Nach Kreuzbandteilriss

Krankenakte Reus: Die Verletzungshistorie des BVB-Stars

Marco Reus
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Leidenszeit für Marco Reus, der mit einem Kreuzband-Anriss monatelang ausfällt.

Dortmund - Marco Reus hat es – mal wieder – bitterböse erwischt. Der Angreifer wird monatelang mit einer Knieverletzung außer Gefecht sein.

Nicht einmal zehn Minuten waren im DFB-Pokal-Finale zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt (2:1) gespielt, da erwischte es n 27-Jährigen. Zunächst hatte er die frühe BVB-Führung durch Ousmane Dembélé mit einem klugen Seitenwechsel auf Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek eingeleitet. Der Pole bediente den jungen Franzosen, der mit einer sehenswerten Aktion das 1:0 markierte. 

Schmelzer und Co. jubeln - Die Bilder des DFB-Pokal-Finales Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt

Doch die Szene war für Reus gleichzeitig der Anfang vom Ende. Bei einem Laufduell mit Eintrachts Timothy Chandler vor dem Treffer von Dembélé hatte er sich am Knie verletzt. Die schlimme Erkenntnis in der Pause: Es geht nicht mehr weiter. „Ich habe mir schon gedacht, dass es vielleicht ein bisschen Kreuzband ist“, hatte Reus nach der Partie gesagt. 

Bittere Botschaft zwei Tage vor dem Geburtstag

Der Verdacht bestätigte sich zwei Tage vor seinem 28. Geburtstag. Die exakte Diagnose lautet „Teilriss des hinteren Kreuzbandes im rechten Knie“. Der Nationalspieler muss eine monatelange Pause einlegen, verpasst somit den Start in die kommende Saison. „In den kommenden Tagen erfolgen weitere Untersuchungen, die Aufschluss über die notwendige Therapie geben werden“, teilte der Verein knapp mit: „Der BVB wünscht seinem Pokalsieger eine möglichst rasche Genesung.“ 

Am Sonntag hatte es noch geheißen, dass er lediglich sechs bis acht Wochen ausfallen würde. Da er sich die Verletzung aber am hinteren Kreuzband zugezogen hat, muss er nun deutlich länger pausieren. 

Verletzungen - Reus' ständiger Begleiter

Die Verletzungen ziehen sich wie ein Band durch die Karriere von Reus im schwarz-gelben Trikot. Es ist bereits sein 17. längerer verletzungsbedingter Ausfall. Immer wieder war der Nationalspieler außer Gefecht, verpasste zahlreiche Spiele. Am schlimmsten hatte es ihn in der Saison 2015/16 erwischt. 

Eine Schambeinentzündung legte Reus 175 Tage lahm, dabei verpasste er 17 Partien. Die bitterste Verletzung hatte er sich bereits 2014 zugezogen. Ein Syndesmosebandriss, den er sich bei einem Freundschaftsspiel mit der Nationalmannschaft gegen Armenien erlitt, kostete ihn die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Brasilien. „Ein Traum ist gepatzt“, sagte Reus damals zu seinem Aus. So musste er am Fernseher verfolgen, wie seine Teamkollegen in Rio den begehrten WM-Pokal in die Luft reckten. 

"Comebacker" Reus

Eine ausgemachte Schwachstelle im Körper von Reus gibt es nicht. Mal streiken die Adduktoren, mal macht das Knie Probleme, mal ist das Sprunggelenk die Problemzone. Jetzt ist erstmalig das Kreuzband betroffen. 

Bemerkenswert: Nach jeder Zwangspause kam er wieder gestärkt zurück, übertraf seine zuvor gezeigten Leistungen. Jüngster Beleg: Nach seinem Muskelfaserriss, der ihn kurz vor der heißen Phase in der vergangenen Saison zum Zusehen zwang, war er sofort wieder einer der Leistungsträger. In sechs Bundesligapartien markierte er fünf Treffer für die Borussia, traf außerdem in der Champions League beim AS Monaco und im Pokal-Halbfinale beim FC Bayern München. 

Der Blick Richtung WM

Jetzt bleibt Reus vor allem die Hoffnung, dass er nach seiner Zwangspause wieder schnell an sein Top-Leistungsniveau anknüpfen kann. Die Teilnahme in diesem Sommer am Confed Cup (17. Juni bis 2. Juli in Russland) hatte er bereits vorsorglich abgesagt. Bereits jetzt dürften Reus’ Gedanken wohl Richtung Weltmeisterschaft gehen. Im Sommer 2018 reist die DFB-Elf – sofern die Qualifikation gelingt – zur WM nach Russland. Zwar hat der Dortmunder mit dem Gewinn des Pokals den ersten Titel seiner Karriere eingefahren, doch ein Spieler seiner Qualität wird sich mit dieser Ausbeute sicherlich nicht zufrieden geben.

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Quelle: wa.de

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