Klopp verlängert beim BVB bis 2014

DORTMUND ▪ Eigentlich, erzählt Jürgen Klopp, wollte er seinen zweiten Trainerjob in Dortmund viel professioneller, vor allem mit einer größeren Distanz angehen. Von Peter Schwennecker

„Doch spätestens nach drei Wochen war mein Vorhaben bereits über den Haufen geworfen.“ Inzwischen ist das Verhältnis zwischen Fußball-Lehrer und Verein wie schon zuvor in Mainz zu einer sehr intensiven und harmonischen Beziehung geworden. Für den 43-Jährigen wieder eine echte Herzensangelegenheit. Und weil Klopp zudem noch überaus erfolgreich ist, derzeit mit seiner Mannschaft die Bundesliga mit sieben Punkten Vorsprung anführt, folgt die logische Konsequenz der fruchtbaren Zusammenarbeit. Klopp bleibt zumindest bis zum 30. Juni 2014 BVB-Trainer, was der Vorsitzende der Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke, mit folgenden Worten verkündet: „Jürgen Klopp ist nicht nur ein herausragender Trainer, sondern auch eine Person mit ausgezeichneten menschlichen Eigenschaften. Man soll nicht trennen, was zusammengehört, deshalb haben wir den Vertrag vorzeitig um zwei weitere Jahre verlängert.“ Das gilt übrigens auch für die Assistenten Zeljko Buvac und Peter Krawietz.

„Die Nachricht hat bei mir zu Hause Jubel ausgelöst“, fühlt sich Familie Klopp in Dortmund inzwischen heimisch. „Es war nicht schwer, uns zu überreden. Wir hätten alles unterschieben“, schmunzelt Klopp. „Ich bin überglücklich über das große Vertrauen, das mir dieser fantastische Verein entgegenbringt und bin stolz darauf, ein Teil des Ganzen zu sein.“ Laut Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc ein ganz entscheidendes Rad der BVB-Erfolgsmaschinerie: „Jürgen steht für die Weiterentwicklung dieser Mannschaft, und das nicht erst seit dieser Saison“, erklärt der Sportdirektor. Und dass er ein netter Kerl ist, habe man in Dortmund schnell gemerkt. „Er ist ein sympathisches Gesicht des BVB“, beteuert Zorc, der selbst in naher Zukunft ebenfalls einen neuen Kontrakt unterschreiben wird. „Wir sind uns einig, dass wir uns zum Ende der Winterpause ganz unaufgeregt zusammensetzen werden“, verspricht Watzke.

Mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung setzen die Dortmunder ein deutliches Zeichen, dass in diesem Verein weiter auf talentierte Nachwuchsspieler gebaut wird. „Diese Entscheidung geht hinunter bis in den U17-Bereich“, erklärt Klopp. „Wer bisher in diesem Alter bei uns noch orientierungslos war, der weiß jetzt, woran er ist“, sagt der Coach. „Denn das sind die Jungs, die ich hier in meiner Zeit noch betreuen werde.“ Dass er diesen Vertrag nicht nur erfüllen will, sondern auch erfüllen wird, ist für den Coach klar. „Da bin ich mir zu hundert Prozent sicher, obwohl wir hier in Zukunft nicht nur rosarote Tage erleben werden.“ Zunächst steuert die Borussia erst einmal in Richtung Herbstmeisterschaft, die schon am Samstag bei entsprechenden anderen Ergebnissen mit einem Sieg im Heimspiel gegen Mönchengladbach (18.30 Uhr) perfekt werden könnte. „Das ist ein Thema, mit dem ich mich nicht beschäftige“, sagt Klopp. „Das würde bei mir auch nichts Besonderes auslösen.“ Der Trainer kümmert sich lieber um aktuellen Dingen. Klopp sorgt sich derzeit in erster Linie um seinen Torjäger Lucas Barrios, der wegen einer Schleimbeutelreizung im Hüftbereich nicht trainieren darf. Sein Einsatz am Samstag ist zumindest fraglich.

Quelle: wa.de

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