Für BVB ist nach 0:0 in Paris noch nicht alles vorbei

BVB-Keeper Roman Weidenfeller hatte in Paris einige brenzlige Situationen zu überstehen. ▪

PARIS ▪ Von Peter Schwennecker - Mit einem 0:0 bei Paris St. Germain hat sich Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund gestern Abend die Option erhalten, doch noch im Europapokal zu überwintern. „Jetzt haben wir zumindest noch die Chance, weiter im Wettbewerb zu bleiben“, zeigte sich BVB-Trainer Jürgen Klopp nach dem Schlusspfiff erleichtert.

Mit nur fünf Pluspunkten sind die Schwarz-Gelben, die in der Europa-League-Gruppe J noch daheim auf Lwiw treffen und nach Sevilla reisen müssen, allerdings auf fremde Hilfe angewiesen.

Etwa 7 000 Fans aus Dortmund sorgten schon vor dem Anpfiff für Heimspielstimmung im Prinzenpark, in dem sich nur 20 000 Zuschauer verloren. In Paris dreht sich derzeit alles um das am Sonntag stattfindende brisante Meisterschaftsspiel gegen den Erzrivalen Olympique Marseille. Darum verzichtete St. Germains Trainer Antoine Kombouare auf seinen gefährlichsten Stürmer, Guillaume Hoarau. Deswegen musste Dortmunds Trainer Jürgen Klopp seinen Matchplan allerdings nicht ändern. Mit der Elf wie zuletzt beim Triumph in Mainz spielte der Bundesliga-Spitzenreiter von Beginn an ein aggressives Pressing, versuchte die Gastgeber zu Fehlern zu zwingen. Doch die unterliefen dem französischen Spitzenreiter in der ersten Halbzeit nicht. So blieben ein Kopfball von Mats Hummels (32.) und ein Distanzschuss von Nuri Sahin die einzigen halbwegs gefährlichen Aktionen der Borussia vor der Pause. Eine Riesenchance besaßen dagegen die Platzherren in der 18. Minute. Nach einer Rechtsflanke von Ceara kam Mevlüt Erdinc völlig frei an den Ball, köpfte das Leder aber aus kurzer Distanz knapp an die Latte. Paris erspielte sich zum Ende der ersten Hälfte ein Übergewicht. Vor allem der Brasilianer Nene war von Lukasz Piszczek nicht zu bremsen. „Wir haben uns viel selbst zuzuschreiben. Wir waren am Anfang zu verspielt. Das ist nicht das, was wir wollen“, sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Er reagierte in der Halbzeit und wechselte Jakub Blaszczykowski für Piszczek ein. Fortan musste sich Kevin Großkreutz als rechter Außenverteidiger um Nene kümmern. Ein kluger Schachzug, denn nur 20 Minuten später wurde Nene vom Feld genommen. Mit Kuba wollten die Borussen mutiger nach vorn spielen. Doch zu Beginn der zweiten Hälfte hatten die Schwarz-Gelben gleich eine Schrecksekunde zu überstehen, als die Abseitsfalle nicht funktionierte und Erdinc völlig frei vor Schlussmann Roman Weidenfeller auftauchte. Aber der BVB-Kapitän demonstrierte seine Stärke im Duell eins gegen eins und wehrte den Schuss zur Ecke ab. Weidenfeller war ein weiteres Mal reaktionsschnell zur Stelle, als erneut Erdinc (65.) einen Stellungsfehler von Marcel Schmelzer ausnutzte, doch wiederum am Dortmunder Torhüter scheiterte.

Auf der Gegenseite blieb Dortmunds Spitze Lucas Barrios an diesem Abend blass. Klopp nahm den Argentinier auch nach 68 Minuten vom Feld und brachte mit Robert Lewandowski einen frischen Angreifer. Und die Dortmunder suchten die Entscheidung. Die BVB-Fans hatten schon den Torschrei auf den Lippen, als Shinji Kagawa (68.) aus 18 Metern abzog, doch St. Germains Schlussmann Apoula Edel lenkte den Ball noch mit den Fingerspitzen aus dem rechten Dreieck. Danach gingen Schüsse von Lewandowski und Sven Bender nur knapp am Tor der Gastgeber vorbei. Doch der erlösende Treffer wollte nicht fallen. Die Franzosen waren offenbar mit dem einen Punkt zufrieden, schließlich behaupteten sie damit ihren Drei-Punkte-Vorsprung vor der Borussia. „Es hat das Glück gefehlt“, meinte Nationalspieler Kevin Großkreutz und kündigte an: „Wir gewinnen jetzt die beide Spiele, und dann sind wir durch.“ ▪ P.Sch.

Quelle: wa.de

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