Festtag für den BVB: Sieg gegen Kaiserslautern 

DORTMUND ▪ Die Festtage scheinen kein Ende zu nehmen für Borussia Dortmund. Von Frank Heidenreich

Nach dem Happyend im rasanten Europapokal-Krimi bei Karpaty Lwiw und dem souveränen Erfolg im prestigeträchtigen Kräftemessen mit dem Erzrivalen Schalke 04 bestanden die Schwarz-Gelben gestern Abend auch eindrucksvoll den Bundesliga-„Alltags-Test“: Vor 70 100 Zuschauern im Signal Iduna Park feierten die Borussen gegen den 1. FC Kaiserslautern ein Schützenfest und gewannen hochverdient mit 5:0 (2:0). Damit rückten sie nicht nur auf den zweiten Tabellenplatz vor, sondern stellten mit nunmehr acht Siegen in den ersten neun Pflichtspielen der Saison auch eine neue Vereins-Bestmarke auf. „Wir haben zwölf Punkte, das ist ein Traum“, jubelte Jürgen Klopp. „Die Mannschaft hat sich das verdient, sie hat sich das erarbeitet.“

Der Trainer hatte die Derbysieger-Formation auf zwei Positionen verändert und damit die rechte Seite neu besetzt. Lukasz Piszczek nahm den Platz von Patrick Owomoyela in der Vierer-Abwehrkette ein, in der offensiven Mittelfeld-Dreierreihe durfte Jakub Blaszczykowski anstelle von Mario Götze von Beginn an mitwirken. Doch nicht wegen der Umstellungen hatten die Borussen Anlaufschwierigkeiten. Vielmehr erwiesen sich die Lauterer anfangs als unbequemer Kontrahent. Der Aufsteiger begann mutig, machte die Räume geschickt eng.

Doch davon und von einer Chance für Srdjan Lakic (6.) ließen sich die Borussen nicht lange beeindrucken. In der Folge gewannen die äußerst selbstbewussten Gastgeber mit großer Beharrlichkeit zunehmend die Kontrolle, während Lauterns taktisches Gebilde allmählich einknickte. Auf zwei Kopfball-Chancen für Lucas Barrios (7.) und Shinji Kagawa (19.) folgte noch ein Schuss von Kevin Großkreutz vom Strafraumeck (27.) – und schließlich der verdiente Führungstreffer. Ausgangspunkt war Nuri Sahin, der einmal mehr mit einem enormen Aktionsradius imponierte und wieder die ordnende Hand im BVB-Spiel war. Seine überragende Form unterstrich der 22-Jährige mit einem schönen Pass auf Barrios, der dem ehemaligen Borussen Martin Amedick enteilte und zum 1:0 traf (31.). Auch am zweiten Treffer sieben Minuten später war Sahin beteiligt. Allerdings war der Abschluss deutlich sehenswerter als das Zuspiel. Denn Großkreutz reichte ein Haken, um Florian Dick aussteigen zu lassen, ehe er mit einem feinen Schlenzer in den Winkel traf – und die Südtribüne zum Beben brachte. Die feierte die Schwarz-Gelben bereits als kommenden Deutschen Meister.

Es zeichnet die Borussia in diesen Tagen aus, dass sie selbst bei einer sicheren Führung die Zügel nicht schleifen lässt. Im Gegenteil: Im zweiten Abschnitt schalteten die Gastgeber noch einmal einen Gang hoch, suchten die Entscheidung – und hatten sie in Person von Kagawa vor Augen, als er im Duett mit Großkreutz die FCK-Abwehr zum Tänzchen bat, im Abschluss gegen Tobias Sippel allerdings eine Spur zu überheblich war (55.). Somit war es Mats Hummels vorbehalten, dem nun überforderten FCK den endgültigen K.o. zu versetzen, als er nach einem Freistoß von – natürlich – Sahin und einer missglückten Flugeinlage von Sippel per Kopf zum 3:0 traf (65.). Über welche Alternativen der BVB mittlerweile auf der Bank verfügt, bewies einmal mehr Robert Lewandowski. Der Neuzugang traf mit einem schönen Heber zum 4:0 (75.), ehe Barrios den Schlusspunkt setzte (88.). „Da hat man den Spaß in den Augen der Jungs gesehen“, sagte Klopp mit Blick auf die zweite Hälfte. Und einen neuerlichen Festtag.

Quelle: wa.de

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