Partie gegen Lwiw soll für den BVB eine neue Ära einläuten

LWIW - Endlich wieder Feiertage, endlich wieder internationales Flair, endlich wieder Zusatzeinnahmen: Voller Vorfreude startet Borussia Dortmund in die Gruppenspiele der Europa League.

 Sieht man vom erfolglosen Kurzauftritt 2008 gegen Udine ab, fehlte die einstige Fußballmetropole sieben Jahren auf der europäischen Landkarte. Mit der Partie heute (21.05/Sat.1) – es ist der 168. Europapokal-Auftritt des BVB – bei Karparti Lwiw will Jürgen Klopp eine neue Ära einleiten: „Man soll die große Lust spüren, die lange in uns gebrodelt hat. Wir werden nie mit angezogener Handbremse spielen“, sagte der Fußball-Lehrer. Profi Kevin Großkreutz: „Wir sind geil auf das Spiel.“ Doch zum Leidwesen von Klopp ist die Rückkehr nach Europa bei den Fans momentan ein Randthema.

Mehr noch als über die Partie in der Ukraine wird seit Tagen über das bevorstehende Derby gegen den kriselnden Erzrivalen FC Schalke geredet. Nicht zuletzt deshalb erklärte der BVB-Trainer den Schlager am Sonntag für seine Profis zum Tabuthema. Nichts soll deren Blick auf die Aufgabe in der Ukraine verstellen: „Auf dieses Erlebnis haben wir lange gewartet. Da wären wir ja schön blöd, wenn wir uns nicht darauf konzentrieren würden. Bei uns denkt keiner weiter als bis Donnerstag.“ Der BVB-Trainer hat allen Grund zur Zuversicht. Schließlich präsentierte sich sein Team zuletzt in ansprechender Form. Fünf Siege in den ersten sechs Pflichtspielen lassen auf eine erfolgreiche Saison hoffen. Zudem gilt Lwiw in der Gruppe J, die vom FC Sevilla und Paris St. Germain komplettiert wird, als krasser Außenseiter. Doch diese Rollenverteilung behagt dem Trainer gar nicht. „Lwiw ist der am wenigsten klingende Namen in der Gruppe. Genau darin sieht dieses Team seinen Vorteil.“ Der große Unbekannte aus dem künftigen EM-Ort hat sich bereits durch zwei Qualifikationsrunden sowie die Play-offs gekämpft. Neben KR Reykjavik und FC Zestafoni schaltete das Team von Trainer Oleg Kononow überraschend Galatasaray Istanbul aus. „Die sind leider richtig gut. Und das ist keine Phrase“, befand Klopp.

 Unabsichtliche Schützenhilfe für die Borussia leistete Thorsten Kinhöfer. Der Schiedsrichter aus Herne stellte beim 1:1 von Karparti gegen Istanbul den Torschützen Artem Fedetsky und Angreifer Sergej Kusnezow vom Platz. Beide sind deshalb für das Duell mit dem BVB gesperrt. Dagegen kann Dortmund mit Ausnahme des langzeitverletzten Mohamed Zidan auf seine Bestbesetzung zurückgreifen. Neben den Profis sehnte auch Hans-Joachim Watzke die Rückkehr auf die internationale Bühne herbei. Zur Freude des Geschäftsführers werden vier der sechs Gruppenspiele live im Free-TV übertragen. Die größere Medienpräsenz erleichtert ihm künftige Verhandlungen mit Sponsoren. Und macht Lust auf mehr. Zwar sind die Einnahmen in der Europa League weniger üppig als in der Champions League, betragen laut Watzke aber immerhin sicher rund fünf Millionen Euro: „Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit.“  dpa

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare