Klopp nach dem Kraftakt stolz auf sein Team

Dortmunds Pokalhelden: Schlussmann Roman Weidenfeller und Ivan Perisic. ▪
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Dortmunds Pokalhelden: Schlussmann Roman Weidenfeller und Ivan Perisic. ▪

DÜSSELDORF ▪ Als Ivan Perisic im Elfmeterschießen auch den fünften Versuch zum 5:4-Erfolg im Pokalachtelfinale beim Zweitliga-Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf verwandelt hatte, gab es bei den Spielern, Trainern, Offiziellen und Fans des BV Borussia Dortmund kein Halten mehr. In der Esprit-Arena wurde von den Gästen so gefeiert, als wäre der Pokal nach 22 Jahren endlich wieder im Pott.

Und BVB-Coach Jürgen Klopp hatte sichtlich Mühe, neue Superlative zu finden, mit denen er seine Mannschaft lobte. „Es gab selten einen Trainer, der stolzer auf seine Truppe war als ich heute. Es war ein unglaublicher Kraftakt, und umso schöner fühlt es sich an“, jubelte der 45-Jährige. „So, wie sich das Spiel entwickelt hat, wäre Weihnachten auch keine Katastrophe gewesen, wenn wir hier verloren hätten. Was die Mannschaft aus dem Spiel gemacht hat, 87 Minuten in Unterzahl zu spielen, bei den zurückgenommenen Elfmetern ruhig oder zumindest im Spiel zu bleiben, das ist auch außergewöhnlich.“ Jedenfalls war auch Klopp überglücklich: „Die ganzen Dinge, diese Geschichte hat nach dem Spiel den speziellen Jubel verursacht. Das ist völlig normal, und wenn man im Fußball gewinnt, sollte man auch vernünftig jubeln.“

Nur Patrick Owomoyela wusste seine Gefühle nicht so recht einzuordnen. Mit seiner Gelb-Roten Karte nach nur 33 Minuten hatte der diesmal angesichts der Personalnot als Innenverteidiger eingesetzte Routinier der Partie eine Richtung gegeben, die zuvor nicht erwartet worden war. Dank eines überragenden Mats Hummels und enormen Kampfgeist gelang es den Dortmundern lediglich, sich mit dem torlosen Remis in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen zu retten. „Mir sind tausend Steine vom Herzen gefallen“, atmete Owomoyela zumindest tief durch. „Ich habe leider dafür gesorgt, dass es die Mannschaft sehr, sehr schwer hatte. Mit einer Dummheit, die mir so nicht passieren darf. Deshalb bin ich jetzt überglücklich, dass das Team es trotzdem geschafft hat.“

Zu Beginn des neuen Jahres will er seine Kollegen noch zusätzlich überraschen. „Ich werde mir bestimmt etwas einfallen lassen. Ich war dafür verantwortlich, dass die Truppe über sich hinaus wachsen musste, werde mich aber auch wirklich dankbar zeigen.“

Am Ende standen alle Borussen minutenlang vor dem Fan-Block, feierten mit den Anhängern. Schlussmann Roman Weidenfeller, der den Elfmeter von Thomas Bröker parierte, stand sogar hoch auf dem Zaun und wedelte mit einer schwarz-gelben Fahne.

Nur Florian Kringe, der spät für den angeschlagenen Chris Löwe eingewechselt wurde, stand zunächst in der zweiten Reihe, wurde aber von Mats Hummels in die Mitte genommen. „Ich freue mich besonders für Flo, dass er noch ein Pflichtspiel absolvieren durfte. Er ist einfach ein guter Typ“, sagte Hummels. Es war vermutlich der letzte Einsatz Kringes im BVB-Trikot. Sofern er einen Verein findet, wird er Dortmund in der Winterpause verlassen. ▪

Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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