Optimismus beim BVB vor dem Spiel beim FC Arsenal

LONDON ▪ Es war trotz aller elektronischer Hilfen schon eine Meisterleistung des Piloten der Air Berlin, die Boing 737 im dichten Nebel bei Sichtweiten unter 300 Metern sicher auf dem Flughafen in Luton vor den Toren Londons aufzusetzen. Ähnliche Konzentration und Präzision ist auch heute gefragt, wenn der BV Borussia Dortmund um 20.45 Uhr (live bei Sat 1) zum letzten Auswärtsspiel in der Vorrunde der Champions League beim FC Arsenal antritt. Von Peter Schwennecker

Denn nur mit einem Sieg kann sich der Deutsche Meister die Chance erhalten, aus eigener Kraft in der Königsklasse zu überwintern. Die Anreise in die britische Hauptstadt glich einer Art Familienausflug. Neben einigen Mitarbeitern aus der Geschäftsstelle waren auch zahlreiche Spielerfrauen an Bord. Klopp hatte zudem erstmals den kompletten Profi-Kader mitgenommen. Florian Kringe, Toni da Silva und Mohamed Zidan reisten am Abend nach, um zumindest als Beobachter beim Abschlusstraining im Emirates Stadion dabei zu sein.

Damit wollten die Schwarz-Gelben Zusammenhalt demonstrieren. „Hier kommt es nicht auf einzelne Spieler an, wir können beim FC Arsenal nur als Kollektiv bestehen“, betonte Mannschaftskapitän Sebastian Kehl nach der Ankunft in London. „Wir müssen kompakt stehen, geduldig auf unsere Chance warten und die dann auch nutzen“, lautete die Vorgabe, die Trainer Jürgen Klopp seiner Mannschaft mit auf den Weg gab. Vom Hurra-Fußball hatte sich die Borussia in der Champions League bereits im Heimspiel gegen Olympiakos Piräus verabschiedet. „Da ging es nur darum, zu gewinnen, was wir mit dem 1:0 ja geschafft haben“, erklärte Klopp. „Und nur deshalb haben wir jetzt in London überhaupt die Chance, doch noch das Achtelfinale in diesem Wettbewerb zu erreichen.“ Nach der taktisch klugen Vorstellung der Borussia beim 1:0-Triumph in München ist das kein aussichtsloses Unterfangen. Von einer besonders breiten Brust wollte der BVB-Fußball-Lehrer deshalb allerdings nicht sprechen. „Das kann man doch nicht messen“, schmunzelte Klopp. „Die Mannschaft ist eher mit einem Glücksgefühl aus München zurückgekehrt.“ Und mit der Gewissheit, dass sie in der Lage ist, auch die ganz großen Teams zu besiegen. „Idealerweise nehmen wir aus dieser Partie eine Menge mit. Die Bayern gehören zu den Spitzenmannschaften Europas, dazu zähle ich auch Arsenal“, erklärte Klopp. „Wir werden alles versuchen und alles raushauen, was möglich ist, um auch in London zu punkten.“ Deshalb wird sich an der Herangehensweise und der Aufstellung bei den Dortmundern gegenüber der vergangenen Bundesligapartie nicht viel ändern. „Alle sind einsatzfähig“, sagte Klopp, der das Achtelfinale keineswegs aus den Augen verloren hat. „Wenn die Mannschaft das nach dieser Ausgangslage wirklich schaffen würde, dann hätte sie etwas ganz Großes erreicht.“

Die Spieler verbreiteten in London Optimismus. „Wir sind fit, jung und erfolgshungrig und wollen auch bei Arsenal ein geiles Spiel abliefern“, sagte Kevin Großkreutz. „Für uns wird es nicht so wichtig sein, guten Fußball zu spielen“, meinte Marcel Schmelzer. „Das haben wir in der Champions League oft genug getan und dafür auf die Mütze bekommen. Wir wollen jetzt die Punkte holen.“ Am besten drei, denn dann könnten sich die Dortmunder vielleicht noch auf ein echtes Gruppenfinale gegen Marseille freuen.

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