Klopp schwärmt von der Gladbacher Borussia

Heimlich ein Gladbach-Fan: Jürgen Klopp.

DORTMUND ▪ Wenn nicht allgemein bekannt wäre, dass sich Jürgen Klopp in Dortmund besonders wohl fühlt, dann hätte sein Loblied auf Borussia Mönchengladbach schon fast als Bewerbung gelten können. „Ich gönne keinem anderen Verein den derzeitigen Erfolg so wie den Gladbachern“, sagte der BVB-Trainer vor dem heutigen Bundesliga-Spitzenspiel (15.30 Uhr) im Borussia-Park.

Dabei bewundert der Fußball-Lehrer besonders das Verhalten der Vereinsführung in kritischen Situationen: „Wie sich der Klub auch in der sehr bedrohlichen Situation vor einem Jahr nach außen präsentiert hat, war schon bemerkenswert.“ Deshalb ist die Erfolgswelle, die die Elf vom Niederrhein bis auf Platz zwei spülte, für den Dortmunder Trainer keine besonders große Überraschung: „Wer eine solche Rückrunde samt Relegation spielt, der ist gestählt.“ Lucien Favre sei ein großartiger Kollege. „Wir sind gewarnt. Die Gladbacher haben nicht nur in Köln eine Riesenpartiel gemacht. Sie spielen den Fußball, den sich ihr Trainer vorstellt“, fährt Klopp fort. Der nahm sich den VfL vor dem eigenen Auftritt bei den Münchner Bayern sogar zum Vorbild. „So, wie die Gladbacher zum Saisonstart bei den Bayern gespielt haben, so muss man in München auftreten. Unsere Herangehensweise war ähnlich“, beteuert der BVB-Coach, dessen Liebe zur anderen Borussia aber heute spätestens ab 15.30 Uhr ein abruptes Ende finden wird.

Dass Kollege Favre die Schwarz-Gelben auf den Favoritenschild hebt, nimmt Klopp gelassen hin: „Das mag er vielleicht so sehen. Wir haben den Anspruch, dass es gegen uns unglaublich schwer ist, die eigenen Stärken durchzusetzen.“

Ein besonderes Augenmerk wird der BVB auf den ehemaligen Dortmunder Marco Reus richten, der einst in der Jugend auch das Trikot der Schwarz-Gelben trug, dann aber über LR Ahlen, wo er gemeinsam mit Kevin Großkreutz kickte, in Mönchengladbach landete. „Ich hoffe, dass er spielen kann. Denn es macht mehr Spaß, gegen die Gladbacher in Bestbesetzung zu gewinnen.“ Dass Reus heute beim Gegner und nicht für die Dortmunder auf Torejagd gehen wird, bereitet BVB-Sportdirektor Michael Zorc keine Magenprobleme mehr. „Natürlich haben wir nachgeforscht, warum wir ihn damals abgegeben haben“, erklärt Zorc. „Wir haben ihn aber nicht aussortiert, sondern er ist damals freiwillig gegangen. Mehr möchte ich zu diesem Thema allerdings nicht sagen.“

Immerhin hat sich Klopp mit dem Jung-Nationalspieler beschäftigt und weiß, wie seine Kreise entscheidend einzuengen sind. „Passwege und Anspielstationen sollten wir frühzeitig erkennen und zustellen, um damit die Mechanismen der Gladbacher zu unterbrechen“, lautet das Rezept des Fußball-Lehrers, der die Dortmunder Borussia sehr gut vorbereitet sieht. „Das Potenzial des Gegners ist uns bewusst, und von unserem eigenen sind wir überzeugt“, verbreitet er Zuversicht.

In puncto Aufstellung hat Klopp die Qual der Wahl. „Es sieht derzeit gut aus, im Training können wir sogar wieder Elf gegen Elf spielen“, so der Coach, der lediglich auf Neven Subotic und Sven Bender verzichten muss. ▪

Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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