Mohamed Zidan muss sechs Monate pausieren

Mohamed Zidan wurde am Sonntag vom Feld getragen. ▪
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Mohamed Zidan wurde am Sonntag vom Feld getragen. ▪

DORTMUND ▪ Die Situation ließ bereits das Schlimmste befürchten. Als Mohamed Zidan beim Versuch, Hoffenheims Innenverteidiger Marvin Compper zu attackieren, im Rasen hängen blieb und sich das Knie verdrehte, reichte ein Blick in das schmerzverzerrte Gesicht des Ägypters, um das Ausmaß der Knieverletzung zu erahnen. Von Frank Heidenreich

Nun erhielt der 28-jährige Offensivspieler von Borussia Dortmund nach der Kernspinuntersuchung in der Duisburger BG Unfallklinik die traurige Gewissheit: Kreuzbandriss, sechs Monate Pause – als wäre das 1:1 gegen 1899 Hoffenheim nicht schon bitter genug gewesen. „Es gehört offenbar zu dieser Spielzeit, dass wir immer wieder Rückschläge hinnehmen müssen. Die Mannschaft ist das gewohnt, sie wird auch diesen Ausfall verkraften“, sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Dabei hatte er nach dem ärgerlichen Remis ohnehin Aufbauarbeit zu verrichten. Denn die Schwarz-Gelben hatten nach der Führung durch Nelson Valdez (57.) eine Minute vor Schluss den Ausgleich kassiert, als Vedad Ibisevic die einzige Chance der Gäste verwertete – und dem BVB damit den Sprung auf den dritten Platz verbaute. Es war nicht nur ein Treffer mit negativen Nachwirkungen tabellarischer Art. Vielmehr wichen durch ihn Zuversicht und Aufbruchstimmung einem großen Frust und leisen Zweifeln am Sprung auf die europäische Bühne, den die Dortmunder im Vorjahr am letzten Spieltag verpasst hatten. Mit einem Sieg, so BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke treffend, „hätten wir alle Optionen besessen“. So aber müssen die Borussen als Fünfter wieder ein wenig nervöser nach hinten blicken. Auch, weil sie sich nach der Führung gegen Hoffenheim unerklärlich passiv verhielten. „Das hatte aber nichts mit Angst vor der eigenen Courage zu tun“, versicherte ein sichtlich genervter Klopp, dessen Team schließlich eine entscheidende Unachtsamkeit unterlief in Form eines Ballverlustes von Tamas Hajnal im Mittelfeld. Der entschuldigte sich prompt beim Team, wurde aber nicht zum alleinigen Sündenbock auserkoren. „Wir haben das Spiel quasi hergeschenkt“, meinte Patrick Owomoyela. „Daran sieht man, dass wir eine junge Mannschaft haben und noch dazulernen müssen“, sagte Torwart Roman Weidenfeller.

Immerhin: Es gab auch eine positive Nachricht. Trotz seines Nasenbeinbruchs will Mittelfeldmann Nuri Sahin („Ich möchte der Mannschaft unbedingt helfen.“) am Samstag in der Partie beim 1. FC Nürnberg mitwirken. Der 21-Jährige trägt einen Gesichtsschutz, die notwendige Operation erfolgt nach dem Saisonende. Und spätestens dann soll die Europapokal-Teilnahme perfekt sein.

Quelle: wa.de

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