Klopp kämpft um die Bodenhaftung

DORTMUND ▪ Nach dem erfolgreichen Auftakt gegen den Hamburger SV und den guten Leistungen der Dortmunder Nationalspieler in den verschiedenen Ländermannschaften kämpfte BVB-Trainer Jürgen Klopp in erster Linie um die Bodenhaftung seiner Himmelsstürmer. Die Lobeshymnen der vergangenen Tage bezeichnete der Fußball-Lehrer als „überzogen. Es geht darum, sie in die richtigen Bahnen zu lenken“, erklärte er vor dem schweren Auswärtsspiel des Meisters bei der TSG Hoffenheim in Sinsheim (heute, 15.30 Uhr).

„Eigentlich“, so sinnierte der Coach, „kommt man ganz langsam in eine Saison, steigert sich von Spiel zu Spiel. Und irgendwann geht es dann darum, die gute Form über einen möglichst langen Zeitraum zu behaupten.“ Deshalb sah er die Vorstellung seiner Mannschaft beim 3:1 gegen den HSV und die folgenden Kommentare verschiedener Medien durchaus auch mit kritischen Augen. „Die Bayern können nix, wir können alles. Das ist Quatsch“, betonte Klopp. „Wir waren nicht so gut, wie es dargestellt wurde. Es gab Phasen in diesem Spiel, wo wir kaum Zugriff hatten. Und wir wissen das alles sehr gut einzuschätzen.“

Gegen Hoffenheim erwartet er daher einen weiteren Schritt nach vorn. Und einen wesentlich stärkeren Gegner als es der HSV war. „Ich denke, Hoffenheim ist derzeit viel stabiler als die Hamburger“, meinte der Trainer des Jahres. Auch ein Verdienst seines Kollegen Holger Stanislawski. „Er hat an den Abläufen einiges verändert. Das sah in Hannover schon richtig gut aus.“ Ohnehin ist die TSG, so der Vorsitzender der BVB-Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke, nicht gerade der Lieblingsgegner der Schwarz-Gelben. Nur den Kraichgauern gelang es in der vergangenen Saison, gegen den Meister nicht zu verlieren. In Sinsheim kassierte die Borussia eine der wenigen Niederlagen. „Deshalb haben wir am Samstag dort einiges gut zu machen“, sagte Klopp. Und nimmt dabei die 3 000 BVB-Fans mit ins Boot, die die Borussia begleiten. Die sorgten in den vergangenen Jahren während der Gastspiele bei der TSG immer für eine Anti-Stimmung, weil sie in erster Linie Protestaktionen gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp starteten. Klopp appellierte an die Anhänger, diesmal lieber die Mannschaft zu unterstützen. „Es geht für uns um drei Punkte und nicht um das Erklären von mehr oder weniger Tradition“, beteuerte der BVB-Trainer.

Peter Schwennecker

Quelle: wa.de

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