Klopps Frust nach dem bitteren Abschied groß

DORTMUND ▪ Der Abschied von der internationalen Fußball-Bühne mit der 2:3-Heimniederlage im letzten Champions-League-Vorrundenspiel gegen Olympique Marseille fiel Jürgen Klopp schwer. Der Trainer des BV Borussia Dortmund wirkte sichtlich angeschlagen, fast schon ein wenig verlegen angesichts des enttäuschenden Abschneidens mit nur vier Punkten und dem letzten Platz in der Gruppe F.

Vehement wehrte sich der Fußball-Lehrer des BVB aber gegen den Vorwurf, der Meister habe dem deutschen Fußball einen Imageschaden zugefügt: „Wir haben das Problem, dass wir den Verein nicht so vertreten haben wie es auch den Fans gegenüber angemessen gewesen wäre“, wetterte Klopp. „Darüber sind wir sehr enttäuscht, mehr geht nicht. Weiter sind wir uns keiner Schuld bewusst. Wir würden trotz allem wieder mitspielen, sofern wir uns qualifizieren.“

Die Partie gegen die Franzosen war für Klopp ein Spiegelbild der gesamten Vorrunde in der Königsklasse: „Wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, waren ruhig, zielstrebig, diszipliniert und dennoch flexibel. Wir sind hochverdient in Führung gegangen und haben dann Fehler gemacht. Davon wurde einer sofort hart bestraft. Marseille hat aus drei Chancen drei Tore gemacht. Das ist hart, aber so ist auch unsere ganze Champions-League-Saison.“

Immerhin können sich die Dortmunder jetzt ganz auf die Bundesliga konzentrieren. Für alle BVB-Profis war schon direkt nach dem Schlusspfiff klar, dass nur der erneute Einzug in die Königsklasse das Ziel der Schwarz-Gelben sein kann. „In der Champions League haben wir ein paar gute Spiele gemacht und häufig Pech gehabt. Das Leben ist ein Schulbuch. Du musst aus Erfahrungen lernen“, sagte Verteidiger Felipe Santana. „Wir haben die Chance, uns wieder zu qualifizieren. Sollte das gelingen, müssen wir es nächstes Jahr besser machen.“ Ähnlich äußerte sich sein Abwehrkollege Mats Hummels, der Verantwortung übernahm und nach dem 1:0 durch Jakub Blaszczykowski den Foulelfmeter zum 2:0 verwandelt hatte: „Champions League war komplettes Neuland für fast alle. Das ist kein Weltuntergang, wir hatten uns mehr vorgestellt. Wenn wir uns noch einmal qualifizieren, wollen wir ein anderes Gesicht zeigen und auch mal auswärts punkten.“

Erleichtert waren die Verantwortlichen und Profis am Ende darüber, dass sich die Verletzung von Kapitän Sebastian Kehl nach dem brutalen Tritt von Marseilles Stephane Mbia nicht als so schlimm wie zunächst befürchtet erwies. „Zum Glück ist nichts gebrochen“, erklärte Klopp. Kehl zog sich aber neben der Jochbeinprellung auch noch eine Prellung am Augapfel zu, fällt für das Heimspiel am Sonntag gegen den 1. FC Kaiserslautern ebenso aus wie Moritz Leitner (Rippe gebrochen), Sven Bender und Neven Subotic.

„Ich seh aus wie nach einem Kampf gegen beide Klitschkos gleichzeitig. Aber davon lass ich mich nicht unterkriegen“, postete Kehl noch am Abend auf seiner Facebook-Seite. ▪

Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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