Rekord-Nationalspieler über BVB

Matthäus kritisiert Reus, Götze und Co.: Um Meister zu werden, brauchst du..."

Lothar Matthäus.
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Lothar Matthäus.

Lothar Matthäus lobt die Arbeit von Trainer Niko Kovac vom FC Bayern. Bei Borussia Dortmund vermisst er hingegen entscheidende Tugenden.

München - Fußball-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat Niko Kovac für seine bisherige Arbeit als Trainer von Bayern München in höchsten Tönen gelobt.

"Er hat bisher einen hervorragenden Job gemacht und das Optimum rausgeholt", sagte der 58-Jährige im Interview mit dem Sportbuzzer. Matthäus begründet seine Einschätzung mit der Tatsache, dass Kovac vor der Saison in der Bayern-Mannschaft schwierige Verhältnisse angetroffen habe.

Das Team sei nicht mehr das der Jahre zuvor gewesen. Es habe die Riesenenttäuschung bei der WM gegeben, zudem habe Kovac Spieler "die ihren Höhepunkt vor drei, vier Jahren hatten, und dabei denke ich nicht nur an Robben und Ribéry, sondern auch an Neuer, Müller, Hummels, Boateng. Zudem hat er einige seiner Wunschspieler nicht bekommen."

Matthäus hinterfragt, ob Klopp zum FC Bayern passt

Von Liverpools Teammanager Jürgen Klopp als einem Bayern-Trainer der Zukunft ist Matthäus nicht überzeugt. Klopp habe die Qualität für jeden Verein der Welt, aber ob er zum deutschen Rekordmeister passe sei fraglich.

"Er hat immer bei sehr emotionalen Klubs gearbeitet wie Mainz, Dortmund und jetzt Liverpool. Da passt er perfekt hin, das braucht er, davon lebt er", sagte Matthäus.

Die Arbeit von Lucien Favre bei Borussia Dortmund beurteilt der gebürtige Franke eher kritisch. Die BVB-Saison sei "sehr ordentlich, aber nicht mehr.

Matthäus hätte nach den neun Punkten Vorsprung im Winter "erwartet, dass mal jemand nach vorne geht, ein Zeichen setzt und sagt: 'Wir werden Meister!' Wie es übrigens Kovac gemacht hat, der trotz des Rückstands ankündigte: 'Wir werden sie jagen bis zum letzten Spieltag!' Die drei Punkte gegen den BVB hatten sie übrigens die ganze Zeit eingepreist. Das hat nichts mit Arroganz zu tun, sondern mit gesundem Selbstvertrauen."

Matthäus vermisst richtige Mentalität

Es sei bekannt gewesen, dass Favre auf Seiten des BVB nicht der Typ für solche Ansagen sei. "Aber", so der Ex-Profi, "das hätte ja auch aus der Mannschaft oder dem Verein kommen können. Und auf dem Platz habe ich in den vielen Spielen, die der BVB noch hergegeben hat, auch niemanden gesehen, der die Jungs mal wachrüttelt oder emotional reagiert."

Marco Reus oder Mario Götze etwa "spielen beide eine starke Saison, sind tolle Spieler. Aber um Meister zu werden, brauchst du auch die richtige Mentalität, gerade in Momenten, in denen es nicht so läuft. Und das habe ich bei Dortmund sowohl auf dem Platz als auch daneben vermisst. Denn am Ende kann mir nach dieser Saison keiner erzählen, dass man zufrieden ist, wenn man Zweiter wird. Selbst ein Kimmich hat mit 22 Jahren übrigens schon mehr Zeichen gesetzt als ein Reus, Götze oder Witsel zusammen."

Zusammenfassend habe man beim BVB aus den Möglichkeiten am Ende einfach zu wenig gemacht", sagte Matthäus. Matthias Sammer habe es richtig formuliert, ergänzte der Weltmeister von 1990: "Man hat den Titel dankend hergegeben."

sid/WA

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Quelle: wa.de

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