Nach 1:2 in London hilft dem BVB nur noch der Rechenschieber

Sven Bender verletzte sich in der 25. Minute schwer. ▪

LONDON ▪ Der Traum vom Achtelfinale in der Champions League droht zu platzen, Borussia Dortmunds Chancen auf ein Überwintern in der Champions League sind nur noch theoretischer Natur. Von Peter Schwennecker

Vier Tage nach dem Überraschungscoup im Bundesliga-Gipfel beim FC Bayern München mussten die Schwarz-Gelben beim englischen Premiere-League-Vertreter Arsenal London eine 1:2 (0:0)-Niederlage hinnehmen und sind damit hinter Olympiakos Piräus auf Platz vier der Vorrundengruppe F abgerutscht. Im letzten Heimspiel gegen Olympique Marseille geht es jetzt vermutlich nur noch darum, Rang drei zurückzuerobern, um wenigsten in der Europa League weiter international spielen zu können.

„Das Ergebis spiegelt nicht den Spielverlauf wieder. Es war nicht so schlecht. Wir haben einen guten Job gemacht, aber das reicht nicht aus in der Champions League“, kommentierte BVB-Kapitän Roman Weidenfeller.

Die 7000 mitgereisten BVB-Fans unter den 59531 Zuschauern im Emirates Stadion sorgten für Heimspielatmosphäre. Aber die Partie lief von Beginn an äußerst unglücklich für den Deutschen Meister, der sofort die ungesunde englische Zweikampfhärte zu spüren bekam. Trainer Jürgen Klopp, der an der in München siegreichen Mannschaft zunächst nichts verändert hatte, musste bereits im ersten Durchgang zwei gravierende Umstellungen vornehmen. Mit Mario Götze und Sven Bender verletzten sich ausgerechnet zwei eminent wichtige Stützen im Teamgerüst der Borussia. Götze erhielt schon nach neun Minuten einen „Pferdekuss“ von Alex Song, humpelnde anschließend bis zur seiner Auswechslung gegen Ivan Perisic (28.) nur noch über das Feld. Bender musste gar vom Platz getragen werden, als er nach einem Zusammenprall mit Thomas Vermaelen unglücklich vom Fuß des Belgiers am Kopf getroffen wurde und zu Boden ging. Der Nationalspieler wurde mit Verdacht auf Kieferbruch in ein Londoner Krankenhaus gefahren. Für ihn kam Moritz Leitner (23.). Bender wird den Dortmundern auch am Samstag im Derby gegen den FC Schalke 04 fehlen.Trotz der Rückschläge verkauften sich die Borussen bei den Gunners im ersten Durchgang gut. Wie in München ließen die Dortmunder wenig zu, Arsenal kam bis zum Halbzeitpfiff nur zu einer echten herausgespielten Chance durch Theo Walcott, die Schlussmann Roman Weidenfeller im Herauslaufen vereitelte. Auf der Gegenseite besaßen allerdings auch die Borussen nur eine Möglichkeit, und dies lediglich durch einen Distanzschuss von Robert Lewandowski, dessen Versuch aus 22 Metern nur um einige Zentimeter am linken Pfosten vorbei strich.Dortmund versuchte auch nach der Pause weiter nach vorn zu spielen und besaß auch die erste Möglichkeit durch Shinji Kagawa (47.), der aus spitzem Winkel an Wojciech Szczesny scheiterte, wurde danach aber kalt erwischt., Alex Song tanzte auf dem linken Flügel mit Kevin Großkreutz, Sebastian Kehl und Lukasz Piszczek gleich drei Dortmunder aus. Sein Maßflanke erreichte genau den Kopf von Robin van Persie, der aus kurzer Distanz vollstreckte.Danach musste der Bundesligist kommen, bot den Engländern damit natürlich immer wieder Räume für schnelle Konter. BVB-Trainer Klopp ging volles Risiko, nahm Kehl aus dem defensiven Mittelfeld heraus und brachte mit Lucas Barrios eine weitere Offensivkraft. Dafür zog sich Lewandowski hinter die Spitze zurück. Doch so richtig klare Möglichkeiten zum Ausgleich spielten sich die Gäste nicht mehr heraus. Vier Minuten vor dem Abpfiff war die Partie dann endgültig gelaufen, als erneut van Persie das 2:0 für den FC Arsenal markiert. Kagawa gelang in der Nachspielzeit lediglich noch die Ergebniskosmetik. Der BVB kann jetzt nur noch Gruppenzweiter werden, wenn er 4:0 gegen Marseille gewinnt und Piräus daheim gegen Arsenal verliert.

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