Klopp: „Hut ab“

Sebastian Kehl ▪
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Sebastian Kehl ▪

DORTMUND ▪ Es war sein 217. Bundesligaspiel, und vielleicht eines der wichtigsten seiner Karriere. „Es ist ein gutes Gefühl, zurückzukommen“, strahlte Sebastian Kehl nach dem 3:0 der Dortmunder über Mönchengladbach. Erstmals seit neun Monaten stand der BVB-Kapitän in der Startelf und hielt bis zum Schlusspfiff durch.

Und heimste danach ein dickes Lob seines Trainers ein. „Sebastian hat ein Klassespiel gezeigt“, freute sich auch Jürgen Klopp über das erfolgreiche Heim-Comeback des 30-jährigen, der zuvor schon beim Derby auf Schalke zu einem Kurzeinsatz gekommen war. „60 Minuten lang war es sogar super, in den finalen 30 Minuten hat Sebastian dann seine ganze Routine ausgespielt, für Ordnung gesorgt, immer noch viele wichtige Zweikämpfe gewonnen. Angesichts seiner neunmonatigen Zwangspause muss man sagen: Hut ab!“

Für Sebastian Kehl waren die 90 Minuten ein Sieg über den eigenen Körper. Der hatte immer wieder gestreikt. Verletzungen haben ihn allzu oft zurückgeworfen. Zuletzt war es eine Sehnenentzündung am Schambein, die ihn zu einer monatelangen Pause zwang. Verschiedene Therapien führten nicht zur Besserung, ganz im Gegenteil. „Viele hatten mich schon ganz abgeschrieben“, erinnerte sich Kehl an die Zeit der Leiden. „Ich wollte es den Leuten einfach zeigen, dass ich es doch noch schaffe. Deshalb bin ich jetzt einfach glücklich.“ Kehl gestand allerdings ein, dass auch er Phasen des großen Frusts überstehen musste. „Es gab Tage, da habe ich gedacht, warum tust du dir das überhaupt noch an“, erzählte der Profi. „Doch ab sofort will ich nicht mehr zurückschauen, sondern nur noch nach vorn blicken.“

Gegen Mönchengladbach demonstrierte er beeindruckend, wie wichtig er immer noch für diese junge Dortmunder Mannschaft ist. Als große Führungspersönlichkeit auf dem Platz, die den Nebenleuten Sicherheit gibt und an der sich alle aufrichten können. Vielleicht ist er genau zum richtigen Zeitpunkt zurückgekommen. Im Kampf um einen Platz im internationalen Geschäft hat die Borussia dank Kehl wieder an Qualität gewonnen. Dass er nach einem Zusammenprall mit Raul Bobadilla sogar mit einer Risswunde über dem Auge weiterspielte, war für ihn selbstverständlich. Schließlich hat er in der Vergangenheit ganz andere Dinge weggesteckt. ▪ P. Sch.

Quelle: wa.de

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