Trainingsauftakt in Dortmund: Klopp ist noch nicht satt

BVB-Trainer Jürgen Klopp und Sportdirektor Michael Zorc (obere Reihe) präsentierten gestern die Neuzugänge des BVB, von links: Marvin Bakalorz, Ilkay Gündogan, Moritz Leitner, Chris Löwe und Ivan Perisic. ▪

DORTMUND ▪ Er hat nichts von seiner Leidenschaft und dem Feuer verloren. Voller Vorfreude auf die neue Saison präsentiert sich Meister-Trainer Jürgen Klopp beim Trainingsauftakt des BV Borussia Dortmund. „Das ging alles ratzfatz“, erinnert sich der 43-Jährige an seinen ersten Bundesliga-Titel.

Von Peter Schwennecker

„Vorher konnte ich in erster Linie mit Niederlagen umgehen, nun kann ich das auch mit der Meisterschaft. Es hat sich bei mir nichts verändert. Und keiner soll glauben, dass ich jetzt satt bin“, beteuert der Coach.

Bis auf Heimkehrer Julian Koch vom MSV Duisburg, der noch an den Folgen eines Kreuzbandrisses laboriert, nehmen auch alle weiteren Neuzugänge des BVB bereits das Mannschaftstraining auf. Lediglich die Nationalspieler steigen erst am 3. Juli beim BVB-Familientag im Signal Iduna Park (11 bis 17 Uhr) in das offizielle Übungsprogramm ein. Nur Lucas Barrios wird später erwartet, weil er mit Paraguay noch an der Copa America teilnimmt. Ivan Perisic (FC Brügge), Ilkay Gündogan (1. FC Nürnberg), Moritz Leitner (FC Augsburg) und Chris Löwe (Chemnitzer FC ) sowie Marvin Bakalorz (eigene U 23) stehen neu im Profi-Kader des Meisters und sollen vor allem dabei helfen, den Verlust von Nuri Sahin (Real Madrid) zu kompensieren. Wobei Klopp Zuversicht ausstrahlt: „Ich habe das Gefühl, dass wir personell stärker besetzt sind. Der Konkurrenzdruck im Kader ist jetzt viel größer.“

Was aber nicht heißen soll, dass sich die Borussia in der Favoritenrolle sieht. „Wir fühlen uns auch nicht als richtiger Titelverteidiger“, sinniert Hans-Joachim Watzke, der Vorsitzende der Geschäftführung. „Dafür kam die Meisterschaft zu überraschend.“ Favorit Nummer eins ist für Watzke der FC Bayern München. „Das erkläre ich bewusst öffentlich, damit die das in München nicht jeden Tag selbst sagen müssen“, schmunzelt der BVB-Boss, der sich schon einmal die Hände reiben darf, denn bisher wurden bereits über 40 000 Dauerkarten abgesetzt. Bei 53 000, was neuer Rekord bedeuten würde, soll der Verkauf gestoppt werden.

Entgegen der sonstigen Gepflogenheiten haben die Dortmunder Verantwortlichen der Mannschaft diesmal sogar ein festes Ziel gesetzt. „Wir wollen uns in jedem Fall auch im kommenden Jahr wieder für den internationalen Wettbewerb qualifizieren“, sagt Watzke. Befürchtungen, dass die Borussia einen ähnlichen Absturz erlebt wie einst die Vorgänger VfB Stuttgart oder VfL Wolfsburg, hat er nicht: „Bei diesen Vereinen hat es nach dem Titel doch einen regelrechten Bruch gegeben, was Trainer oder Personal angeht“, betont Watzke. „Wir haben doch bis auf Sahin alle Leistungsträger gehalten.“

Dass die Teilnahme an der Champions League für seine junge Mannschaft eine weitere große Herausforderung werden wird, weiß auch Jürgen Klopp, dass sie das Team aber zusätzlich extrem belasten wird, glaubt er nicht: „Diese Situation habe ich weder als Spieler noch als Trainer schon einmal erlebt. Ich kann aber versichern, dass die englischen Wochen in der vergangenen Saison für uns der reine Genuss waren. Und wir werden auch aus der neuen Saison wieder alles rauspressen.“ Was Sportdirektor Michael Zorc nur unterstreicht: „Wir haben während der Hinrunde mit den englischen Wochen mehr Punkte erzielt als in der Rückrunde.“

Da Klopp davon ausgeht, dass seine Profis körperlich fit aus dem Urlaub zurückgekehrt sind, will er in der Vorbereitung gleich durchstarten. „Wir werden dabei keine Rücksicht auf die Spiele nehmen, die ich nur als zusätzliche Einheit ansehe“, sagt der Coach. Allerdings mit einer Ausnahme am 23. Juli beim Supercup-Finale in Gelsenkirchen: „Dort werden wir alles abrufen. Es wäre doch blöd, erklären zu müssen, warum der FC Schalke zu diesem Zeitpunkt schon weiter ist als wir.“

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