BVB will Weichen Richtung Europa League stellen

DORTMUND ▪ Die große Vorfreude weicht jetzt so langsam der Anspannung.

„Die Spieler merken, dass etwas Wichtiges, für den Verein vielleicht sogar ganz Großes ansteht“, beschreibt Jürgen Klopp, Trainer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, die Stimmung im Lager der Schwarz-Gelben vor dem heutigen Playoff-Hinspiel gegen den FK Qarabag Agdam (21.05 Uhr/live im ZDF). Für den BVB stehen in den beiden Auseinandersetzungen mit dem aserbaidschanischen Vertreter über fünf Millionen Euro auf dem Spiel, die er in der Gruppenphase der Europa League einnehmen könnte. Geld, mit dem die Borussia sogar bis zum Abschluss der Transferperiode am 31. August noch einmal auf dem Spielermarkt tätig werden könnte. Doch davon will Michael Zorc derzeit nichts wissen, um keinen weiteren Druck auf die Profis zu erzeugen. Er stellt die finanziellen Dinge hinten an. „Wir sehen diese Partien erst einmal als Belohnung für die überaus positive Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen beiden Jahren an“, betont der Sportdirektor. „Wir freuen uns, endlich wieder unter der Woche hier auf den schwarzgelben Sitzen im Stadion Platz nehmen zu dürfen, anstatt mittwochs oder donnerstags nur zu Hause auf der Couch zu liegen.“

Zwei Jahre lang hat die Borussia nach dem unglücklichen Ausscheiden im Elfmeterschießen in Udine auf diesen Tag hingearbeitet, sich dabei – so Jürgen Klopp – in vielen Bereichen erheblich verbessert. Deshalb sind erst einmal Ruhe und Geduld gefragt. „Wir werden nicht noch einmal einen Gegner so ins offene Messer laufen wie damals im Hinspiel gegen Udine“, versichert der Fußball-Lehrer, der sich bestens über den exotischen Gegner informiert hat. „Wir haben derzeit mehr Bildmaterial von Qarabag als von unserem ersten Bundesliga-Gegner Bayer Leverkusen“, schmunzelt Klopp, der besonders die beiden letzten Auftritte Agdams in der Qualifikation gegen Wisla Krakau (3:2 und 1:0) intensiv studierte, als der FK gleich beide Begegnungen mit den Polen gewann. „In Baku haben sie eine halbe Stunde überragend gespielt, in Krakau auch ein wenig Glück gehabt“, verrät der Coach, der deshalb großen Respekt vor den Gästen zeigt. „Ohnehin gibt es in einem Playoff-Spiel keinen Favoriten“, beteuert Klopp. Als gute Ausgangsposition würde er jeden Sieg ohne Gegentor bezeichnen. „Es ist wichtig, dass wir keinen Treffer kassieren. Wir müssen die Sache nicht schon in Dortmund klären, können alles immer noch im Rückspiel am 26. August entscheiden.“

Nach dem guten Auftritt im Pokal in Burghausen wird es wohl kaum Änderungen in der Startelf geben. Ein kleines Fragezeichen steht nur hinter dem Einsatz von Kevin Großkreutz (Bauchmuskelprobleme). Die Spieler jedenfalls verbreiten vor der Rückkehr auf die europäische Fußball-Bühne Zuversicht. „Es wird zwar nicht so leicht, doch haben wir genügend Qualität, die Gruppenphase der Europa League zu erreichen“, beteuert Mittelfeldspieler Nuri Sahin.

Über 50 000 Zuschauer erwartet die Borussia, eine Kulisse, die auch Qarabags Trainer Gurban Gurbanov beeindruckt. „Meine Mannschaft hat noch nie in einem so großen Stadion vor so einer gewaltigen Kulisse gespielt“, sagt der Coach. Doch Angst hat er nicht. „Wir sind solche Playoff-Spiele gewohnt, wissen, was auf uns zukommt“, erklärt Gurbanov. „Dortmund hat eine sehr junge, starke Mannschaft, die das Potenzial für die Europa League hat. Doch wir werden kämpfen – und gewinnen.“

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare