Wie auf der Playstation: Dortmund bezwingt Köln

+
Die Erleichterung war auch bei Jürgen Klopp nach dem 5:0 über Köln groß.

DORTMUND - Der Blick auf die offizielle Spielstatistik entlockte selbst Kölns Trainer Stale Solbakken nach der 0:5 (0:3)-Niederlage des 1. FC Köln vor 80 200 Zuschauern bei Borussia Dortmund ein erstauntes Lächeln. „Ich lese hier, dass wir 55 Prozent der Zweikämpfe gewonnen haben“, sagte der Norweger. „Das kann einfach nicht stimmen.“

Tatsächliche war seine Mannschaft fast 90 Minuten lang allen direkten Vergleichen aus dem Weg gegangen, hatte bei den fünf Treffern der Schwarz-Gelben durch Shinji Kagawa (7.), Marcel Schmelzer (25.), Robert Lewandowski (44. und 50.) sowie Sebastian Kehl (66.) lediglich brav Spalier gestanden. Was selbst Kölns Publikumsliebling Lukas Podolski zur bitteren Erkenntnis brachte: „Das war heute ein Unterschied von fünf Klassen. Wir haben auch in der Höhe verdient verloren.“

Schließlich waren die Kölner mit dem Ergebnis gegen in allen Belangen klar überlegene Borussen mehr als gut bedient. BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte nach der Champions-League-Pleite in Piräus von den zwei Gesichtern seiner Mannschaft gesprochen. Am Samstag zeigte der BVB wieder das strahlende, das meisterliche Gesicht.

Und warum, das versuchte nach dem Schlusspfiff ein überglücklicher Kapitän Sebastian Kehl zu erklären: „Wir sind mit viel Wut im Bauch aus Piräus zurückgekommen. Dort hat man uns böse eingeschenkt. Deshalb wollten wir eine Reaktion zeigen, und alles, was wir uns zuvor vorgenommen hatten, haben wir auch umgesetzt.“ Was für den Routinier, der erstmals seit März 2010 (in Bochum) wieder selbst ein Tor erzielte, auch persönlich zutraf. „Vor dem Spiel habe ich mit meinem Sohn Luis telefoniert“, erzählte der Mittelfeldspieler. „Der ist fünf Jahre alt und hat gesagt, wenn ich heute kein Tor erziele, brauche ich gar nicht nach Hause zu kommen.“ Mit einer unheimlichen Dynamik köpfte Kehl den Ball nach Vorarbeit von Jakub Blaszczykowski zum 5:0 ins Kölner Gehäuse. Kehl: „Wären da noch zwei Verteidiger gewesen, ich hätte auch sie aus dem Weg geräumt.“ 

Ohnehin waren die Dortmunder an diesem Tag nicht zu bremsen. Und Trainer Klopp durfte sich am Ende darüber freuen, für das in die Mannschaft gesetzte Vertrauen belohnt zu werden. Lediglich auf zwei Positionen hatte er das Team gegenüber Piräus verändert, brachte Kevin Großkreutz für den in der Bundesliga gesperrten Ivan Perisic und Kehl für Ilkay Gündogan.

„Unser herausragendes Gegenpressing und das Passspiel haben uns besser gemacht als der Gegner. Es war ein tolles Spiel, und es hat richtig Spaß gemacht, zuzugucken. Die Jungs haben sich wirklich freigespielt und hochverdient gewonnen“, erklärte der Coach. „Wir haben den Kölnern von Beginn an gezeigt, dass hier nichts zu holen ist. Die Mannschaft hat richtig Gas gegeben und damit eindrucksvoll demonstriert, dass wir auch nach einer Champions-League-Reise nicht eine Spur von Müdigkeit zeigen.“

Vielmehr waren es die allerdings stark ersatzgeschwächten Kölner, die die Partie schon sehr früh aufgaben. Die Frage, ob er schon einmal so ein einseitiges Spiel erlebt habe, beantwortete BVB-Verteidiger Neven Subotic spontan: „Ja, an der Playstation.“

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare