TV-Experte spricht über das Revierderby

Marcel Reif: BVB eher Ausbilder-Verein als Bayern-Jäger

TV-Experte Marcel Reif äußert sich zum Revierderby zwischen Schalke und Dortmund.
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TV-Experte Marcel Reif äußert sich zum Revierderby zwischen Schalke und Dortmund.

Dortmund - Für TV-Experte Marcel Reif kommt die fehlende Konstanz bei Borussia Dortmund nicht überraschend. Viel mehr wundert er sich vor dem Revierderby bei Schalke 04 über die Außendarstellung beim BVB.

Ein Derby hat seine eigenen Gesetzte. Für diese alte Fußball-Weisheit zahlt Marcel Reif auch gerne drei Euro ins Phrasenschwein. Denn "sie stimmt", sagt der langjährige Kommentator und heutige TV-Experte vor dem 150. Pflichtspiel-Duell zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund am Samstag (15.30 Uhr/im Live-Ticker auf wa.de) im Interview mit dem Westfälischen Anzeiger. "Wir haben uns doch immer gewünscht, dass man zum Fußball geht und nicht weiß, wie es ausgeht. In diesen Derbys ist es immer noch romantisch schön. So lange ich da hin ging, hätte ich nicht sagen können, wie es ausgeht. Selbst nicht zu den Zeiten, in denen die Dortmunder an den Bayern vorbeizogen, waren die Derbys immer eine eigene Welt."

Daher erwartet der 67-Jährige auch diesmal ein enges Match zwischen den beiden Rivalen aus dem Revier. Der BVB spielt bislang genau wie die Königsblauen keine konstante Saison, was für Reif aber nicht sonderlich überraschend ist, denn "auch für Dortmund ist es eine echte Übergangssaison. Mit einem Kader, der auf Zukunft ausgelegt ist, sollst du die Gegenwart meistern und einen Champions-League-Platz erreichen. Alles, was darunter liegt, ist für Dortmund nicht akzeptabel. Wenn es gut läuft, spielt der BVB ja auch einen hinreißenden Fußball. Aber wenn es nicht läuft, liegt es an vielen Gründen: Die einen wurden verkauft, die anderen waren verletzt. Dann fehlt es an den erfahrenen Spielern, die so eine Mannschaft braucht, damit sich die vielen Jungen daran aufrichten können. Wenn der Wind von vorne kommt, hat der BVB Probleme."

Ohne Erfahrung wackelt der BVB

Das sei nach den Abgängen der Säulen Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan auch nicht anders zu erwarten gewesen: "Die Jungen, die da sind, können wundervolle Dinge machen, aber wenn Erfahrene, die Stabilität bringen und Struktur schaffen sollen, nicht da sind, wackeln die Dortmunder." Reif weiter: "Ob es die richtige Entscheidung ist, ein Ausbildungsklub zu sein und nicht um jeden Preis die Bayern zu jagen, wird sich zeigen."

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Verwundert ist Reif über die offensichtlichen Misstöne zwischen Trainer Thomas Tuchel auf der einen sowie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc auf der anderen Seite. "Eine Euphorie der gemeinsamen Zusammenarbeit höre ich jedenfalls nicht heraus", meint der Sport1-Experte, der regelmäßig sonntags ab 11 Uhr im „Doppelpass“ zu sehen ist. Vor allem bei der Tatsache, dass der BVB in Alexander Isak ein Talent verpflichtet hat, das Tuchel gar nicht kannte, habe er darüber gestutzt, "dass solche Dinge öffentlich diskutiert wurden. Das war bislang in Dortmund nicht der Fall."

Auch über Schalke habe sich Reif in gewisser Weise gewundert. Vor allem über die Ruhe, die in dieser Saison dort herrscht. "So viel Vernunft habe ich Schalke nicht zugetraut", sagt Reif: "Aber das ist noch keine Garantie dafür, dass es richtig ist. Aber es wäre sicher falsch, zu diesem Zeitpunkt wieder zu zweifeln."

Das ausführliche Interview mit dem langjährigen TV-Kommentator über Schalke, Dortmund und das Derby am Samstag lesen Sie hier auf WA.de.

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