas Barrios und Shinji Kagawa den Ball so schnell zirkulieren ließen, dass Kevin Großkreutz keine Mühe hatte, den BVB mit 1:0 in Führung zu schießen. Zuvor ließen Barrios und Kagawa zwei sehr gute Chancen ungenutzt.

Anstatt mit der Führung im Rücken die Fußballer vom Kiez weiter laufen zu lassen, schalteten die Gäste einen Gang zurück. Dieses taktische Fehlverhalten nutzen die Hausherren, die von ihren Fans geradezu nach vorne gepeitscht wurden, um in der 25. Minute durch Hennings den Ausgleich zu markieren.

Dieser Treffer sorgte für das Abtauchen von Spielmacher Nuri Sahin, aber auch Sven Bender und Kevin Großkreutz traten kaum noch in Erscheinung.

Dies änderte sich nach Wiederbeginn. Zwar besaß der FC St. Pauli in der 48. Minute die Riesenchance durch Fin Bartels, der Patrick Owomoyela einen ungemütlichen Nachmittag bereitete, aber danach setzten die BVB-Profis die taktischen Anweisungen ihres Trainers exakt in die Tat um. „St. Pauli hat nach dem Ausgleich seine Chance gewittert, deshalb mussten wir mit 100 Prozent dagegen halten. Denn allem Anschein nach waren wir von der harten Gangart des FC nicht nur überrascht, wir sind auch etwas nachlässig zu Werke gegangen“, bilanzierte Owomoyela, der beim 2:1 durch Team-Kollege Shinji Kagawa auch die glänzende Vorarbeit des am Samstag überragenden Lucas Barrios verfolgte.

Dieser Treffer ging aber zu 50 Prozent auf das Konto von Florian Bruns, der sich einen krassen Fehlpass erlaubte. Als der bis dahin gute FC-Keeper Thomas Kessler in der 60. Minute nach einem Schuss von Barrios den Ball vor die Füße von Großkreutz prallen ließ, machte der Mittelfeldspieler mit seinem Doppelpack den Sieg der Borussen aus Dortmund perfekt.

St. Paulis Trainer Holger Stanislawski, der mit einer Großoffensive dem BVB die erste Auswärtsniederlage beibringen wollte, war nach dem Schlusspfiff mächtig angefressen. „Man kann verlieren, aber heute haben wir unter unserem Niveau gespielt“, war sich der Coach mit den Fans einig. Die belohnten zwar ihr eifriges Team nach Spielschluss im Stadion mit viel Gesang, aber beim Bier auf dem Kiez kroch die Angst in ihnen hoch: „Wenn wir nicht stärker spielen als gegen Dortmund, dann wird das nichts mit dem Klassenerhalt.“

Ganz anders die Borussen. Müde durch die englische Woche räumte Owomoyela zwar ein, dass St. Pauli eine harte Nuss gewesen sei, aber der BVB sei auf einem guten Weg. In der Mannschaft stecke viel Potenzial. Überdies verfüge sie über zahlreiche Spieler mit großer Qualität. „Wir haben viel Spaß miteinander“, so Owomoyela. Und genau diesen riesigen Teamgeist wollen die Borussen am Donnerstag gegen FC Sevilla und am Sonntag beim Match gegen die Bayern in die Waagschale werfen. Owomoyela, der sich bei einem Zusammenprall mit Torhüter Roman Weidenfeller verletzte, hofft, am Donnerstag gegen Sevilla wieder im Team zu stehen.

Quelle: wa.de

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